Sunday, November 11. 2007
Posted by Padre Alex / Dr. Alexander Pytlik
in Kirchenrecht, News Kommentare, Skandal St. Pölten
Comment (1) Trackbacks (12) SEXUELLER MISSBRAUCH IN DER KIRCHE: DER HEILIGE MARTIN VON TOURS HELFE BEI DER AUFARBEITUNG
Der heutige Gedenktag des heiligen Martin von Tours (überstrahlt vom 32. Sonntag im Jahreskreis, das heißt außerhalb der liturgisch besonders geprägten Zeiten, im Kalender des ordentlichen Römischen Ritus bzw. vom fünften nachgeholten Sonntag nach Erscheinung des Herrn im Kalender des außerordentlichen Römischen Ritus) ist Anlaß, besonders an die Kinder und Jugendlichen zu denken, die von vielen Eltern gerne der Kirche und ihren Dienern immer wieder anvertraut wurden und werden. Auch der heute verlesene Aufruf der katholischen Bischöfe Deutschlands zum kommenden Diaspora-Sonntag erinnert daran: "Wo Licht ist, gedeiht Leben - das ist eine Erfahrung aller Menschen. Jesus sagt von sich: 'Ich bin das Licht der Welt.' Er durchdringt die Finsternis mit Hoffnung und neuem Leben. In seinem Namen sind auch wir gesandt, Licht der Welt zu sein. 'Tragt in die Welt nun ein Licht!' - so lautet das Leitwort der diesjährigen Diaspora-Aktion. Wir alle sind eingeladen, die Frohe Botschaft Jesu weiterzugeben: in der eigenen Familie, in unserer Gemeinde, im Beruf und in der Freizeit. Besonders unsere Kinder und Jugendlichen brauchen Menschen, die ihnen von Gott erzählen. Wer die Welt im Licht des Glaubens zu sehen beginnt, wird selbst zum Hoffnungszeichen für viele. Am 18. November 2007 begehen wir den Diaspora-Sonntag. Das Bonifatiuswerk hilft unseren Schwestern und Brüdern in den Diasporagebieten Deutschlands, Nordeuropas und des Baltikums auf vielfältige Weise, ihren Glauben zu feiern und andere Menschen für Christus zu begeistern. Wir bitten Sie um Unterstützung für diesen wichtigen Dienst durch Ihr Gebet und durch eine großzügige Spende. Zahlreiche, besonders auch junge Menschen sind auf der Suche nach Gott. Helfen wir mit, daß Christus ihnen als das Licht ihres Lebens aufgeht!"
Zahlreiche Segnungen sind den Kindern gewidmet, und dies entspricht dem Willen unseres Herrn Jesus Christus. So heißt es in der Collectio Rituum des außerordentlichen Römischen Ritus: "Herr Jesus Christus, Du bist zwar seit Ewigkeit der Sohn des lebendigen Gottes, hast aber in der Zeit ein Menschenkind werden wollen: Du liebst die Unschuld der Kleinen, und darum hast Du die Kinder, die man zu Dir gebracht, liebreich umarmt und gesegnet: so gib auch diesen Kindern schon jetzt den reichsten Segen Deiner Liebe!" Und in der deutschsprachigen Studienausgabe des Benediktionale heißt es: "Herr Jesus Christus, schau auf diese Kinder, die ihre Lampen in Händen tragen; segne sie, damit sie bereit sind, nach dem Vorbild des heiligen Martin anderen zu helfen und zu teilen, was sie besitzen. Vertreibe mit Deinem Licht Angst und Trauer. Schenke ihnen Freude, andere Menschen froh zu machen." Das Benediktionale erinnert daran, daß der Martinszug der Kinder mit den Lichtern ein Teil jener Lichtsymbolik ist, die an Allerseelen begonnen hat und über den Advent und die Weihnachtszeit bis zum letzten weihnachten Festtag, Mariä Lichtmeß, führt, weshalb auch der Christbaum bis zum 2. Februar verbleiben kann und soll. Das Martinsfest spiele vielerorts eine große Rolle: denn nach diesem Tag begann diesseits der Alpen bis ins Jahr 800 hinein die sechswöchige bußstrenge Adventszeit. Das Fest des Patrons der Franken war daher der letzte Feiertag