Dienstag, 26. Januar 2010
DIENER GOTTES JOHANNES PAUL II. AUF ... Geschrieben von Padre Alex / Dr. Alexander Pytlik
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19:30
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DIENER GOTTES JOHANNES PAUL II. AUF DEM WEG ZUR SELIGSPRECHUNG
Der verehrungswürdige Diener Gottes Johannes Paul II. ist auf dem Weg zur Seligsprechung und Heiligsprechung und somit zur Ehre der Altäre. Nachdem Seine Heiligkeit Papst Benedikt XVI. die römische Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse am 19. Dezember 2009 autorisiert hatte, unter anderen das Dekret über die heroischen Tugenden des verstorbenen Papstes Johannes Paul II. (Karl Wojtyła, geboren am 18. Mai 1920 in Wadowice, Polen, und verstorben am 2. April 2005 in Rom) zu promulgieren, ist heute in Rom ein ganz wichtiges Buch über Johannes Paul II. vor seinem morgigen Erscheinen vorgestellt worden, unter dem Titel "Perché è santo. Il vero Giovanni Paolo II raccontato dal postulatore della causa di beatificazione" (Rizzoli, 196 Seiten: "Warum er heilig ist: der wahre Johannes Paul II., dargestellt vom Postulator des Seligsprechungsverfahrens"). Msgr. Slawomir Oder hat als amtlicher Hauptbefürworter der Seligsprechung gemeinsam mit dem Journalisten Saverio Gaeta das Werk verfaßt und somit schon vor dem Tag der Seligsprechung des verstorbenen Papstes den entscheidenden Beitrag dazu geleistet, Angriffe von "ganz links" und "ganz rechts" - um es vereinfacht zu sagen - gegen die Seligsprechung des Dieners Gottes Johannes Paul II. abzuwehren. Er zeigt damit auch exemplarisch, daß ein Postulator als "Anwalt" des Seligzusprechenden nicht nur alle Argumente und Beweise zu sammeln, sondern auch für die bessere Bekanntmachung des betreffenden Dieners Gottes zu sorgen hat.
Aus den mir vorliegenden italienischsprachigen Quellen stelle ich eine kleine Buchvorstellung zusammen und biete die wörtliche Übersetzung eines Teiles über Ali Agca. "Eines Tages sah eine der im päpstlichen Appartment beschäftigten Ordensschwestern Johannes Paul II. besonders erschöpft und vertraute ihm an, um 'Eure Heiligkeit besorgt zu sein'. 'Auch ich bin um meine Heiligkeit besorgt' war die schlagfertige Antwort des lächelnden Papstes. Jetzt, da sich der Weg des Seligsprechungsverfahrens von Karol Wojtyla seinem natürlichen Abschluß nähert, erweist sich diese Sorge als unbegründet. Seine Tugenden - Glaube, Hoffnung, Liebe; aber auch Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Maßhalten; und dann noch Keuschheit, Armut, Gehorsam - haben sich in ihrer strahlenden Fülle gezeigt, dank der Zeugnisse derer, die im kanonischen Prozeß ausgesagt haben". So beginnt das Buch, das Slawomir Oder, der polnische Priester und Postulator der Seligsprechungscausa von Johannes Paul II. über den medienpräsentesten Papst der Geschichte geschrieben hat, bei dem die meisten vermeinen, schon alles über ihn zu wissen, weil sie ihn selbst gesehen hatten, persönlich gehört hatten oder viele seiner Ansprachen und Interpretationen gelesen hatten. Und doch sagte Karol Wojtyla über sich selbst: "Sie versuchen mich von außen her zu verstehen. Aber ich kann nur von innen her verstanden werden." Und nichts erkundet das Leben einer Person mehr von innen her als ein kirchenrechtlicher Seligsprechungsprozeß. So hat das Verfahren dank der in den diözesanen Erhebungen 114 zu Wort gekommenen Zeugen und unter Verwendung von im Laufe des Verfahrens aufgetauchten nicht veröffentlichten Dokumenten völlig unbekannte Aspekte ans Licht gebracht, die das ganze menschliche, spirituelle und kirchliche Leben des Papstes ganz neu ausleuchten. Im genannten Buch macht der Postulator des Verfahrens zum ersten Mal die Wahrheit über die Dokumentation der polnischen