Freitag, 28. November 2008
MISSHANDLUNG IN HEIMEN: ERZBISCHOF ... Geschrieben von Padre Alex / Dr. Alexander Pytlik
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MISSHANDLUNG IN HEIMEN: ERZBISCHOF THISSEN FORDERT LÜCKENLOSE AUFKLÄRUNG
In Ernstnahme der von Seiner Heiligkeit Papst Benedikt XVI. selbst begonnenen offensiven Politik gegen Kindesmißbrauch innerhalb der Katholischen Kirche forderte der katholische Erzbischof Dr. Werner Thissen (Erzbistum Hamburg) nach Angaben der überregionalen katholischen Zeitung für Politik, Gesellschaft und Kultur "Die Tagespost" (Artikel vom 18. September 2008) eine lückenlose Aufklärung möglicher Mißhandlungsfälle in kirchlichen Heimen in den 1950er und 1960er Jahren. "Ich bin froh, daß das Thema in der Öffentlichkeit ist, denn ich halte es für eines der am meisten unterdrückten Themen der letzten Jahrzehnte“, sagte der Erzbischof der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am 16. September 2008 in Hamburg. Der Radiosender NDR 1 Niedersachsen hatte zuvor unter Berufung auf eine Studie des Diakonischen Werks der "Evangelschen Landeskirche" berichtet, es wäre damals in evangelischen Kinderheimen Norddeutschlands zu systematischen Mißhandlungen gekommen. Ähnliche Vorfälle hätte es aber auch in katholischen Heimen gegeben. Die "Evangelische Landeskirche" in Hannover wies jedenfalls die Behauptung, die Fälle hätten System gehabt, als voreilig zurück. Und der Caritasverband im Bistum Osnabrück erklärte, in den katholischen Einrichtungen der Diözese könne nach aktuellem Kenntnisstand eine systematische Mißhandlung von Kindern ausgeschlossen werden. Es hätte in den vergangenen beiden Jahrzehnten lediglich drei Beschwerden über solche Fälle in früheren Jahren gegeben.
Erzbischof Thissen erklärte jedoch auch, daß die in Rede stehenden Fälle in kirchlichen Heimen nur die "Spitze des Eisbergs“ einer Entwicklung seien, die bei weitem nicht nur Kirchen und kirchliche Gemeinschaften betreffe. "Wahrscheinlich sind die Kirchen diejenigen, die am ehesten die Kraft haben, so etwas überhaupt untersuchen zu lassen, zu dokumentieren und damit auch aufzuklären.“ Auch aus staatlichen Heimen gebe es Berichte über Mißhandlungen. Für die Opfer verlangte der Hamburger Erzbischof Wiedergutmachung. Man müsse ihnen ihre durch solch einen Vorfall genommene Würde wiedergeben, so weit das noch möglich sei. Dazu gehört nach den Worten des Erzbischofs zum einen eine Entschuldigung, zum anderen sehr konkrete Hilfe medizinischer, therapeutischer oder auch materieller Art. Im Hinblick auf die von mir seit mehr als einem Jahrzehnt vertretene Linie begrüße ich ausdrücklich diese klaren Worte und die nachvollziehbaren Konsequenzen, welche der Hamburger Erzbischof verdienstlicherweise offen anspricht. Denn nur eine derart glaubwürdig wirkende Kirche kann auf Basis von "Humanae vitae" die unveränderliche Sexualethik verkünden. Auslöser der Debatte über Heimkinder war laut Tagespost ein Buch von "SPIEGEL“-Autor Peter Wensierski unter dem Titel "Schläge im Namen des Herrn", das Anfang 2006 erschien. Danach sollen bis Mitte der 60er Jahre in staatlichen und kirchlichen Heimen angeblich Hunderttausende Kinder und Jugendliche schikaniert worden sein. Ältere Jugendliche hätten darüber hinaus für minimale Löhne arbeiten müssen und seien nicht sozialversichert gewesen. Der Bundesverband katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen (BVkE) hatte dazu jedoch erklärt, daß Mißhandlungen keine generelle Praxis in kirchlichen Heimen gewesen seien. Es habe sich um Einzelfälle gehandelt, "die sich allerdings mächtig häufen“. Exemplarisch kann dafür auch die Meldung der KNA vom 23. Oktober 2008 stehen: "Mißbrauch in Ordensinternat: weitere Opfer melden sich". Der Skandal um sexuellen Mißbrauch von Schülern eines inzwischen geschlossenen kirchlichen Internats in Unterfranken habe sich ausgeweitet. Am 22. Oktober 2008 teilte die Provinzleitung der Missionare von der Heiligen Familie in Mainz mit: "Zu den Vorwürfen des sexuellen Mißbrauchs von Minderjährigen durch ein Mitglied der Deutschen Provinz der Missionare: Mainz/Lebenhan. Die mit der Untersuchung des sexuellen Mißbrauchs im ehemaligen Internat Lebenhan betraute Kommission der Missionare von der Heiligen Familie hat die Ordensleitung am 21.Oktober 2008 über den aktuellen Stand der Untersuchung informiert. Nachdem sich am 10. Oktober 2008 ein Opfer an die Ordensleitung gewendet hatte, wurde die kirchenrechtliche Voruntersuchung verlängert, um weiteren Betroffenen die Möglichkeit zu geben, mit der Kommission Kontakt auf zu nehmen. Die Ordensprovinz hatte in einer Pressemitteilung vom 12. Oktober 2008 Opfer ermutigt, sich zu melden. Daraufhin haben 12 Personen mit der Kommission Kontakt aufgenommen. Zum jetzigen Zeitpunkt muß davon ausgegangen werden, daß darunter fünf Personen Opfer von eindeutigem sexuellem Mißbrauch durch den geständigen Pater sind. Allen Betroffenen sind persönliche Gespräche angeboten worden. Einige Opfer möchten momentan nicht weiter mit diesem leidvollen Teil ihrer Vergangenheit konfrontiert werden. Aus Gründen des Opferschutzes respektiert die Untersuchungskommission diese Entscheidungen. Die Offentlichkeit wird nach Abschluß der Voruntersuchung über das Ergebnis und die kirchenrechtlichen Konsequenzen für das Ordensmitglied informiert. Außerdem prüft die Untersuchungskommission, ob Ordensmitglieder von den Vorgängen in der Zeit von 1972 und 1976 Kenntnis hatten. Als Kontaktperson für Anfragen steht Pater Michael Baumbach von den Missionaren von der Heiligen Familie bereit: E-Mail: michaelbaumbach@t-online.de, Telefon 0251-3740684". Die eingeschaltene Koblenzer Staatsanwatlschaft werde laut Baumbach nicht selbst ermitteln, weil die Übergriffe verjährt seien. Der Fall war ins Rollen gekommen, nachdem ein heute 50jähriger ehemaliger Internatsschüler am 27. August 2008 gegenüber dem Bistum Würzburg erstmals einen Mißbrauchsvorwurf erhoben hatte, ohne selbst Opfer zu sein. Nachdem die Sache öffentlich geworden war, meldete sich am 10. Oktober ein Betroffener bei den Missionaren, und daraufhin gestand der 71jährige Beschuldigte ordensintern die Taten. Derzeit häufen sich allgemein die Fälle, in denen nicht lange herumgelogen wird, sondern seitens der Täter offene Geständnisse abgelegt werden. Besonders schwierig erscheinen jenen Fälle, bei denen die offensichtlichen Täter bereits verstorben sind. Hier muß exemplarisch das Erzbistum Köln mit seiner vorbildhaften Haltung Erwähnung finden. So schrieb der hochwürdigste Generalvikar Dr. Dominik Schwaderlapp der Gemeinde St. Maria Königin, Bergisch Gladbach-Frankenforst, einen per 6. Juli 2008 auf der Erzbistumsseite veröffentlichten Brief, worin er über die Gespräche nach den Monate zuvor bekannt gewordenen Berichten informierte, wonach es in den siebziger Jahren zu sexuellen Übergriffen auf Jugendliche und Kinder in der Pfarrei gekommen wäre. Der Text wurde vom zuständigen Pfarrer Winfried Kissel in der Heiligen Sonntagsmesse vorgelesen und anschließend im Schaukasten an der Pfarrkirche ausgehängt - er lautet wie folgt: "Liebe Schwestern und Brüder, vor etwa mehr als drei Monaten habe ich mich mit einem Schreiben an Sie gewandt, um Sie über Berichte aus der Gemeinde zu informieren, wonach es in den siebziger Jahren zu sexuellen Übergriffen auf Jugendliche und Kinder im Bereich der Pfarrei St. Maria Königin gekommen sei. Mit großem Bedauern hatten wir erst kurz zuvor davon erfahren. Wir haben daraufhin denjenigen, die von den Vorkommnissen betroffen sind und ein Gespräch wünschten, Prälat Dr. Robert Kümpel als Gesprächspartner angeboten. Mittlerweile haben die Zeitungen berichtet, daß es sich bei dem Verdächtigten um Pfarrer Gottfried Amberg handelt, der von 1955 bis 1993 Pfarrer in Refrath-Frankenforst war. In der Zwischenzeit haben einige Personen das vom Erzbistum gemachte Gesprächsangebot angenommen, um seelsorgliche Hilfe bei der Aufarbeitung des Geschehenen zu suchen. Wir sind dankbar, daß sie sich zu diesem Schritt entschließen konnten. Wie Sie wissen, ist eine abschließende Klärung der Vorfälle nicht mehr möglich, weil der Verdächtigte bereits verstorben ist. Nach dem Abschluß aller Gespräche müssen wir jedoch sagen, daß die Hinweise, die für seine Täterschaft