vor dem Advent, an dem man noch einmal gut aß und trank und sich vergnügte. Und da im Jahr 2008 die Fastenzeit sehr früh beginnt, war es angemessen, heute nicht nur den speziellen Kindersegen zu Ehren des heiligen Bischofs Martin zu spenden, sondern auch nach den Heiligen Messen kleine süße Überraschungen zu verteilen. Das Martinsfest - so unser Benediktionale weiter - stelle im Bild des barmherzigen Bischofs aus dem vierten Jahrhundert die Verantwortung für den leidenden Mitmenschen besonders deutlich vor Augen, weshalb es meiner Meinung nach angemessen ist, ein für nicht wenige unangenehmes Kapitel offensiv aufzuschlagen, nämlich: wie Kinder einen erlittenen sexuellen Mißbrauch überhaupt verarbeiten konnten bzw. aufgearbeitet haben. Besonders tragisch sind die Mißbrauchsfälle dann, wenn dafür kirchliche Amtsträger und Mitarbeiter Verantwortung tragen und auch - in jedem einzelnen Fall - mit allen Konsequenzen ihre persönliche Verantwortung übernehmen müssen und müßten. Die Eltern sollen wachsam sein, aber die Kirche darf aufgrund der von ihr geforderten hohen Ansprüche in der Priesterausbildung die letzte Verantwortung nicht auf die Eltern abschieben. Inspirierte Menschenkenntnis darf von den Eltern insbesondere bei Bischöfen, Äbten und Priesterausbildnern vorausgesetzt werden, auch wenn tragische Irrtümer nicht selten dagegen sprechen. Im Kampf gegen sexuellen Mißbrauch von Kindern gab es daher kürzlich in den Niederlanden eine Diskussion über verpflichtende polizeiliche Führungszeugnisse auch für katholische Priester in den Niederlanden. Die von mehreren Parlamentsparteien unterstützte Forderung war nach einem Bericht im niederländischen Fernsehen laut geworden. Darin hieß es, daß sich katholische Pfarrer in einzelnen Fällen auch nach ihrer Verurteilung wegen Sittendelikten weiter um Kinder hätten kümmern dürfen. Nun aber zu konkreten Beispielen, zum Teil ganz aktuell. Vor etwas mehr als einem Jahr brachte BBC einen Beitrag über sexuellen Mißbrauch ("Sex crimes and the Vatican. Panorama investigates a secret document which critics say has been used to silence child abuse victims. Crimen Sollicitationis was enforced for 20 years by Cardinal Ratzinger before he became Pope. This film was first broadcast on BBC One and at bbc.co.uk/panorama on October 1 2006.") im Rahmen der Katholischen Weltkirche. Auch wenn die Vorwürfe gegen den regierenden Papst, Seine Heiligkeit Benedikt XVI., radikal zurückgewiesen werden müssen und einige römische Dokumente im genannten Beitrag völlig falsch verstanden oder mißinterpretiert worden sind, so sind die einzelnen erwiesenen Fälle in den USA, in Südamerika oder in Irland schockierend. Wer sich angesichts dessen noch über die hohen Entschädigungszahlungen in den USA wundert, muß lernen, daß in unserer Welt Schadenersatz primär in Geld ausgedrückt werden kann und muß, weshalb es oft ein Grundirrtum der Opfer oder ihrer Eltern ist, von vornherein auf jegliche Geldforderungen zu verzichten oder unangemessen niedrige Vergleiche zu unterzeichnen, womöglich sogar unter Inkaufnahme eines durchaus unmenschlichen Schweigegebotes. BBC irrte aber eben beim Vorwurf des römischen Vertuschens: daß sexueller Mißbrauch im Falle Minderjähriger (noch nicht 18jährig) von den einzelnen Diözesen seit mehr als sechs Jahren immer an den Heiligen Stuhl in Rom zu melden ist, dient genau dem Gegenteil von Vertuschung. Somit hat der regierende Papst in Wirklichkeit an einer längst notwendigen Reform und