Geheimdienste bekannt, weiters den unveröffentlichten "offenen Brief" an den Attentäter Alì Agca, die Zeugnisse über die übernatürlichen Visionen des Papstes, einen unveröffentlichten Text zur Thematik eines möglichen Rücktritts aus gesundheitlichen Gründen und viele kleine unbekannte Episoden, die wie Mosaiksteine das spirituelle Profil des Dieners Gottes Karol, des Großen, erstehen lassen. Am 27. Dezember 1983 hatte Johannes Paul II. bekanntlich ein langes und intensives Gespräch mit seinem Attentäter im römischen Gefängnis von Rebibbia. Später erklärte der Papst: "Heute konnte ich meinen Attentäter treffen und ihm nochmals meine Vergebung ausdrücken, wie ich es sofort getan hatte, sobald es mir nach dem Attentat möglich war. Wir haben uns als Menschen und Brüder getroffen, und alle Geschehnisse unseres Lebens führen uns zu dieser Brüderlichkeit". Der Papst vergab Alì Agca von Anbeginn, was er der Welt schon beim Beten des Regina Coeli am 17. Mai 1981 aus dem Poliklinikum Gemelli mitteilte: "Ich bete für den Bruder, der mich getroffen hat, dem ich aufrichtig vergeben habe". Eine Haltung, die sofort symptomatischen Wert annahm und viele Gewissen erschütterte, was aus den verschiedenen Zeugnissen hervorgeht. Nicht zuletzt jenes des polnisches Generals Jaruzelski: nachdem dieser bei einem Attentat 1994 schwer verletzt worden war, entschied er, die Verantwortlichen nicht zu verfolgen, und legte dar, wie ihn das Beispiel des Papstes eingenommen hätte. Unveröffentlicht ist hingegen der "offene Brief", den der Heilige Vater am 11. September 1981 im Hinblick auf die Generalaudienz des nachfolgenden 21. Oktober 1981 begonnen hatte. Doch er hielt dann die vollständige Veröffentlichung nicht für ratsam, möglicherweise aus Klugheitsgründen in Verbindung mit den damals laufenden Ermittlungen. Die aufgefundenen zwei handschriftlichen Seiten, welche oberhalb mit einem großen X gekennzeichnet waren, lauten wörtlich: "1. Auch heute wünsche ich, einige Worte dieses unseres Zusammentreffens während der Audienz dem mit dem Ereignis des 13. Mai in Verbindung stehenden Thema zu widmen. An jenem Tage sind sich zwei Menschen begegnet: einer, der dem anderen das Leben zu nehmen trachtete - und jener andere, dem man das Leben zu nehmen trachtete. Die Göttliche Vorsehung hat jedoch bewirkt, daß dieses Leben nicht genommen wurde. Und deshalb kann sich jener andere Mensch an den ersteren wenden, kann mit ihm sprechen - und das scheint unter Berücksichtigung der Natur des Geschehens besonders bedeutsam und sachdienlich. Es ist wichtig, daß nicht einmal eine Episode wie jene des 13. Mai eine Kluft zwischen dem einen und dem anderen Menschen schaffen kann, um so eine völlige Stille zu bewirken, die den Abbruch jeder Kommunikation bedeutet. Christus - das fleischgewordene Wort - hatte uns über diese Wahrheit mit Worten belehrt, der nie aufhört, den Kontakt zwischen den Menschen herbeizuführen, trotz der Distanz, die von Geschehnissen herrührt, die manchmal den einen gegen den anderen stellen. Und so ist das, was ich euch, meinen lieben Zuhörern der Audienz, sagen möchte, doch auch in gleicher Weise an diesen meinen Bruder gerichtet, der mir am 13. Mai das Leben nehmen wollte, und auch wenn sich dies nicht verwirklicht hat, so ist er die Ursache vieler Verletzungen geworden, die ich für einige Monate behandeln werde müssen. So sind meine heutigen Worte in einem gewissen Sinn ein 'offener Brief' (vielleicht in Teilen ähnlich jenem vor einiger Zeit von Paul VI. geschriebenen Brief, nachdem Aldo Moro entführt worden war, aber gleichzeitig davon sehr zu unterscheiden). 