sprechen, erdrückend sind. Wir wissen, daß Geschehenes nicht ungeschehen gemacht werden kann, und zugefügtes Leid und entstandene Wunden sich nicht tilgen lassen. Wir sind erschüttert über die Vorfälle und von tiefer Scham erfüllt. Ich möchte Sie als Gemeinde, die von diesen Vorfällen betroffen ist, einladen, gemeinsam und einmütig die schmerzlichen Erfahrungen im Gebet vor Gott zu tragen. Wir dürfen auch in dieser schwierigen Situation auf Gottes Hilfe vertrauen." In einem anderen Fall, der auf den Internetseiten des Bistum Würzburg dokumentiert ist, scheint noch nicht das letzte Wort gesprochen. Angesichts dieser transparenten und offensiven Vorgehensweisen mehrerer kirchlicher Institutionen ist Hoffnung angebracht, daß sich die vom Papst gewollte klare Linie auch innerhalb des deutschen Sprachraums immer deutlicher durchsetze. Bekanntlich war auch auf dem 97. Deutschen Katholikentag (Osnabrück) im Mai 2008 das Thema des sexuellen Mißbrauchs offiziell auf der Tagesordnung. Abschließend sei auch nochmals auf die mittlerweile eindeutig bewährten Leitlinien der Katholischen Bischofskonferenz Deutschlands verwiesen. Und so verbleibe ich mit allen herzlichen Segenwünschen für eine gute und besinnliche Adventzeit! Euer Padre Alex - Vizeoffizial Dr. Alexander Pytlik Samstag, 22. November 2008
MÜNCHEN UND ST. PÖLTEN: ZUM ... Geschrieben von Padre Alex / Dr. Alexander Pytlik
in Kirchenrecht, News Kommentare, Skandal St. Pölten um
06:08
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MÜNCHEN UND ST. PÖLTEN: ZUM WIEDEREINSATZ EINES PRIESTERS
Am 15. November 2008 wurde durch eine exklusive Vorabmeldung aus dem bundesdeutschen Magazin "DER SPIEGEL", Nr. 47 (17. November 2008), nachlesbar auf "SPIEGEL ONLINE" als Nachricht unter den Rubriken "Panorama" und "Justiz" sowie mit dem Titel "Sex-Vorwürfe. Skandal-Priester jetzt in München tätig. Er soll homosexuelle Beziehungen zu Studenten gepflegt und mit ihnen Sexpartys gefeiert haben - jetzt ist der katholische Geistliche wieder Seelsorger. Der frühere Vizechef eines Priesterseminars war vor vier Jahren seines Amtes enthoben worden", bekannt, daß der ehemalige Subregens des zwischenzeitlich geschlossenen St. Pöltner Priesterseminars nunmehr im Erzbistum München und Freising eine Seelsorgsaufgabe übernehmen habe dürfen. Diese Nachricht verbreitete sich rasch im deutschen Sprachraum, und erst später wurde bekannt, daß die Ernennung von R. ab dem 1. November 2008 gilt. Ist das alles überhaupt von Interesse? Ja, weil der Fall St. Pölten auch in seinen Auswirkungen bis heute exempIarisch ist und daraus viele Lehren gezogen werden können. Im Gegensatz jedoch zur bewährten offensiven Informationspolitik des damaligen Päpstlichen Visitators Dr. Dr. Klaus Küng, die von der Öffentlichkeit mit großer und berechtigter Wertschätzung verfolgt wurde, verzichteten das Erzbistum München und Freising sowie das österreichische Bistum St. Pölten (diesmal) auf eine kurze und objektive Vorinformation der Öffentlichkeit, sodaß auf die kursierenden Meldungen nur noch reagiert werden konnte. Es ist wohl davon auszugehen, daß die mit der Durchführung dieser Entscheidung Betrauten die Relevanz des Falles für die durchschnittlichen deutschsprachigen Medien nach bestem Wissen und Gewissen unterschätzten, dies vor allem zum Schaden des ernannten Priesters, aber auch zum Schaden einer nunmehr immer anzustrebenden Transparenz in sensiblen Personalfällen, um der Glaubwürdigkeit der Kirche universal und lokal zu dienen. Hinzu kommt, daß die Pressestellen der beiden Bistümer entweder nicht informiert oder offenbar auf die Situation nicht unmittelbar vorbereitet waren. So hieß es im SPIEGEL glaubhaft: "Warum der Geistliche nun doch wieder in der Seelsorge eingesetzt wird, vermochte das Erzbischöfliche Ordinariat München vorige Woche nicht zu beantworten. Diese Personalfrage müsse erst gewissenhaft recherchiert werden, so Bistumssprecher Winfried Röhmel." Eine Unkenntnis der konkreten Vorgänge im Fall R. kann also wohl kaum den Medien angelastet werden.
Im Laufe des 17. November 2008 erfolgten dann aber die notwendigen Informationen seitens beider Bistümer. So hieß es zunächst am Vormittag von Seiten der Diözese St. Pölten: "R. wird in München wirken. Nachdem R., wie im endgültig bestätigten Dekret des Bischofs gefordert, eine längere Zeit der Besinnung in einem Kloster verbracht hat und auch die sonstigen Bedingungen erfüllen will, konnte Bischof DDr. Küng einen pastoralen Einsatz dieses Priester genehmigen. Dieser Einsatz von R. erfolgt probeweise, befristet und unter fachlicher Hilfestellung. Er gehört weiterhin zur Diözese St. Pölten und wird mit Zustimmung von Erzbischof Marx zunächst probeweise für ein Jahr in einem Seniorenheim der Pfarre St. Michael in München tätig. Bischof Küng erklärt, er halte es für richtig, einem Priester, der guten Willens ist, eine Chance zu geben." Auf derselben Informationsseite erinnert das Bistum St. Pölten gleichzeitig an seine Pressemeldung vom 4. April 2008 betreffend der Entscheidung im Fall der ehemaligen St. Pöltner Priesterausbildner und verweist dann im Laufe des späteren Nachmittags auf die dann vorliegende offizielle Stellungnahme des Erzbistums München zum Einsatz von R., die auch direkt auf den Internetseiten des Erzbistums München und Freising als "Stellungnahme des Erzbistums München zu Presseveröffentlichungen, daß R., Priester der Diözese St. Pölten, befristet auf ein Jahr in der Erzdiözese München und Freising als Priester tätig ist" nachlesbar und von Pressesprecher Winfried Röhmel gezeichnet ist: "Das Nachrichtenmagazin 'Der Spiegel' hat in seiner Ausgabe vom 17. November 2008 in der Rubrik 'Panorama' mit der Überschrift 'Skandalpriester jetzt in München tätig' mitgeteilt, daß der ehemalige Subregens des Priesterseminars der österreichischen Diözese St. Pölten, R., jetzt in der Pfarrei St. Michael in München-Perlach tätig ist. Diese Mitteilung, die teilweise eine spektakuläre Resonanz gefunden hat, läßt wichtige Informationen, die zur Beurteilung des Vorgangs notwendig sind, außer acht. Richtig ist, daß R. im Zusammenhang mit den im Sommer 2004 bekannt gewordenen Vorgängen im Priesterseminar von St. Pölten selbst darum ersucht hatte, ihn von seiner Aufgabe als Subregens zu entbinden. Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe wurden staatlicherseits und kirchlicherseits eingehend geprüft. Sie waren nach bürgerlichem Recht strafrechtlich nicht relevant. Die zuständigen Römischen Kongregationen bestätigten ausdrücklich das Vorgehen und die Entscheidungen von Bischof Küng. R. wurde aufgefordert, den Anweisungen seines Diözesanbischofs Folge zu leisten. Bischof Küng hat bereits am 3. April dieses Jahres mit einer in das Internet des Bistums gestellten Erklärung informiert und auch mitgeteilt, daß R. Priester der Diözese St. Pölten bleibe und 'nach einer Zeit der Besinnung in einer anderen Diözese eine für ihn geeignete Tätigkeit erhalten' werde. Diese bereits vor einigen Monaten mitgeteilte Absicht des Bischofs wird jetzt in Unkenntnis der Vorgänge als besondere Neuigkeit dargestellt. Bischof Küng hatte sich mit einem Schreiben vom 14. Juli 2008 persönlich an den Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx, mit der Bitte gewandt, R. eine neue Chance zu geben und ihm in der Erzdiözese die Möglichkeit eines neuerlichen priesterlichen Einsatzes einzuräumen. Küng wies in dem Brief darauf hin, daß R. zur Besinnung bereit und damit einverstanden sei, daß er in dieser Bewährungszeit geistlich begleitet werde. Er habe wirklich den Wunsch, als Priester einen Neuanfang zu setzen. Erzbischof Marx hat nach Rücksprache mit den zuständigen Mitarbeitern im Erzbischöflichen Ordinariat der Bitte von Bischof Küng entsprochen und veranlaßt, R. vorübergehend aufzunehmen. Er wurde zum 1. November 2008, befristet auf ein Jahr, zum Seelsorger im Caritas-Altenheim St. Michael und zur Seelsorgemithilfe in der Pfarrei St. Michael/Perlach angewiesen. Der Pfarrer von St. Michael, Christian Penzkofer, wurde über den Vorgang informiert. Er war mit dem Einsatz von R. einverstanden. Der Pfarrer hat auch den Pfarrgemeinderat informiert." Zum Zeitpunkt des Bekanntwerdens eines neuen Einsatzes konnte auf den Internetseiten der von den beiden Bistümern benannten Pfarrei die Verlautbarung nachgelesen werden: "Ab 7. November wird unser Seelsorgerteam um eine weitere Kraft verstärkt. Als ‘Kurat' wird R. in unseren Pfarreien St. Michael und St. Georg wirken. In den Gottesdiensten am 8/9. November wird er sich der Gemeinde vorstellen. Wir wünschen Herrn Dr. R. ein gutes Eingewöhnen in Perlach und eine gute Aufnahme im Kreise unserer Pfarreien.