Verbesserung der kirchlichen Strafgerichtsbarkeit mitgearbeitet. Im Schreiben des damaligen Joseph Kardinal Ratzinger (Epistula ad totius Catholicae Ecclesiae Episcopos aliosque Ordinarios et Hierarchas interesse habentes de delictis gravioribus eidem Congregationi pro Doctrina Fidei reservatis) vom 18. Mai 2001 heißt es unter anderem: "Wenn ein Bischof oder Hierarch auch nur vage Kenntnis von einer derartigen Straftat hat, muß er sie nach abgeschlossener Voruntersuchung an die Glaubenskongregation weitermelden ... bei einer von einem Kleriker begangenen Straftat an einer minderjährigen Person beginnt die Verjährung (10 Jahre) erst mit dem Tag, an dem die Person das 18. Lebensjahr vollendet hat (...) Durch diesen Brief, der im Auftrag des Papstes an alle Bischöfe der Katholischen Kirche, an die Höheren Oberen der klerikalen Orden päpstlichen Rechts und der klerikalen Gesellschaften des apostolischen Lebens päpstlichen Rechtes und an andere Bischöfe und Hierarchen, die er angeht, gesandt wurde, sollen nicht nur schwere Straftaten generell vermieden werden. Er bezweckt darüber hinaus, daß Bischöfe und Hierarchen wachsame Seelsorge betreiben, um vor allem für die Heiligkeit der Priester und der Gläubigen Sorge zu tragen, auch mit Hilfe notwendiger Strafen." Auch wenn die von der Kongregation für die Glaubenslehre geregelten einzelnen Strafverfahren der traditionellen Päpstlichen Geheimhaltung unterliegen, sind Medien und Interessierte in keiner Weise gehindert, öffentlich aufliegenden Informationen und Spuren nachzugehen und diese auch zu kommentieren. Deshalb ist BBC hier einem Mißverständnis aufgesessen, abgesehen davon, daß die Geheimhaltung unter Umständen auch ein gewünschter Schutz einzelner Opfer sexuellen Mißbrauchs sein kann. In dem von der Fe-Medienverlags GmbH vertriebenen und von Paul Badde und Dr. Norbert Neuhaus herausgegebenen www.vatican-magazin.de (Chefredaktion: Guido Horst und Christina Badde) ist im Heft 11/2007 (S. 56 - 64) ein erschütternder Essay unter dem Titel "Er sah aus wie Don Camillo. Ein hohes Lied des Zölibats. Ein Mißbrauchsopfer berichtet" abrufbar (VATICAN magazin oder auf dem Sicherungsserver). Dieses namentlich nicht gezeichnete, aber von der namentlich bekannten und seriösen Redaktion überprüfte Dokument kann als ein außergewöhnliches Beispiel einer (Nicht)bewältigung sexuellen Mißbrauchs von Seiten eines Priesters angesehen werden: "Die ganze Weltkirche leidet unter diesem Phänomen. Unser Autor berichtet von einem Fall, dem seinigen. Seine Anklage ist hart - aber sein Fazit ist klar (...) Längst ist der Pfarrer im Mittelfeld der Rankings versackt. Ärzte, Krankenschwestern, Polizisten, Hochschullehrer haben ihn an Ansehen überholt. Es liegt nicht an übler Nachrede, nicht an Überforderung, nicht an schlechter Ausbildung und schon gar nicht an der viel gescholtenen Säkularisierung. Es liegt an Nachrichten aus Wien, St. Pölten, Boston, St. Louis, Regensburg und neuerdings wieder Rom, die das Wort Priester zu einem Synonym der Schande gemacht haben. Die ehemals hohe Reputation der Gottesmänner wurde auf eine skandalöse Weise verspielt (...) Ich habe Verbrecher im Priesterrock erlebt, aber auch die bedeutendsten, verehrungswürdigsten und größten Menschen, die ich in meinem Leben kennen gelernt habe. Ich halte dafür, daß das eine vom anderen unterschieden werden kann. Unter den zehn bis zwanzig Prozent Priesterdarstellern sind es nicht nur die parasitären Homosexuellen-Netzwerke, die den