2. Das erste Wort dieses 'Briefes' - besser, dieser offenen Rede - ist bereits am 17. Mai öffentlich gesagt worden, während des Angelus. Erlaubt mir, diesen Text zu zitieren (alles zu zitieren oder wenigstens jenen Teil, der von der Vergebung spricht ... vielleicht wird es besser sein, alles zu bringen, um auch an zwei Personen zu erinnern, die verletzt worden waren!) Am Sonntag, dem 17. Mai, sind diese Worte öffentlich gesagt worden. Aber die Möglichkeit, sie noch früher auszusprechen, in der Ambulanz, die mich vom Vatikan in das Poliklinikum Gemelli brachte, wo der erste und entscheidende chirurgische Eingriff gemacht wurde, betrachte ich als Frucht einer besonderen mir von Jesus gewährten Gnade, von meinem Herrn und Meister. Ja! Ich glaube, daß es eine besondere Gnade des gekreuzigten Jesus war, der unter den verschiedenen auf Golgota ausgesprochenen Worten vor allen anderen jenes 'Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun' ausgesprochen hatte. Der Akt der Vergebung ist die erste und fundamentale Bedingung, damit wir Menschen nicht gegenseitig voneinander getrennt und einer gegen den anderen gestellt sind. Weil wir bei Gott, der unser Vater ist, das Einvernehmen und die Einheit finden. Dies ist wichtig und wesentlich, wenn es um das Verhalten des einen Menschen gegenüber dem anderen geht, aber auch ..." Die Generalaudienz vom 21. Oktober 1981 handelte dann in der Tat von der Vergebungsbereitschaft und nahm auch Bezug auf das Attentat, aber nicht in der zuvor nachlesbaren Ausführlichkeit. In deutscher Sprache faßte der Diener Gottes Johannes Paul II. damals zusammen: "Liebe Brüder und Schwestern! Herzlich heiße ich euch alle zu dieser Audienz willkommen. Unsere Gedanken gehen heute noch einmal zurück zum Geschehen vom 13. Mai. Schon am Tage des Attentats und beim nachfolgenden sonntäglichen Angelusgebet habe ich dem Attentäter in christlicher Liebe verziehen. Christus selbst hat uns dazu nachdrücklich ermahnt und uns in seiner eigenen Todesstunde ein leuchtendes Beispiel gegeben, indem er am Kreuz für seine Henker betete: 'Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun'. Seit Kains Bluttat ist jeder Mord ein Brudermord dessen Blut von der Erde laut zu Gott gen Himmel schreit. Beten wir für alle, die sich auch heute noch dadurch ihre Hände und ihr Gewissen beflecken: 'Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern'." Das neue Buch enthält dann noch weitere Hinweise auf das heiligmäßige Leben und Sterben des Dieners Gottes Johannes Paul II., unter anderen auch seine freiwilligen Bußübungen und sein persönliches Fasten. So freue ich mich schon sehr auf den Tag der Seligsprechung des verstorbenen Papstes. Für mich persönlich steht über dem Pontifikat des verehrungswürdigen Papstes das, was er in der großen Moralenzyklika "Glanz der Wahrheit" in der Nummer 26 geschrieben hatte: "Kein Riß darf die Harmonie zwischen Glaube und Leben gefährden: die Einheit der Kirche wird nicht nur von den Christen verletzt, die die Glaubenswahrheiten ablehnen oder verzerren, sondern auch von jenen, die die sittlichen Verpflichtungen verkennen, zu denen sie das Evangelium aufruft (vgl. 1 Kor 5, 9-13)." So hat die Kirche viele Heilige hervorgebracht, und so laufen viele andere Seligsprechungsverfahren verschiedenen Orten bzw. Diözesen der Katholischen Kirche. Ich verweise abschließend nur auf zwei wieder aufgenommene Prozesse, die mir ein wenig vertrauter sind: so auf die Wiederaufnahme des Seligsprechungsverfahrens für den verstorbenen Jesuiten Pater Jakob Rem SJ und für den verstorbenen Diözesanpriester und berühmten Professor für Sozialethik, Johannes Messner. Da es sich auch bei diesen beiden um keine Blutmärtyrer handelt, ist so wie im Falle des verstorbenen Papstes Johannes Paul II. ein Wunder auf die Fürsprache des Seligzusprechenden nachzuweisen. So dürfen und sollen wir die im Blogeintrag genannten und alle anderen uns bekannten Diener und Dienerinnen Gottes häufig anrufen und so dem Willen des dreifaltigen Gottes noch besser entsprechen. Im Gebet verbunden, Euer Vizeoffizial Dr. Alexander Pytlik - Padre Alex Samstag, 14. November 2009