“ So weit also zu den offiziellen Verlautbarungen. Nun ist sicherlich die Frage zu stellen, wie dieser Einsatz des ehemaligen Subregens zu bewerten ist. Ein anonym geführtes und von nicht wenigen zur Unterhaltung und Informationsabschöpfung gelesenes Portal [Achtung: auf dieser Seite gibt es Linkverbindungen zu einem anonymen Portal, dessen Redaktion nicht bekannt ist. Die Verlinkungen geschehen ausschließlich im Interesse der Selbstverteidigung und Verpflichtung zur Wahrheit nach dem Vorbild des regierenden katholischen Diözesanbischofs von St. Pölten, der eben zu diesem einzigen Zwecke seinen Bischöflichen Sekretär dorthin einen wichtigen Artikel einsenden ließ.] meldete dazu: "In einer persönlichen Aussendung von Anfang November gab Hw. R. bekannt, daß er am 7. November nach München umziehen werde. Die neue Wirkungsstätte sei ihm wunschgemäß zugewiesen worden. Für ihn ist der Skandal 'glücklich ausgegangen'. Bereits Ende Juli hatte Hw. R. die Zusage erhalten, daß er in München wirken könne. Während der Sommerferien wurden die genauen Modalitäten festgelegt." Und sogleich rührten sich in äußerst unguter Weise jene Fanatiker(innen), die schon bisher in höchst kontraproduktiver Weise einen Sex-Skandal in St. Pölten und eine Schuld des genannten Priesters R. erfolglos hinweg zu leugnen versuchten. Wenn es stimmt, was R. hier ausgesendet hat, und wenn seine fanatischen Unterstützer(innen) auch weiterhin die bisherige Geschichte mit den belegten Fakten umdeuten und manipuliert darstellen - wobei sich die fortgesetzte Frage stellt, in welchem Auftrag - dann ist es verständlich, daß kritische Beobachter sogleich eine weitere Frage stellen, nämlich woran der zuständige Diözesanbischof Dr. Dr. Klaus Küng den "guten Willen" erkannt haben mag, auch wenn es niemandem zusteht, diesbezüglich alle Anhaltspunkte zu erfahren. Offenbar um von dieser Aussendung des R. abzulenken - wir wissen ja nicht, wer sie empfangen hat - versuchte dann eine Felizitas Küble [Achtung: auf dieser Seite gibt es Linkverbindungen zu einem anonymen Portal, dessen Redaktion nicht bekannt ist. Die Verlinkungen geschehen ausschließlich im Interesse der Selbstverteidigung und Verpflichtung zur Wahrheit nach dem Vorbild des regierenden katholischen Diözesanbischofs von St. Pölten, der eben zu diesem einzigen Zwecke seinen Bischöflichen Sekretär dorthin einen wichtigen Artikel einsenden ließ.], mich selbst als Verursacher der angeblichen "jüngsten Medienkampagne" hinzustellen. Doch da sie im Verbund mit einer Dr. Gabriele Waste die Lüge einer nie verhängten und vom Heiligen Stuhl definitiv bestätigten Kirchenstrafe im Fall R. verbreitet, geht der objektive Erkenntniswert ihrer im Namen eines "Christoferuswerk e. V." getätigten Aussendungen leider gegen null. Angesichts all dessen sind Diskussionen auf verschiedenen Internetseiten durchaus verständlich. So wurde im Leserforum der Freunde von kath.de ein eigener Thread unter dem Titel "Vom Bubenstreichler zum Altenseelsorger ..., Ex-Subregens R. wieder in Amt und Würden!" eröffnet. Noch heute finden sich in vielen Diskussionen und Kommentaren die Mißverständnisse, als ob es im Fall R. um sexuellen Mißbrauch Minderjähriger gegangen wäre. Es ging aber (unter anderem) um absolut zu vermeidende homophile Verhaltensweisen zwischen einem Priesterausbildner und einem ihm anvertrauten und auszubildenden Seminaristen, also um homosexuelle Kontakte zwischen Erwachsenen im angeblich gegenseitigen Konsens. Mißverständnissen hat jedoch der damaligen Diözesanbischof Dr. Kurt Krenn selbst Vorschub geleistet, als er eben zur Verharmlosung homophiler Verhaltensweisen im Kontext des eigenen Priesterseminars von "Bubendummheiten" (Bubenstreiche) und von "Weihnachtsküssen" sprach. Von daher darf es nicht verwundern, daß die Sorgen seit dieser Verharmlosung nicht geringer geworden sind und beispielsweise ein Münchner Stadtpfarrer vom Mißbrauch Schutzbefohlener schreibt und sich darüber beklagt, daß dann lediglich eine Versetzung von einem Bistum in das nächste von statten gegangen wäre. Wenn das Erzbistum München per Pressestelle dazu aussenden läßt, "weder eine staatliche noch eine kirchliche Instanz haben festgestellt, daß der in Perlach eingesetzte Priester Schutzbefohlene mißbraucht oder deren Mißbrauch zugelassen hat", so kann man dies richtig und falsch verstehen. Die Frage stellt sich nämlich, inwieweit nach kirchlichem Urteil eine homosexuelle Beziehung zwischen einem Priesterausbildner und einem ihm anvertrauten Seminaristen einen Mißbrauch darstellt, selbst wenn das Ganze im Konsens gelaufen sein soll. Was zum Beispiel, wenn der erst um die 20 Jahre alte Mann durch solches "vorbildhaftes" Verhalten seines Ausbildners im widernatürlichen Verhalten bestärkt oder sogar erst richtig dorthin verführt worden wäre? Die Grenzen sind angesichts der rechtskräftigen Urteile aus Österreich, die zudem von den beiden ehemaligen Priesterausbildnern bewußt erbeten und in Kauf genommen wurden, nicht mehr so klar auszuloten, weshalb es über die Legitimität medialer Berichterstattung in dem hier konkret interessierenden der zweiten Instanz vom 28. Juni 2006 eben auch grundsätzlich heißt: "Umso mehr ist ein öffentliches Interesse an Mitteilungen über homosexuelle Kontakte eines Ausbildenden mit seinen Schülern zu bejahen. Gerade derartige Abhängigkeitsverhältnisse gebieten besondere Aufmerksamkeit gegenüber Verstößen gegen elementare Verhaltensanforderungen, welche die körperliche und psychische Integrität eines Auszubildenden gewährleisten sollen." Wie anders wäre es auch zu erklären, daß von den Presseinformationen des Bistums St. Pölten her feststeht: 1. "Beide – Prälat K. und Dr. R. – werden nicht mehr im Bereich der Priesterausbildung tätig sein." und 2. "Dieser Einsatz von Dr. R. erfolgt probeweise, befristet und unter fachlicher Hilfestellung." Doch die Frage der Homosexualität in der Priesterausbildung bzw. im Klerus überhaupt ist gar nicht die einzige beim hier zu besprechenden Fall. Nichts desto trotz ist es von Interesse, wie Menschen mit tiefsitzenden homosexuellen Tendenzen die nunmehrige Entscheidung des St. Pöltner Diözesanbischofs sehen, dem genannten Priester eine weitere Chance unter Bedingungen zu gewähren. In dem schon erwähnten Form mykath.de erklärt nun ein Diskutant namens "Epicureus" am 19. November 2008: "Ich habe jedenfalls als Schwuler keine Lust, mir von Sokrates oder von wem auch immer sagen zu lassen, ich dürfe keine 'Schwulen klatschen' ..." Zum Wiedereinsatz des ehemaligen Subregens läßt er am 17. und am 20. November 2008 zum Verständnis seiner Position folgendes in radikaler Offenheit verlauten: "Es geht mir persönlich gar nicht um die Homosexualität des Herrn R. - die ja wohl, auch wenn er sie weiterhin abstreitet, hinreichend bewiesen sein dürfte (...) Viel wichtiger als das erscheint mir die Tatsache, daß Herr R. als geweihter Priester der Katholischen Kirche zum einen eklatant gegen deren Rechtsvorschriften verstoßen hat, ... zum anderen aber nach außen hin den Unangreifbaren, den Heiligen spielt, dem nur durch tendenziöse Medienberichterstattung das Waterloo bereitet worden sei. Sprich, R. leugnet bis heute und tut auf unerträglich heuchlerische Art und Weise gerade so, als sei er gar nicht homosexuell, und als seien die Vorfälle allesamt harmlose Umarmungen beim Weihnachtswichteln gewesen. Ich weiß nicht, wen er damit verarschen möchte - wahrscheinlich noch am ehesten sich selber. Es ist jedenfalls das - und nur das! - was ich als der Kirche mittlerweile Fernstehender anprangere: diesen Spagat zwischen gepredigter bzw. geheuchelter Askese und dem, was sich im wirklichen Leben eines Priesters abspielt! Dieses Wasser predigen und Wein saufen. Dieses sich auf Kirchgängers Kosten als erzkonservativer ... oder an noch höherer Position durchs Leben schmarotzen, während man sich