Stand untergraben und ihn zum Letzten machen. Es sind auch die schmierigen Gesellen, die ihre Finger nicht einmal in der Sakristei bei sich behalten können; es sind die Alkoholiker, die Internet-Junkies, die Vielfraße, die kaum überspielen können, daß sie für alles eine Berufung haben, bloß nicht für das Priesteramt. Wo kommen sie bloß her, all diese unglücklichen, maskenhaften, verzweifelten Figuren, die der Gemeinde Christi das Evangelium der Freude verkündigen sollen? Irgendjemand hat sie wohl eingefangen und in die Kutte gesteckt. Aber aus dem Priesterkragen schaut kein frohes Gesicht, nicht selten freilich Geilheit und Überdruß. Ja, wo kommen sie her? Ich habe meine Meinung dazu: es ist nicht nur in St. Pölten der Wahnsinn gewesen, der sich da fortzeugte. Krumme Priestergestalten 'machen' krumme Priester. Immer und überall (...) Der Zölibat ist Freiheit und Liebe, oder er ist widerlicher Dreck, der die Menschen zerstört und obendrein die Kirche kaputtmacht. Eine Priesterberufung ist eine Liebesgeschichte mit Gott, in der es wie in jeder echten Liebesgeschichte um alles oder nichts geht. Es ist wie beim Werben um eine schöne, kluge Frau, die dir zwei Dinge signalisiert: 1. Du kannst mich haben; 2. es kostet Dich dein Leben. Das muß man wollen, muß es in letzter Freiheit wollen, weil man total hingerissen ist und nicht anders kann. Liebe ist immer ein radikales Sichverschenken. Ein Priester muß leuchten und glühen vor Hingabe an Gott. Wenn das nicht in ihm ist, soll er / darf er / kann er gar nicht erst anfangen. Wie konnten Kirchenstrategen auf die Idee verfallen, dieses Amt als Beruf zu verkaufen, mit tollen Aufstiegsmöglichkeiten, freilich einigen unschönen, aber marginalen Einstellungsbedingungen: keine Weiber, sonst aber alles? Der Übergriff war wie ein Brandzeichen in meiner Seele, das mich bis zum Jüngsten Tag mit meinem Mißbraucher verbinden sollte. Was er mit mir gemacht hatte, wurde für mich Stigma der Absonderung. Mein mir selbst fernes Geheimnis katapultierte mich hinaus aus der Gemeinschaft der Menschen. Ich war eingeschlossen in einem Gehäuse aus letzter Einsamkeit und namenloser Angst. Ich weiß nicht, warum ich nicht die Kraft hatte zu fliehen. Ich weiß nicht, warum ich wie ein gefangenes Tier in diesem Haus blieb, warum ich Dankbarkeit heuchelte, den Sohn spielte, den zum Priesteramt prädestinierten Zögling und Vertrauten von Herrn Pfarrer, dem man mit Ehrfurcht und Hochachtung begegnete (...) Man hätte mich nicht weihen dürfen. Man tat es. Die Verantwortlichen wußten nicht genug von mir. Ich selbst kannte meine eigene Geschichte kaum. Am Tag meiner Primiz litt ich unter einem solchen Asthmaschub, daß ich unfähig war, die Messe zu lesen (...) Die Verwüstungen meiner Seele waren tiefgreifend, der Rückweg ins Leben steinig, schwer und von mancherlei Abstürzen begleitet. Den Glauben habe ich nicht verloren. Gott war das einzige, was mich in meiner Einsamkeit aufrecht hielt. Ohne ihn wäre ich verzweifelt. An die Kirche mußte ich mich mühsam, geradezu millimeterweise heranrobben. Gute Theologie hat mir geholfen, Hans Urs von Balthasar, Romano Guardini, Joseph Ratzinger. Schließlich entdeckte ich in den letzten zehn Jahren eine neue Dynamik in mir, eine Sehnsucht nach Hingabe, nach Gott, nach der vollen Gestalt des Glaubens, nach vielem, was ich in mir emotional so zugerichtet und entstellt und belastet vorfand. Das 'Vaterunser' lernte ich neu beten, gegen die Vätererfahrungen, die ich gemacht hatte. Mit