NIEMALS WERDEN KATHOLISCHE BISCHÖFE ... Geschrieben von Padre Alex / Dr. Alexander Pytlik
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12:47
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NIEMALS WERDEN KATHOLISCHE BISCHÖFE ÖSTERREICHS FRISTENLÖSUNG AKZEPTIEREN
Die katholischen Bischöfe Österreichs haben ein für alle Mal klargestellt, daß die von Papst Johannes Paul II. in der verbindlichen Lebensenzyklika Evangelium vitae verurteilte Straffreistellung für die bewußte Abtreibung unschuldigen ungeborenen Menschenlebens und somit die in Österreich positivrechtlich geltende Fristenlösung niemals ihre Zustimmung finden kann. Damit nehmen sie auf dem Hintergrund des diesbezüglich enttäuschenden "Ökumenischen Sozialwortes" eine klare Position ein und begegnen gleichzeitig entschieden dem von Dr. Josef Preßlmayer durch seine Veröffentlichung und ihren Titel "Der Abfall der katholischen Kirche Österreichs von der Lehre der Kirche zum Lebensschutz" vorgetragenen Generalvorwurf, den er mit seiner Fasten-Aktion vor dem Gebäude der Apostolischen Nuntiatur in Österreich bis vor kurzem noch öffentlich verstärkt und präzisiert hatte. (Leider hat er der Vertretung seiner Lebensschutzanliegen unter anderem auch durch Unterstützung eines verlogenen Buches [vgl. S. 4 seiner Veröffentlichung] sehr geschadet.) Nebenbei sei erwähnt, daß sogar das aufgrund vieler naturwidriger und widersittlicher Informationen sehr problematische Wiener Aufklärungsprojekt "Sex we can" offiziell davon spricht, daß gemäß der geltenden Rechtslage in Österreich die Abtreibungstötung nicht erlaubt sei, aber eben - und das ist das große nicht zu tolerierende Problem - vor allem fristenmäßig freigestellt sei von jeglicher Bestrafung. Somit sind sämtliche mißverständlichen Äußerungen seitens einzelner Amtsträger - und seien sie Mitglieder der Katholischen Bischofskonferenz Österreichs gewesen - welche auf eine Toleranz gegenüber der sogenannten Fristenlösung hindeuteten, zurückgewiesen und eine ganz klare mit dem Heiligen Stuhl verbundene Linie hergestellt, die auch die Ansprachen Seiner Heiligkeit Papst Benedikt XVI. bei seinem Pastoralbesuch in Österreich voll und ganz beachtet. Hier also der von kath.net und katholisch.at übernommene Wortlaut der Presseerklärung der Herbstvollversammlung der Österreichischen Bischofskonferenz (9. bis 12. November 2009 in der Benediktinerabtei Michaelbeuern - Hervorhebungen und Verlinkungen von mir):
1. Lebensschutz Die Österreichische Bischofskonferenz hat beschlossen, ab dem kommenden Jahr jeweils im Juni in allen Diözesen eine "Woche für das Leben" durchzuführen. Anlaß dafür sind die vielen Abtreibungen, die demografische Entwicklung in Österreich, die große Sorgen bereitet, aber auch die Tatsache, daß seit Einführung der Fristenregelung bei vielen Menschen eine tiefgreifende Bewußtseinsänderung im Bezug auf den Schutz des Lebens eingetreten ist. Die Diskussion um die öffentliche Ehrung einer Abtreibungsklinik, um die Zahl von Abtreibungen in Österreich und um die rezeptfreie Abgabe der sogenannten 'Pille danach' haben dies sehr deutlich gemacht. Derzeit besteht mancherorts das Bestreben, über die Straflosigkeit hinaus Abtreibung zu einem 'Recht' zu machen. Dadurch würde schwerwiegendes Unrecht nicht nur straffrei, sondern sogar zu einem Anspruch, der eingefordert wird. Dazu hält die Österreichische Bischofskonferenz fest: Die Kirche steht auf der Seite des Lebens. Von seiner Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende liegt das Leben nicht