heimlich nachts ... herumtreibt (...) Ich verlange, auch als Kirchenferner, daß entweder die schwulen Priester kollektiv ihr Versteckspiel aufgeben und sich outen, daß sie endlich etwas gegen die kirchliche Unterdrückung und Verteufelung ihrer Sexualität unternehmen und sich nicht mehr alles gefallen lassen! Wie kann man sich derart verbiegen, daß man in so einem Verein geweihtes Mitglied ist, der gleichzeitig auf die eigene Art zu lieben spuckt? (...) Herr R. wird, so vermute ich, weiterhin sein volles Gehalt beziehen, und München als süddeutsche Schwulen-Kapitale wird ihm sicher gut zupasse kommen. Wozu hat man dann in St. Pölten eigentlich überhaupt eine Untersuchungskommission eingesetzt, wenn jetzt die Protagonisten der Schweinereien entweder als saturierter Pensionär oder als kaum bestrafter Altenheimpfarrer einfach so weitermachen können??? Was ist mit den einfachen Priesteramtskandidaten in St. Pölten? Durften die nach einer kleinen Abmahnung auch anderswo 'einfach so' weitermachen? Oder hat man sie als schlichtweg nicht geeignet für den Priesterberuf auf die Straße gesetzt? Die Kleinen hängt man, die Großen läßt man laufen - nihil novi sub sole! Das Beste an der Geschichte erhellt aber, wenn man sich die zukünftigen Einstellungsvoraussetzungen für katholische Priester vor Augen hält, von wegen Gesinnungsprüfung, psychologischen Tests, Schwulen-Fragebogen etc. Wenn man dann alles abstreitet wie R. und möglichst geschickt laviert - dann kann man weiterhin Priester werden ... Und diese Haltung, die Bigotterie auch noch belohnt, finde ich, mit Verlaub gesagt, zum Kotzen! (...) Die einzig logische Konsequenz wäre es daher gewesen, Herrn R. auf Lebenszeit vom Priesteramt zu suspendieren. Oder Herr R. hätte so ehrlich sein sollen, seine Homosexualität einzugestehen und, da diese nicht vereinbar mit den Grundsätzen der Katholischen Kirche ist, von sich aus seinen Hut nehmen sollen. Was jetzt passiert ist, ist etwa folgendes: jeder (außer R. selber :-) weiß, daß R. schwul ist und schwule Erotik praktiziert hat - und obwohl es qua Kirchenrecht eigentlich zur sofortigen Suspendierung hätte führen müssen, wird jetzt so getan, als habe R. diesen 'sodomitischen Fehltritt' nicht nur 'abgebüßt', sondern als werde er sich in Zukunft keine weiteren Schwulitäten leisten. Ob R. das schafft oder nicht, weiß ich nicht, ich weiß nur eines: es wird mit zweierlei Maß gemessen ... hier der schwule junge Priesteramtsanwärter, der sich jetzt erst recht mit Lug und Trug verbiegen muß, um zum Seminar zugelassen zu werden - und dort der schwule R., der sogar schwule Sexualität ausgeübt hat! Den läßt man nach einer Ermahnung einfach weiter wurschteln, weil man denkt, er habe der Homosexualität 'abgeschworen'! Was für ein Irrwitz - als ob man sich von einer sexuellen Ausrichtung per Bußakt verabschieden könne! Einen sich zu seiner Homosexualität bekennenden, aber den Zölibat bejahenden Seminaristen würde man achtkantig rausschmeißen - jedenfalls garantiert nicht zur Weihe zulassen! Die Denkmuster, die von Seiten der Kirchenleitung dahinter stehen, wären Grund genug gewesen, die Homophobie der Kirche anzuprangern - auch Herr R. hätte allen Grund gehabt, das zu tun! Wenn nicht jetzt, wann dann? Stattdessen mimt er den reuigen Sünder und macht duckmäuserisch weiter, als sei nichts gewesen. So eine Haltung nötigt mir keinen Respekt ab, tut mir leid ... Wer sich so verbiegt wie das Rohr im Wind, der braucht sich nicht über Vorwürfe zu wundern - weder von schwuler Seite noch von kreuz.net!" Was ist zu diesen Vorwürfen zu sagen? Zunächst einmal müssen wir uns vor zu einseitigen Beurteilungen hüten, denn der zuständige Diözesanbischof muß ja Gründe dafür kennen, daß er spätestens seit 14. Juli 2008 von einem guten Willen des betreffenden Priesters auszugehen vermag. Außerdem steht es niemandem zu, den ehemaligen Subregens heute als "Schwulen" zu bezeichnen, ohne seinen aktuellen Status persönlich zu kennen. Mehr noch, es ist ungerecht, jemanden quasi-homosexuell festzumachen (vgl. dazu meine Ausführungen zur Absurdität, einen der Zeugen im Fall St. Pölten immer noch als angeblich "bekennenden Homosexuellen" zu vermarkten). Wir müssen aber auch zugeben, daß nicht wenige Interessierte ähnliche Vorwürfe wie Herr "Epicureus" äußern und sich als naturgemäß Tendierende und Lebende auch fragen, wie das alles zusammenpassen soll. Ich verweise an dieser Stelle sogleich auf meinen "Diskussionsbeitrag zur Gefahr homosexueller Unterwanderung des Klerus und für die zukünftige Klerikerauswahl in der Katholischen Kirche nach der Apostolischen Visitation der Diözese St. Pölten", auf meinen Kommentar "Instruktion zur Nichtzulassung Homosexueller ist absolut gelungener Wurf des Vatikan: pastorale Liebe und disziplinäre Klarheit" sowie auf das neueste Dokument des Heiligen Stuhles, welches ich im Eintrag "Die Kompetenzen der Psychologie bei der Auswahl der Priesteramtskandidaten" kurz vorstelle und kommentiere. Bei einer weiteren exemplarischen Diskussion, nämlich unterhalb eines Artikels der "tz-online, Nachrichten aus München, Bayern und der Welt" schreibt ein "Orlando" am 20. November 2008 folgendes: "Ich halte die Angelegenheit für ein wenig hochgebauscht ... Dies ist natürlich bürgerlich rechtlich nicht strafbar, wenn sexuelle Handlungen mit Volljährigen vorgenommen werden. Die Pressemitteilung des Ordinariats spricht Bände. Die Tatsache der Kinderpornographie ist nicht erwiesen, so daß hier die Unschuldsvermutung zu gelten hat. Über eine moralische Schuld hat der Arbeitgeber - hier die Katholische Kirche zu entscheiden. Nur ich frage mich, ob ausgerechnet München der richtige Ort zur Besinnung ist. Die schwule Szene ist hier die größte in Süddeutschland, viel großer als in St. Pölten ... Bis vor wenigen Jahren herrschten auch im Münchner Priesterseminar durchaus 'wilde Zustände', allerdings ohne Kinderpornos - auch dort gab es aktive Beziehungen, die meisten sind mittlerweile in Amt und Würden. Hat aber außer der SZ, die mal andeutungsweise verklausuliert darüber berichtet hat, niemanden interessiert. Und was sagte der Chef: 'Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.' Mittlerweile hat sich der Wind gedreht. Nicht nur in Rom, sondern auch in München. Und das ist auch gut so, denn was hilft es den Gemeinden, Priester mit 27 zu bekommen, die erst kurz vor der Weihe bemerken, hoppla, es gibt ja auch eine Sexualität, und die ist richtig geil. Dies führt dann zu den bekannten Doppelleben, Dr. R. hatte halt das Problem: er war zu konservativ und hat es offenbar an der mangelnden Vorsicht walten lassen. Wie dem auch sei, es ist gut, daß er eine Chance bekommt, aber ich frag mich, ober der Priesterberuf wirklich das Richtige ist, eine wissenschaftliche Tätigkeit kann ich doch auch ohne ausüben, und die schönste Nebensache der Welt interessiert doch dann niemanden." Von der Beurteilung des früheren Münchner Priesterseminars distanziere ich mich ausdrücklich, denn es müßten Beweise angegeben werden, und wenn es so gewesen wäre, hätten wir einen klaren Hinweis, daß die Homosexualisierung der Priesterseminare nicht nur ein amerikanisches Problem gewesen ist. Aber gut, beide ohne Realnamen gekennzeichneten Diskussionsbeiträge sind teilweise hart, aber bieten doch einen Ansatzpunkt, auf möglicherweise noch offene Fragen einzugehen. Im ersten Beitrag wurde angesprochen, daß ein geweihter Priester, obschon sowohl bei der von ihm selbst gewünschten staatlichen Gerichtsbarkeit als auch von Seiten der tätig gewordenen kirchlichen Gerichtsbarkeit nach dem Maßstab der natürlichen Sittenlehre eindeutiger Vergehen überführt, weiterhin den Heiligen spiele, und dies alles auf unerträglich heuchlerische Art und Weise. In der Tat wurde von den beiden Priesterausbildnern eine ganze Kampagne in Auftrag gegeben, die auf Kosten der von Papst Johannes Paul II. gewollten Apostolischen Visitation und auf Kosten des regierenden Diözesanbischofs Dr. Dr. Klaus Küng sowie nicht zuletzt auf Kosten einiger glaubwürdiger Belastungszeugen über Jahre hinweg eben eine solche Heuchelei praktizierte, unter völligem Absehen von sämtlichen Indizien und Fakten, die eben klar aufzeigten, daß die (sinnlose) Zugehörigkeit zu einem "streng konservativen Lager" überhaupt