meinen Eltern mußte ich mich versöhnen. Mit dem Vater, der nichts verstand und wohl im Himmel erst meine wahre Geschichte sah; mit meiner Mutter, die mehr unter der Last unserer gemeinsamen Geschichte litt als ich selbst. Da sind Fragen, die ich mir im Rückblick stelle: Es muß Leute gegeben haben, die von den pädophilen Neigungen meines Mißbrauchers wußten. Er muß auch anderen an die Hose gegangen sein. Da war der Kaplan, der dem Pfarrer über Nacht entzogen wurde, kurz bevor er sich an mir verging. Da war die Dienststelle, die den Pfarrer plötzlich in das hinterste Dorf einer weit entfernten Diözese versetzte (es handelte sich um einige menschenverlassene Dörfer, in der gleich eine ganze Reihe aussortierter Priester der Diözese lebten; bei einigen war es der Alkohol, bei anderen stelle ich nur Vermutungen an) ... Wir haben nicht zu wenige Priester, wir haben zu viele. Wahrscheinlich haben wir zu wenig Gläubige. Wir haben jedenfalls genau so viele echte Priester (und Ordensleute), wie wir echte Gläubige haben. Das ist ein mystisches Gesetz in der Kirche. Gott läßt seine Kinder nicht alleine, niemals! (...) Die reißenden Wölfe sind aber dennoch schon längst in die Katholische Kirche eingedrungen. Nicht wenige von ihnen tragen Priesterkragen. Das Zeugnis für unseren Herrn, welches das Angesicht der Erde verändern soll, wird überall in der Welt beschmutzt von kinderschänderischen Priestern und verkommenen Klerikern und denen, die ihr schändliches Tun noch decken. Führen Sie, Heiliger Vater, die überfällige Scheidung der Geister herbei! Jagen Sie die Mißbraucher aus dem Amt und diejenigen, die ihre Taten schönreden, gleich hinterher. Gewiß gibt es eine notwendige Solidarität des Hirten zu den Mithirten. Doch um wie vieles wichtiger ist die Solidarität des Hirten zu Schafen, zu den Kleinen, den Wehrlosen, den Opfern, von den es bei Matthäus heißt: 'Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde." (Mk 9,42). Im Namen dieser Kleinen bitte ich Sie, Heiliger Vater: Räumen Sie auf! Haben Sie keine Angst vor dem Skandal. Er wird nur größer durch falsches Schweigen. Nicht die Wahrheit erschüttert die Kirche, sondern die Lüge. Die Wahrheit wird uns frei machen. Ich bitte Sie auch im Namen der vielen Priester, Seminaristen und Ordensleute, die in Mithaftung genommen werden für die Schandtaten der Frevler. Lassen Sie deren Ehre nicht zu Schanden werden und ihre Arbeit mit Füßen treten. Zuletzt bitte ich Sie für die nächste Generation Christen, die zu Ihnen aufschaut. Unter ihnen sind viele, die ihr Leben geben möchten für die Reevangelisierung Europas. Sie brauchen Priester, die sie lieben können: Menschen, für die sie durchs Feuer gehen, weil sie ihnen die Gegenwart Christi verkörpern." Diese im www.vatican-magazin.de genannte Solidarität des Hirten mit den Schafen vermißt auch ganz besonders http://michaeltfirst.blogspot.com - seine glaubwürdigen Informationen über den an ihm geschehenen Mißbrauch machen klar, wie wichtig es ist, die Hilfe eines guten und professionellen Rechtsanwaltes in Anspruch zu nehmen. Leider ist eine solche Unterstützung oft sehr teuer. In seinem Blogbuch schreibt er: "Weil ich keinen Rechtsanwalt fand, der mir helfen wollte, daß ich endlich das mir zustehende Schmerzensgeld von der Katholischen Kirche erhalte, begann ich eben ohne Rechtsbeistand zu verhandeln. Und ohne Beistand eines Rechtsanwaltes unterzeichnete ich dann folgenden Generalvergleich von Herrn Kardinal Schönborn: 'Herr Tfirst