in der Verfügungsmacht des Menschen, sondern in der Hand Gottes. Es ist und bleibt die Aufgabe der Kirche, die Stimme für das Leben zu erheben und sich insbesondere für die Schwachen einzusetzen. Dies gilt einmal mehr im Fall der noch nicht geborenen Kinder. Durch eine Abtreibung wird ein schutzloser Mensch getötet und gegen das Tötungsverbot der zehn Gebote verstoßen. Übersehen wird oft, daß auch die Mutter dabei Gewalt erfährt und sich gegen ihr Kind stellen muß. Eine rechtliche Regelung, die Abtreibung legalisiert oder ermöglicht, kann daher nie die Zustimmung der Katholischen Kirche finden. Das gilt auch für die österreichische Rechtslage. Die Kirche in Österreich wird nie aufhören zu fordern, daß das menschliche Leben von seinem Beginn an den vollen Schutz der österreichischen Rechtsordnung genießen muß. Derzeit sind alle Kinder in den ersten 12 Wochen in der Praxis schutzlos. Behinderte Kinder und Kinder von Müttern, die das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, sind sogar bis zur Geburt schutzlos. Die rechtliche Regelung der Abtreibung ist jedoch nur ein - wenn auch ein sehr stark bewußtseinsbildender - Aspekt der Bekämpfung von Abtreibung. Im Blickfeld müssen alle Maßnahmen zur tatsächlichen Reduktion der Abtreibungen stehen, insbesondere jene, die Frauen Hilfe und Schutz bieten, damit sie sich auch in widrigen Umständen für das Leben ihrer Kinder entscheiden können. Angesichts der demokratischen Realität in Österreich sind politisch engagierte Katholiken aufgefordert, Maßnahmen zu fördern, die zu einer tatsächlichen Reduktion von Abtreibungen beitragen. Dazu zählen u. a. die seit Jahrzehnten geforderten sogenannten flankierenden Maßnahmen, aber auch die ausreichende finanzielle Absicherung von Schwangeren und Müttern. Sehr zu unterstützen ist die Forderung von Staatssekretärin Christine Marek, endlich auch in Österreich eine bundesweite Studie zu Zahlen und Ursachen von Schwangerschaftsabbrüchen zu ermöglichen. Solch eine Studie ist ein wichtiger, notwendiger Schritt, das Schweigen zum Drama der Abtreibung zu durchbrechen und jene Hilfen zu suchen, die den wahren Bedürfnissen der Schwangeren in Not entsprechen. Sehr wichtig ist, daß die Gewissensfreiheit der Ärzte, der Krankenschwestern, der Apotheker auch in Zukunft gesetzlich gesichert bleibt. Weiters muß der Druck auf eine Mutter, eine Abtreibung vorzunehmen, wenn ein Kind behindert ist oder ein diesbezüglicher Verdacht im Raum steht, gesetzlich unterbunden werden. Niemals soll es geschehen, daß ein Kind, auch nicht ein behindertes - als "Schadensfall" betrachtet wird. Die Katholische Kirche bietet jeder schwangeren Frau konkrete Hilfe an: in allen Diözesen gibt es Beratungsstellen und Hilfsfonds für Schwangere. 2. Zwanzig Jahre Fall des Eisernen Vorhangs Die Erinnerung an das "Wunder von 1989" prägt diese Tage. Das Wort "Wunder" wird bei den Gedenkfeiern zum Fall der Berliner Mauer und des Eisernen Vorhangs immer wieder gebraucht. Und tatsächlich: wer die europäische Geschichte betrachtet, wird außer 1989 kaum eine zweite dramatische Wende finden, die ohne Blutvergießen abgelaufen ist. Vielleicht hat es damit zu tun, daß Christen wesentlich an der "Wende" von 1989 beteiligt waren. So ist es auch kein Zufall, daß am 9. November in Berlin die Gedenkfeiern zum Fall der "Mauer" mit einem ökumenischen Gottesdienst in der evangelischen Gethsemane-Kirche begannen. Diese Kirche war in den Monaten vor dem 9. November 1989 einer der Brennpunkte des Widerstands gegen das SED-Regime. Es ist notwendig, sich daran zu erinnern, daß die Entwicklung hin zum Fall der Berliner Mauer viel mit den Kirchen zu tun hatte. In der damaligen DDR war unter dem Schutz der Kirchen ein wachsendes Netzwerk zivilgesellschaftlicher