keine Garantie dafür war und ist, nicht als Sünder im homosexuellen Bereich überführt zu werden. Im Rahmen dieser Kampagne zeigte sich dann leider auch der hoffentlich nur zeitweilige Charakter mindestens einer der beiden ehemaligen Priesterausbildner, nämlich ohne jeden Beweis und ohne jeden gerechten Grund die eigene Misere auf andere abzuschieben, konkret: Zeugen möglichst öffentlich zu diskreditieren, um schließlich aus dem aufgeflogenen Sexskandal St. Pölten wirklich als "offiziell heilig" auszusteigen. Und erst als diese Strategie spätestens mit der Bestätigung sämtlicher disziplinärer Maßnahmen des eigenen Diözesanbischofs Klaus Küng durch den Papst selbst absolut gescheitert war, wuchs offenbar die Bereitschaft, auf die von Anfang an gezeigte und praktizierte Barmherzigkeit desselben Bischofs einzugehen. Insofern ist es ein wichtiges Gebetsanliegen, daß sich der von Bischof Küng nunmehr festgestellte und verlautbarte gute Wille festige und keinen Rückfall mehr erleide. Bisher gibt es meines Wissens nach keine öffentlichen Entschuldigungen oder Distanzierungen seitens der ehemaligen St. Pöltner Priesterausbildner, was die angesprochene Kampagne betrifft. Weiterhin hetzt Herr Reinhard Dörner auf den von ihm verantworteten Seiten des "Kardinal-von-Galen-Kreis e. V. in der Aktionsgemeinschaft katholischer Laien und Priester, bisher: Initiativkreis Münster e.V." im Sinne dieser Verlogenheitskampagne, und er erwähnt dabei natürlich auch meinen Namen. Ihm zur Seite steht die bereits oben erwähnte Frau Küble [Achtung: auf dieser Seite gibt es Linkverbindungen zu einem anonymen Portal, dessen Redaktion nicht bekannt ist. Die Verlinkungen geschehen ausschließlich im Interesse der Selbstverteidigung und Verpflichtung zur Wahrheit nach dem Vorbild des regierenden katholischen Diözesanbischofs von St. Pölten, der eben zu diesem einzigen Zwecke seinen Bischöflichen Sekretär dorthin einen wichtigen Artikel einsenden ließ.] Es ist zu hoffen, daß sich R. wenigstens intern gegenüber den für ihn aktuell Verantwortung tragenden Bistümern von solchem widerlichen und ihm selbst schwer schadenden Uneinsichtigkeitsgetue distanziert hat, und es wird von Interesse sein, wann Reinhard Dörner, Felizitas Küble und Gabriele Waste ihren sinnlosen Krieg im Interesse eines gerechten Friedens definitiv beenden. Der von Diözesanbischof Küng festgestellte gute Wille beim nunmehr im Erzbistum München eingesetzten Priester läßt ihnen und anderen im Hintergrund wirkenden revisionistischen Fanatikern keine Möglichkeit mehr, so weiterzuhetzen wie bisher. Wenn wir dann noch beim ersten zitierten Diskussionsbeitrag bleiben, dann stellt sich in der Tat die Frage, was nun "homosexuelle" Priester tun sollen? Vom Naturrecht und von der darauf aufbauenden, aber vor allem mit der Gnade Gottes verbundenen kirchlichen Sittenlehre her ist die Sache klar: wenn es tiefsitzende Tendenzen mit der ständigen Gefahr des Auslebens sind, dann ist eine geduldige Therapie, wie sie in dem von Weihbischof Dr. Andreas Laun herausgegebenen Buch Homosexualität aus katholischer Sicht, Franz-Sales-Verlag, 2. Auflage, Eichstätt 2001, beschrieben wird, absolut zu empfehlen. In der römischen "Instruktion über die Kriterien zur Berufungsklärung von Personen mit homosexuellen Tendenzen im Hinblick auf ihre Zulassung für das Priesterseminar und zu den heiligen Weihen" heißt es im übrigen: "Die genannten Personen befinden sich nämlich in einer Situation, die in schwerwiegender Weise daran hindert, korrekte Beziehungen zu Männern und Frauen aufzubauen. Die negativen Folgen, die aus der Weihe von Personen mit tiefsitzenden homosexuellen Tendenzen erwachsen können, sind nicht zu übersehen. Falls es sich jedoch um homosexuelle Tendenzen handelt, die bloß Ausdruck eines vorübergehenden Problems wie etwa eine noch nicht abgeschlossene Adoleszenz sind, so müssen sie wenigstens drei Jahre vor der Diakonenweihe eindeutig überwunden sein." Sollte ein bereits geweihter Priester in eine objektiv vorübergehende Problematik homosexuellen Lebens gefallen sein, so müßte es also mit Hilfe natürlicher und übernatürlicher Hilfsmittel noch leichter sein, diese naturwidrige und dem Priestertum in jeder Hinsicht schwer schadende Lebensweise rasch zu überwinden. Dem oben erwähnten Diskutanten "Epicureus" könnte daher - auch wenn die konkreten Entscheidungsgründe aus St. Pölten und München nicht bekannt sind - noch geantwortet werden, daß seit dem von ihm angesprochenen "Weihnachtswichteln" schon fast fünf Jahre vergangen sind. Wenn es also beim genannten Priesterausbildner nur ein vorübergehendes Problem war, so gab es die Möglichkeit, dieses in der genannten Zeitspanne auch wirksam und realistisch zu überwinden. In allen anderen Fällen müßten aber Priester mit im Gegensatz dazu tiefsitzenden homosexuellen Tendenzen aufgefordert werden, aus ihren Ämtern zu scheiden. Denn diese "Art zu lieben", wie es der Diskutant sagt, hat mit der Liebe im Vollsinn, welche die Kirche verkünden muß, nur noch ganz wenig zu tun. Und diese klaren Konsequenzen aus dem Naturrecht, aus der zu verkündenden Sittenlehre und aus dem geltenden Recht (vgl. eben auch die Vorgaben der zitierten Instruktion des Heiligen Stuhles vom 4. November 2005) sind keine "Unterdrückung und Verteufelung ihrer Sexualität", sondern dienen letztlich nur einem: der Heilung und dem ewigen Heil der Seelen. Und kein anderes Ziel verfolgt auch die nunmehr von den beiden Bistümern St. Pölten und München gemeinsam getroffene Entscheidung, einem Priester wie R. noch eine Chance zur Bewährung zu geben. Und so gilt es, den beiden konkret verantwortlichen Bischöfen das nötige Vertrauen entgegenzubringen, aber diese Entscheidung und die damit verbundenen Vorgänge auch kritisch zu beobachten und sich keinesfalls von revisionistischen Kampagnen für blöd verkaufen zu lassen. Die von der Katholischen Kirche selbst vorgegebenen Prinzipien müssen auch in jedem Einzelfall so gut wie möglich wirksam werden können. Noch vieles gäbe es zu sagen, aber das möge für heute genügen. Beten wir morgen nach den Heiligen Messen in der ordentlichen Form des Römischen Ritus gemeinsam das Weihegebet der Menschheit an das Herz des Christkönigs, in dem es heißt: "O liebster Jesus, Erlöser des Menschengeschlechtes, blicke gnädig auf uns herab, die wir in Demut vor Deinem Altare knien. Dein sind wir, Dein wollen wir bleiben ... viele haben Deine Gebote verachtet und Dich von sich gestoßen. Erbarme Dich ihrer, o gütiger Jesus,und ziehe alle an Dein heiligstes Herz. Sei Du, o Herr, König nicht nur der Gläubigen, die nie von Dir gewichen sind, sondern auch der verlorenen Söhne, die Dich verlassen haben ... Verleihe, o Herr, Deiner Kirche Wohlfahrt, Sicherheit und Freiheit ... Gib, daß von einem Ende der Erde bis zum andern der gleiche Ruf erschalle: Lob sei dem göttlichen Herzen, durch das uns Heil gekommen ist. Ihm sei Ruhm und Ehre in Ewigkeit. Amen." Im Gebet verbunden, Euer Padre Alex - Vizeoffizial Dr. Alexander Pytlik Mittwoch, 19. November 2008
SIEBEN REGELN ZUR NEUAUFSTELLUNG DER ... Geschrieben von Padre Alex / Dr. Alexander Pytlik
in News Kommentare, Sonstiges um
12:15
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SIEBEN REGELN ZUR NEUAUFSTELLUNG DER WELTFINANZEN
Sehr viele Analysen und Ratschläge sind auf der ganzen Welt nachzulesen, wie die für nicht wenige sehr plötzlich eingetretene, aber auch mit sehr unterschiedlichen Auswirkungen verbundene Weltwirtschaftskrise überwunden und überstanden werden kann. Auch in der Monatszeitschrift "Die Politische Meinung" (Herausgeber: Dr. Bernhard Vogel), die eine der individuellen Eigenverantwortung verpflichtete und im christlichen Menschenbild verankerte Ethik zu vertreten hat, ist ein wertvoller Artikel erschienen. Die mit derselben Monatszeitschrift verbundene Konrad-Adenauer-Stiftung setzt sich für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit ein und will freiheitliche Demokratie, eine soziale Marktwirtschaft und die Entwicklung und Festigung des Wertekonsenses fördern. Stefan Deges hat in der letzten Ausgabe "Die Politische Meinung", Nr. 468 (4. November 2008) 46 - 50, den genannten Beitrag mit dem Titel "Zur Neuaufstellung der Weltfinanzen. Sieben Regeln und ein starker IWF" versehen.