erhält ohne Anerkennung einer diesbezüglichen Rechtspflicht durch die Erzdiözese Wien einen Betrag von EURO 3700,00 ausbezahlt. Dieser Betrag wird zur Abgeltung aller Ansprüche aus allen möglichen Rechtstiteln im Zusammenhang mit den von Herrn Tfirst beschriebenen Tatbeständen des sexuellen Mißbrauchs und der sexuellen Belästigung durch Priester oder haupt- oder ehrenamtliche Mitarbeiter der römisch- katholischen Kirche geleistet und angenommen. Herr Tfirst erklärt, in Hinkunft keinerlei Forderungen aus dem Sachverhalt gegen Einrichtungen der römisch-katholischen Kirche, deren Mitarbeiter oder Repräsentanten zu erheben und verpflichtet sich, diese von ihm geschilderten Vorkommnisse auch nicht Dritten gegenüber oder in einer für Dritten wahrnehmbarer Weise zu erwähnen, insbesondere zu veröffentlichen.' " Offenbar ist dieser sogenannte Generalvergleich ohne Datum und ohne Ort unterschrieben. Es wäre auch zu prüfen, in welcher psychischen Lage sich das in seinen Schilderungen immerhin ernstgenommene Opfer zum Zeitpunkt der Unterzeichnung befand. Daß die ausgezahlte Summe ausreicht, um als Schadensersatz zu gelten, darf stark bezweifelt werden, auch wenn wir eine andere Rechtspraxis kennen als in den Vereinigten Staaten. Besonders unmenschlich empfinde ich persönlich das "Schweigegebot", das im konkreten Fall völlig sinnlos erscheint und den Opfern in ähnlichen Fällen psychisch schadet. Dies wird man in Hinkunft allgemein anprangern müssen. Doch diese beiden aktuellen Fälle - der eine ohne Namensnennung in dem seriösen Magazin und der andere mit Namensnennung sowie glaubwürdig in bezug auf die eigene Geschichte - werden leider nur ein Teil der nicht bekannten Fälle sein. Es gibt also noch viel zu tun, und viele Amtsträger in der Kirche müssen zur Kenntnis nehmen, daß wir in einer Mediengesellschaft leben, unwiderruflich und unumkehrbar. Dagegen noch mit Schweigegeboten ankämpfen zu wollen, ist grotesk und schadet dem großen Anliegen der Glaubwürdigkeit der so wichtigen Heilsverkündigung der Kirche Christi. Bitten wir also den heiligen Martin von Tours, daß der rechte Mut sich mit echter Solidarität verbinde und daß immer mehr Menschen rechtzeitig einen sexuellen Mißbrauch auf allen Ebenen stoppen. Euer Padre Alex - Vizeoffizial Mag. Mag. Dr. Alexander Pytlik http://www.internetpfarre.de Comments
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Auch wenn Ihr Artikel außergewöhnlich beeindruckend ist - es gehört sofort gehandelt - solange die Vergangenheit nicht aufgearbeitet ist, wird es für die (auch meine) Kirche keinen Frieden geben.
Das Zölibat kann allein an diesen Zuständen nicht schuld sein, ich besuche jedenfalls solange keinen Gottesdienst mehr bis das aufgearbeitet ist. Natürlich bin ich gerne bereit, Sie Herr Padre wieder zu treffen - aber ohne die Begleitung von damals. Nicht daß ich etwas gegen die Leute hätte - eine Diskussion kann so nicht zustandekommen.
Es ist eine infantile Trotzreaktion, nicht in die Kirche zu gehen, weil manche Priester unverantwortlich handeln. Es ist ungerecht, alle Priester in einen Topf zu werfen. Es gibt viele katholische Priester, eben auch Herrn Dr. Pytlik, die ihr Amt ernst nehmen und in Würde ausüben. Deshalb sollte man Priester bei dieser Aufgabe unterstützen und diese nicht immer von sämtlichen Seiten her angreifen. Herzlichen Gruß von einem Gläubigen, der trotzdem noch die Heilige Messe besucht.
Ein beeindruckender, sehr guter Artikel!
Sehr geehrter Herr Dr. Pytlik!