Bei der Überwachung des Finanzsektors müßten demnach nicht völlig neue Regeln aufgestellt werden. Der Autor beruft sich unter anderem auf den Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, und zwar auf Basis des Jahresgutachtens 2007/08 ("Das Erreichte nicht verspielen" vom 07. November 2007. Am 12. November 2008 ist übrigens das neue Jahresgutachten 2008/09 erschienen, unter dem Titel "Die Finanzkrise meistern - Wachstumskräfte stärken".) Die Orientierung an bestehenden Maßgaben würde bereits helfen, und die sieben von Stefan Degen benannten Regeln umfassenden folgendes: 1. Finger weg vom Wechselkurs 2. Geldpolitik ist keine reine Konjunkturpolitik 3. To big to fail – der Staat muß systembedrohende Banken retten 4. Es gibt kein Leben neben der eigenen Bilanz 5. Manager müssen für Fehler haften 6. Wer auf dem Finanzmarkt agiert, unterliegt der Regulierung 7. Internationale Abstimmung geht vor nationalem Rettungsplan Die aktuellen Entwicklungen hängen wesentlich damit zusammen, daß die Währungspolitik seit dem Zusammenbruch des Systems von Bretton Woods nicht mehr als eine globale Aufgabe angesehen werde. Es gebe seither keine verbindlichen Regeln für die nationale Wechselkurspolitik. Es sei daher nicht überraschend, daß die damit entstandenen Spielräume von einzelnen Ländern ausgenutzt würden, um eine aus nationaler Sicht optimale Lösung zu erreichen. Deshalb ließen sich Schieflagen und Krisen nur vermeiden, wenn sich die Welt auf ein Wechselkursregime einigte, das Devisenmarktinterventionen nur in Krisen vorsähe. Und diesem Wechselkurssystem müßten sich auch Länder wie die USA, Japan und China unterordnen. Die Erfahrung der Vereinigten Staaten von Amerika zeige auch, daß es nicht ausreiche, die Zinspolitik an der aktuellen oder erwarteten Inflationsrate auszurichten. Die Geldpolitik müsse neben dem Ziel der Preisstabilität noch mehr als bisher die Stabilität der Finanzmärkte im Auge haben. Die Notenbanker müßten künftig viel stärker auf "Blasenbildungen" Rücksicht nehmen. Die Krise wäre an Europa womöglich vorbeigezogen. Doch die US-Regierung, die bereits einige Institute mit großem finanziellen Aufwand gerettet hatte, wollte die traditionsreiche Investmentbank Lehman Brothers partout nicht am Leben erhalten. Die Bank mußte am 15. September 2008 Insolvenz anmelden, was eine weltweite Vertrauenskrise auslöste und in Europa viele Tausend Anleger unmittelbar traf. Merkwürdig sei jedoch gewesen: wenige Tage zuvor hatte die Regierung die beiden Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac unter staatliche Kuratel gestellt. An beiden Häusern war jedoch der chinesische Staat mit mehreren Hundert Milliarden Dollar beteiligt. Die Staaten müßten jedoch immer Gewißheit haben, daß sie sich im Notfall auf Partner im Ausland verlassen könnten. Daher sei international zu regeln, wie sich der Staat verhalten solle, wenn Banken vorübergehend Geldspritzen benötigten oder sogar auf Dauer am Leben gehalten werden müßten. Weitere unerwünschte Überraschungen ließen sich in Hinkunft verhindern, wenn Finanzinstitutionen verpflichtet wären, einen Mindestanteil der Kreditrisiken in den eigenen Büchern zu behalten. Alle darüber hinausgehenden Ansprüche sollten zumindest in den Zwischen- und Quartalsberichten veröffentlicht werden, um Eigentümern, Aufsichtsräten, Ratingagenturen und Aufsichtsbehörden ein möglichst präzises Bild vom Zustand eines Instituts zu vermitteln. Neue Regeln seien auch wichtig, um die Glaubwürdigkeit des Finanzsystems wiederherzustellen und um zu verhindern, daß Finanzjongleure ihren Arbeitgebern Risiken aufbürdeten, die selbst einen "Global Player" in die Knie zwängen. Und sollte sich die Finanzbranche wieder einmal als immun gegen ein entsprechendes Regelwerk erweisen, müßten die nationalen Regierungen notfalls gesetzgeberisch tätig werden. Obendrein gehörten selbstverständlich auch Ratingagenturen, deren zu optimistische Analysen in der Vergangenheit die Krise mitheraufbeschworen hätten, unter Aufsicht gestellt. Dabei sollten Möglichkeiten zu Sanktionen gegen alle Institutionen bestehen, die sich nicht unterordnen wollen. Alle Regulierungsmaßnahmen müßten zudem international abgestimmt sein und dürften kein Land, vor allem keines mit großem Finanzmarkt, außen vor lassen. Degen abschließend: "Die aktuelle Krise wird enormen Schaden hinterlassen. Das erhöht die Chance, daß alle Nationen nach gemeinsamen Regeln suchen und deren Überwachung einer zentralen Kontrollinstanz übertragen. Problematisch bleibt ohne Frage vor allem eine Beschneidung der nationalen Freiheit bei der Wechselkurspolitik. Auch hier gibt es einen Hoffnungsträger: in vielen Ländern Asiens ist die Inflation mittlerweile so hoch, daß eine flexiblere Wechselkurspolitik Milderung verspricht. Manche Staaten haben bereits gehandelt und die Bindung zum Dollar gelockert." Die Soziallehre der Kirche erhält neue Aktualität (vgl. das Kompendium der Soziallehre der Kirche), und es ist keinesfalls möglich, die Internationale Soziale Frage einfach der Willkür eines kaum regulierten Marktes zu überlassen. Doch wie die konkreten und allgemein anerkannten Prinzipien unterworfenen Regulierungen dem Einzelmensch, den Gruppen, Gesellschaften und Staaten mit all ihren grundsätzlich frei zu verhandelnden Interessen am ehesten entsprechen, das wird die spannende Frage der sozialen Gerechtigkeit auch in Hinkunft bleiben, meint am Festtag der heiligen Elisabeth Euer Padre Alex - Vizeoffizial Dr. Alexander Pytlik Montag, 17. November 2008
KARDINAL SCHÖNBORN: SÜNDHAFTE ... Geschrieben von Padre Alex / Dr. Alexander Pytlik
in Aktuelle Predigt, Katholische Lehre um
18:50
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KARDINAL SCHÖNBORN: SÜNDHAFTE "MARIATROSTER ERKLÄRUNG" UND "KÖNIGSTEINER ERKLÄRUNG" ERGINGEN AUS FEIGHEIT
In den letzten Jahren wurden viele ausgesprochen deutliche Vorträge, Katechesen, Predigten und Analysen des Wiener Erzbischofs, Christoph Kardinal Schönborn, bekannt, die er vor allem außerhalb Österreichs an verschiedenen Orten in verschiedenen Kontinenten gehalten hat. Dabei bewunderten nicht wenige Zuhörer den Mut des Kardinals, angeblich unpopuläre Themen anzusprechen und angeblich populäre Entscheidungen mit der notwendigen Stärke als falsch, sündhaft und gegen die Zukunft des menschlichen Lebens gerichtet aufzudecken und zu hinterfragen. Schon am 1. April 2008 berichtete der katholisch geführte Nachrichtendienst kath.net über eine Predigt Kardinal Schönborns vor mehr als 150 Mitbrüdern im Bischofsamt. Die katholischen Bischöfe waren auf Einladung des Neokatechumenalen Weges Teilnehmer eines mehrtägigen Treffens über die Evangelisierung Europas im Domus Galilaeae auf dem Berg der Seligpreisungen. Auch Joachim Kardinal Meisner und Paul Kardinal Cordes nahmen teil. Wiederum dank kath.net liegt nun die gesamte Predigt in deutscher Sprache vor, die der Wiener Erzbischof am 27. März 2008 im Abendmahlssaal in Jerusalem gehalten hat.
In diesem Zusammenhang ist auf die kürzlich erschienene Augsburger Dissertation von H. H. Pfarrer Dr. Christian Schulz unter dem Titel "Die Enzyklika ‚Humanae vitae’ im Lichte von 'Veritatis splendor' - Verantwortete Elternschaft als Anwendungsfall der Grundlagen der Katholischen Morallehre" zu verweisen. Sie ist als Band 6 der im EOS Verlag, St. Ottilien, von Josef Georg Ziegler begründeten und nunmehr von Clemens Breuer herausgegebenen Reihe "Moraltheologische Studien – Neue Folge" erschienen. Die anspruchsvolle Studie von Christian Schulz begnügt sich nicht mit bloßen Wiederholungen und Verweisen auf lehramtliche Stellungnahmen, wie H. H. Prof. Dr. Josef Spindelböck in einer Rezension glanzvoll darstellt. Es ist dem Verfasser ein wirkliches Anliegen, die tieferen Gründe für das lehramtliche Selbstverständnis in seiner in der Autorität Christi begründeten Zuständigkeit sowohl für den Glauben als auch für das Leben aus dem Glauben, einschließlich der Darlegung und Konkretisierung der Prinzipien des natürlichen Sittengesetzes, aufzuzeigen und dann zu einer konkreten Anwendung auf die von "Humanae vitae" nicht erstmalig vorgelegte, sondern vielmehr in einzigartiger Deutlichkeit bekräftigte und – wie Dr. Schulz nachweist – mit höchster Autorität vorgelegte Lehre zu gelangen. Zu diesem Schluß bin auch ich selbst gekommen, wie unter anderem meinem Kurzbeitrag zur Orientierung für Christen anläßlich des Todes Seiner Eminenz Franz Kardinal König am 13. März 2004 unter dem Titel "Direkte Verhütung in der Ehe ist ausnahmslos verwerflich. Die unfehlbare Lehre der Kirche" zu entnehmen war und ist. Ich erinnere auch an einen jüngeren Blogeintrag unter dem Titel "Nur eine glaubwürdige Kirche kann auf Basis von Humanae vitae die unveränderliche Sexualethik verkünden" und freue mich nun, die aktuell publizierte Predigt des Wiener Kardinal-Erzbischofs von kath.net übernehmen zu dürfen: Liebe Brüder im Bischofsamt, Nachfolger der Apostel! Liebe Brüder und Schwestern! Viele Dinge gibt es in unserem Herzen an diesem Ort, in diesen Tagen von Ostern, in diesen Tagen der Auferstehung Christi. Es gibt diese außergewöhnliche Lesung aus der Apostelgeschichte, die wir stundenlang meditieren könnten, da sie eine der stärksten Texte über das Mysterium Israels ist, das wir in diesen Tagen erleben, gerade an diesem Nachmittag. Vielleicht komme ich am Ende noch darauf zu sprechen, sofern Ihr in der Zwischenzeit nicht eingeschlafen seid. Aber es gibt eine andere Sache: das, was wir in diesen Tagen erleben und wovon wir Zeugen sein müssen, gerade an diesem Ort, wo Jesus zu seinen Aposteln sagte: "Dafür seid ihr Zeugen." Wovon sind wir Zeugen? Was sind wir gerufen zu bezeugen im Europa von heute? Darüber, was die Jünger auf ihrem Weg erlebt haben, als sie zurückgekehrt sind - der griechische Ausdruck ist anastrophe, die Umkehr - sie haben sich in Emmaus bekehrt und sind zurückgekehrt nach Jerusalem, sie haben Jesus beim Brechen des Brotes wieder erkannt. Was ist auf diesem Weg geschehen? Ich möchte Euch eine Sache sagen, die ich im Herzen trage. Ich denke, es ist ein Wort des Heiligen Geistes, das ich sagen muß. Welche ist die Schuld Europas? Die Schuld Europas, die Hauptschuld, ist das Nein zum Leben. Vor einigen Tagen habe ich im österreichischen Fernsehen auf die Frage eines Journalisten geantwortet: "Europa hat dreimal Nein zu seiner eigenen Zukunft gesagt." Das erste Mal im Jahre 1968 - wir feiern jetzt 40 Jahre - durch das Ablehnen von Humanae vitae. Das zweite Mal im Jahre 1975, als die Abtreibungsgesetze Europa überschwemmt haben. Das dritte Mal zur Zukunft und zum Leben. Gerade gestern habe ich aus Österreich die Nachricht bekommen, daß die Regierung der homosexuellen "Ehe" zugestimmt hat, auch in Österreich: das ist das dritte Nein. Und dies ist nicht zuerst eine moralische Sache, sondern eine Frage der Gegebenheiten, der Fakten: Europa ist im Begriff zu sterben, da es Nein zum Leben gesagt hat. Es gibt in meinem Herzen folgendes zu sagen: gerade dies ist der Ort, wo Jesus uns gesagt hat, daß wir die Vergebung unserer Sünden empfangen, denn ich denke, daß dies auch eine Sünde von uns Bischöfen ist, auch wenn niemand von uns im Jahre 1968 Bischof war. Heute haben in Deutschland (bei) 100 Eltern 64 Kinder und 44 Enkelkinder: das bedeutet, daß in einer Generation die deutsche Bevölkerung - ohne Einwanderung - sich halbiert. Wir haben "Nein" gesagt zu Humanae vitae. Wir waren nicht Bischöfe, aber es waren unsere Mitbrüder. Wir haben nicht den Mut gehabt, ein klares "Ja" zu Humanae vitae zu sagen. Es gibt Ausnahmen: der damalige Kardinal von Berlin, Kardinal Bengsch (Anmerkung: hier wandte sich der Prediger an Joachim Kardinal Meisner: "Nicht Du, aber Dein Vorgänger; Du hast es dann im Jahre 2001 gesagt.") Er hatte einen Text für die Deutsche Bischofskonferenz vorbereitet, einen Text, der ein prophetischer Text war. Dieser Text ist verschwunden, und erschienen ist die "Königsteiner Erklärung", die die Katholische Kirche in Deutschland geschwächt hat, das Ja zum Leben zu sagen. Es gab noch eine andere Ausnahme in Krakau: eine Gruppe von Theologen unter der Leitung des Erzbischofs und Kardinals von Krakau, des vielgeliebten Papstes Johannes Paul II., hat ein "Memorandum" geschrieben und diesen Text Papst Paul VI. geschickt. Ich denke, daß dieses Zeugnis eines Bischofs der Märtyrerkirche, der schweigenden Kirche, mehr Gewicht hatte als all die Expertisen (Gutachten), die Papst Paul VI. erstellen hat lassen über dieses Thema, und daß ihn diese mutige Entscheidung hat treffen lassen, wegen der er dann in einer schlimmen Einsamkeit geblieben ist. Dieser Text aus Krakau - auch wenn ich keinen historischen Beweis habe, bin ich mir innerlich sicher - hat geholfen, Paul VI. den Mut zu geben, Humanae vitae zu schreiben. Dann hat es einen "Verrückten" in Spanien gegeben, in den Baracken mit einer "Verrückten", die den Mut hatten, "Ja" zum Leben zu sagen, "Ja" zu Humanae vitae, gegen den Strom, und wie stark war dieser Strom! Ich erinnere mich an die Veröffentlichung des Spiegel in Deutschland: auf der Titelseite Papst Paul VI. mit der Pille in der Hand und mit dem "Nein", lächerlich gemacht! Aber von diesen Verrückten in Christus her entstand eine Wirklichkeit, die genau so wenig zu negieren ist wie die Wirklichkeit des demographischen Zusammenbruchs Europas: Es sind die Familien des Weges, die uns in diesem Europa das Zeugnis geben, daß Paul VI. recht hatte, daß das Leben das große Geschenk Gottes ist und das "Ja" zum Leben eine Bedingung für ein wirkliches Leben ist, eine Bedingung für ein lebendiges Europa ist. Aber wir Bischöfe, verschlossen hinter den Türen wegen der Angst, nicht wegen der Angst vor den Hebräern, sondern wegen der Presse, und auch wegen des Unverständnisses unserer Gläubigen. Wir hatten nicht den Mut! In Österreich hatten wir die "Mariatroster Erklärung" wie in Deutschland die "Königsteiner Erklärung". Das hat den Sinn des Lebens im Volke Gottes geschwächt, dies hat entmutigt, sich für das Leben