Ich werde doch nicht zu dem geplanten Treffen kommen. Ich habe derzeit einige Untersuchungen wegen meinen häufigen Erstickungsanfälle in der letzten Zeit. Die lange Zeitdauer meiner Bulimie von 33 Jahren (ausgelöst durch die sexuellen Mißbräuche) hat bei mir lebensgefährliche Spuren hinterlassen. Ich bin fast 52 Jahre alt und zurzeit geht es mir wegen den immer häufiger werdenden Erstickungsanfällen gesundheitlich sehr schlecht. Meine Gattin und meine drei Söhne haben Angst um mich, daß ich draufgehe. Und wegen meiner drei dauerluxierenden Gelenke muß ich z. Z. auch auf der Straße überall sehr aufpassen, da bei Kälte die Bereitschaft für Luxationen noch größer als sonst ist (bei mir ist das zumindest so). Ein Zwerchfellfurchtritt wurde übrigens zufällig bei den Untersuchungen (wegen der Erstickungsanfälle) bei mir festgestellt, den ich mit ziemlicher Sicherheit auf den Sprung aus dem Turmzimmer vom Stift Göttweig zurückführe. Ich habe schon seit damals (also seit 30 Jahren) so ein komisches Gefühl im ganzen Bauchbereich, ich verspürte den Schmerz aber erst einige Tage nach dem Sprung. Bei Ärzten habe ich mehrmals (im Lauf der Jahrzehnte) angeben, daß ich im Oberbauchbereich etwas habe und dort öfters Schmerzen verspüre. Sehr geehrter Herr Dr. Pytlik, Sie haben das Angebot gemacht, daß Herr Wolfgang Kirchleitner an unserem Treffen teilnehmen kann, deswegen schicke ich ihm diese Nachricht ebenfalls, daß ich nicht komme. Ich habe Eva N. gefragt, ob Sie mit mir zu diesem Treffen bei Ihnen kommen will, sie sagte zu, und sie wollte mit ihrem Mann kommen. Daß die beiden mitkommen, hätte ich Sie vorher noch wissen lassen. Doch nach einem fast 15jährigen Kampf der Familie N. mit der katholischen Kirche ist Herr N., der Vater des Opfers, am 17. November 2007 verstorben. Die katholische Kirche bzw. die Erzdiözese Wien (seit 11 Jahren unter der Leitung Kardinal Schönborns) konnte sich ja bis jetzt drücken, Schmerzensgeld zu bezahlen. Den Fall Manuel N. von den Schulbrüdern dokumentiere ich mit Zeitungsartikel, Polizeiberichten, Gutachten usw., usf. auf meiner Homepage. Es gelang auch in diesem Fall der katholischen Kirche mit Verbindung des Konkordates die österreichische Justitia erblinden zu lassen. Ich werde demnächst ein Werk von mir (mit ungefähr 300 Seiten), genannt Klostertreiben, im Internet veröffentlichen. Da werden Sachverhalte öffentlich gemacht, womit ein Raunen durch die österreichische Klöster- und Kirchenlandschaft gehen wird. Ich nenne z. B. u. a. Namen von Frauen, die verheiratet waren oder früher minderjährig waren, als sich Pater N. K. (siehe dazu Eintragungen über Pater N. auf meiner Site) sexuell an sie heranmachte. Immerhin war ich nicht nur ein Insider, sondern ich habe auch nach wie vor gute Informanten. Ausschweifende Kneipabende von Burschenschaftern mit Verbindungsbrüdern (Priester der katholischen Kirche) sind auch Thema. Und viele, viele Liebschaften (oft erzwungene) zwischen Mönchen mit Vorgesetzten der Hierarchie in Klöstern sind ebenfalls Thema (alle mit Namensnennungen). Ich denke, und mittlerweile werden vermutlich Sie und andere Kirchenleute das auch schon denken, daß es wohl besser gewesen wäre, wenn die Leute rund um Kardinal Schönborn meine Lebensgeschichte hinter meinem Rücken öffentlich nicht komplett in Frage gestellt und mich weiter überall als Irren diffamiert hätten. Mit freundlichen Grüßen Michael Tfirst P.S. Meine Ziviklage gegen Herrn B. will ich ebenfalls baldigst im Bezirksgericht Josefstadt einreichen (Verjährungsfristen). |
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