zu öffnen. Wie dann die Welle der Abtreibung gekommen ist, war die Kirche geschwächt, da sie nicht gelernt hatte, diesen Mut des Widerstands, den wir in Krakau gesehen haben, den Papst Johannes Paul II. während seines ganzen Pontifikates gezeigt hat, diesen Mut, JA zu sagen zu Gott, zu Jesus, auch um den Preis der Verachtung. Wir waren hinter den verschlossenen Türen, aus Angst. Ich denke, auch wenn wir damals nicht Bischöfe waren, so müssen wir diese Sünde des europäischen Episkopats bereuen, des Episkopats, der nicht den Mut hatte, Paul VI. mit Kraft zu unterstützen, denn heute tragen wir alle in unseren Kirchen und in unseren Diözesen die Last der Konsequenzen dieser Sünde. "Brüder, ich weiß, daß Ihr aus Unwissenheit gehandelt habt", sagt Petrus zu den Hebräern, seinen Brüdern. "Ihr habt aus Unwissenheit gehandelt." Wenn wir die Konsequenzen dieses "Nein" zum Leben gekannt hätten, hätten wir niemals "Nein" zu Humanae vitae gesagt, hätten wir den Mut gehabt, unseren Brüdern zu sagen: "Habt Vertrauen, glaubt an das Leben", aber wir haben nicht den Mut gehabt. "Ich weiß, daß Ihr aus Unwissenheit gehandelt habt wie eure Anführer." "Gott aber hat so erfüllt, was er durch den Mund aller Propheten verkündet hat": dieses Leiden, für das wir mitverantwortlich sind, die Leiden des "Nein" zum Leben. Wir wissen alle aus der Beichte, welch großen Schmerz es gibt, wenn die Sünde der Abtreibung gebeichtet wird, und dann die Traurigkeit eines Lebens, gemacht aus dem "Nein" zum Leben. Wir sind mitverantwortlich für diese Traurigkeit Europas. "Bereut also und ändert Euer Leben", sagt Paulus zu den Hebräern, nicht zu uns Bischöfen. Er sagt zu den Hebräern: "Kehrt um und ändert das Leben, damit Eure Sünden vergeben werden und so der Herr Zeiten des Aufatmens kommen läßt". Welchen Trost haben wir für Europa? Ich sage Euch meine Erfahrung als Bischof, als armer Sünder. Ich sehe die Familien des Weges, der Gemeinschaften: Personen, die durch eine Katechese, eine Umkehr, den Mut hatten, "Ja" zum Leben zu sagen und heute, dank eines Charismas, das zwei "Verrückte" vom Herrn bekommen und angenommen haben, so wie sie sind, mit ihren Gaben und ihren Schwächen. Aber sie haben dieses Charisma angenommen, sie haben den Mut gehabt, die Leiden eines solchen Charismas zu tragen. Wie viele Leiden! Heute haben wir in der Kirche das Privileg, das Geschenk, Gemeinschaften zu haben mit Familien, aber mit wahren Familien, großen Familien, wie viele von Euch und von uns in ihrer Jugend kennen gelernt haben, in ihrer eigenen Familie, sechs, zehn, zwölf Kinder. Es war normal. Heute befinden wir uns in der europäischen Wüste, und hier sehen wir Gemeinschaften mit Familien! Aber ich sehe die Früchte. Ich sehe unser "Redemptoris Mater": wenn wir nicht dieses Seminar hätten, welche Armut in unseren Diözesen wegen des Fehlens an Berufungen - sicherlich könnt Ihr uns noch weitere Berufungen schicken! Hier haben wir diese Berufungen, und ich sehe, wie diese Berufungen begleitet werden. Mit Demut, mit Ehrlichkeit muß ich sagen, daß trotz all der Anstrengungen im diözesanen Seminar wir es nicht schaffen, menschlich gesehen unsere Seminaristen zu formen, zu bilden, wie sie in den Gemeinschaften des Weges geformt werden. Warum? Weil sie hier die Familien haben, weil sie die Erfahrung darüber haben, was Vaterschaft ist. Ich komme aus einer geschiedenen Familie, meine Eltern waren geschieden, mein Großvater war geschieden, meine zwei Brüder sind geschieden. Ich kenne die Wirklichkeit der Scheidung. Aber wo soll man die priesterliche Vaterschaft lernen, wenn es keine Beispiele der Vaterschaft in den Familien gibt? Hier lernen es diese Seminaristen. Jetzt hatte ich den Fall eines jungen Priesters, der aus dem Seminar Redemptoris Mater gekommen ist, der mit einer Frau gesündigt hat. Wir Bischöfe kennen alle die Situation, wenn dies geschieht: einer geht weg, weil er ein Verhältnis hatte, er verläßt das Priesteramt. Die Familien dieser Pfarre und des Weges haben ihn mit Wahrheit und Güte aufgenommen und so seine Berufung gerettet. Er ist vor Ostern zu mir gekommen voller Freude: "Ja, ich habe gesündigt, aber ich habe den Mut gehabt, diese Beziehung zu verlassen und zurückzukehren." Es sind die Familien, die diese Berufung und diesen Priester gerettet haben! Ich bin überzeugt, daß der Herr uns in der Kirche dieses Charisma gegeben hat, es ist nicht das einzige, es gibt viele Charismen; aber es ist ein Charisma, das uns zeigt, daß es ohne die Familien, ohne das "Ja" zum Leben keine Zukunft in der Kirche gibt. Deshalb möchte ich unseren Familien des Weges danken, ihrem Zeugnis, diesem Mut, sich überall hin senden zu lassen. Eine Familie aus Wien mit neun Kindern ist in Mission nach Istanbul gegangen, in die Türkei! Diese Familien zeigen uns, was Auferstehung ist. Brüder, ich will Euch nicht zu sehr aufhalten. Aber an diesem Ort möchte ich Papst Paul VI., Papst Johannes Paul II. und Papst Benedikt dafür danken, daß sie das getan haben, was die Arbeit des Bischofs ist, wie der heilige Paulus im 14. Kapitel des 1. Briefes an die Korinther sagt, nämlich die Charismen zu unterscheiden und zu sagen: "Das ist von Gott." Das heißt nicht, daß die Begründer heilig sind, vielleicht werden sie es, denn der heilige Thomas von Aquin hat uns erklärt, daß die Charismen Gnaden sind, kostenlos gegeben, für die Kirche und zum Aufbau der Kirche. Sie bedeuten nicht automatisch eine Heiligung des Trägers des Charismas, es ist eine Einladung auch an die Träger des Charismas sich zu heiligen, aber es ist vor allem ein Geschenk an die Kirche. Und ich sehe, hier gibt es ein Geschenk an die Kirche. Abschließend möchte ich von einer Wirklichkeit sprechen, die wir in all unseren Diözesen kennen, wo es den Weg gibt: Er ist nicht immer gut angenommen, es gibt Spannungen, man sagt, er spalte die Pfarren. Ich bin nicht sehr mutig, um immer die Schwachen, die Verfolgten zu stützen, aber eine Sache kann ich sagen: in einem Körper gibt es Spannungen, nur in einem toten Körper gibt es keine Spannungen. Und diese Spannungen sind auch ein Teil der notwendigen Umkehr. Das entschuldigt nicht die menschlichen Fehler, die immer wieder geschehen, aber wenn das Evangelium für die Umkehr verkündet wird, werden Spannungen geschaffen, die unvermeidbar sind! Wir Bischöfe müssen uns fragen, ob nicht diese Spannungen auch heilsam sein können! Weil sie uns wachrütteln, weil sie uns erlauben, uns zu fragen: was will Gott von uns? An diesem heiligen Ort möchte ich bitten, daß der Herr eintrete, auch durch verschlossene Türen, und daß er uns den Mut gebe, auch wenn uns in den letzten 40 Jahren der Mut zum "Ja zum Leben" gefehlt hat. Wir haben es gesagt, aber wir müssen es mit dieser Kraft sagen. Daß er uns das Fehlen des Mutes verzeihen möge und uns die Kraft gebe, die er den Aposteln gegeben hat, als er sie von diesem Ort ausgesandt hat. Danke für Eure Geduld. Brüder. [ENDE DER PREDIGT SEINER EMINENZ CHRISTOPH KARDINAL SCHÖNBORN.] |
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