Gruppen entstanden, die sich für einen grundlegenden sozialen und politischen Wandel einsetzten. Die Gruppen waren wesentlich von den ökumenischen Versammlungen inspiriert, die in Magdeburg und Dresden als Teil des "Konziliaren Prozesses für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung" stattfanden. Unter den ganz anderen historischen und geistesgeschichtlichen Bedingungen der DDR spielte sich ein Prozeß ab, der viele Parallelen mit der Entwicklung im benachbarten Polen hatte, wo der Aufstieg der "Solidarnosc" bereits im Juni 1989 zu freien Wahlen und zur Beauftragung des ersten nichtkommunistischen Ministerpräsidenten seit 1945 (Tadeusz Mazowiecki) geführt hatte. Es ist faszinierend, daß die Botschaft des Evangeliums in zwei so unterschiedlichen Ländern wie Polen und Ostdeutschland als Ferment gewirkt hat, um dramatische gesellschaftliche Veränderungen auszulösen. In beiden Ländern gingen entscheidende Impulse von Christen aus, die mit der Botschaft des Evangeliums über Ursprung und Ziel des Menschen ernst machten und den Versuch unternahmen, "in der Wahrheit zu leben" (Vaclav Havel). Der Rückblick auf 1989 hat unter den Bedingungen von 2009 auch etwas Tröstliches: die Auseinandersetzungen mit dem neuen Atheismus und Laizismus verblassen, die Bedeutung des Christentums für Europa wird deutlicher sichtbar. Freilich ist auch eine kritische Frage unvermeidlich: was hat Europa, was haben die Christen mit der kostbaren Gabe der friedlichen "Wende" im Herbst 1989 gemacht? Haben sie dieses "Talent" entsprechend genutzt? Oder haben sie es "vergraben" im Triumph des praktischen Materialismus, im Rückgriff auf die altmodischen Modelle des 19. Jahrhunderts von Nationalismus bis Machtpolitik? Das 20-Jahr-Gedenken der Überwindung des Eisernen Vorhangs (ab 5. Dezember 1989 wurde der Stacheldraht an der Grenze zwischen der damaligen Tschechoslowakei und Österreich abgetragen) ist ein doppelgesichtiges Ereignis: es war einer jener seltenen Augenblicke der Geschichte, in dem die Würde des Menschen die Oberhand hatte. Aber es bleibt ein Gefühl des Versagens, weil die Chance dieses Augenblicks nicht entsprechend genutzt wurde. 3. Klimawandel Die dramatische Zuspitzung der weltweiten Klimakrise löst zunehmend berechtigte Sorge aus. Die Bischöfe begrüßen daher alle Schritte von staatlicher wie auch von Seiten der Nichtregierungsorganisationen, die zur Realisierung eines sozial ausgewogenen und nachhaltigen Post-Kyoto-Abkommens der UNO gesetzt wurden und in Planung sind. Mit Nachdruck unterstützen die Bischöfe die internationale Kampagne gegen Armut und für Klimagerechtigkeit "Klima fair bessern!", die im Dezember 2008 von den katholischen Hilfswerken und der Konferenz der Umweltbeauftragten der Katholischen Kirche Österreichs gestartet wurde. Diese Kampagne mahnt die langjährige Verpflichtung der UN-Mitgliedsstaaten ein, den weltweiten Anstieg der Durchschnittstemperatur zu begrenzen. Sie betont, das Recht von Menschen in Entwicklungsländern auf ihre nachhaltige Entwicklung fordert und eine ausreichende und vorhersehbare Finanzierung für Anpassungsmaßnahmen in den Entwicklungsländern. Die Österreichische Bischofskonferenz erwartet, daß sich die Bundesregierung bei der im Dezember 2009 stattfindenden UN-Klimakonferenz für das Zustandekommen eines fairen, verbindlichen, einklagbaren und weltweiten Klimaabkommens einsetzt, daß zu einem Klima der Gerechtigkeit beiträgt. Auf der ganzen Welt werden am Sonntag, 13. Dezember, Kirchenglocken läuten, um die Konferenzteilnehmer in Kopenhagen aufzurufen, ein nachhaltiges und gerechtes Abkommen abzuschließen. Im Anschluß an das Glockenläuten sind alle Pfarrgemeinden eingeladen, gemeinsam für einen guten Ausgang der Verhandlungen zu beten. 4. Gesetzesentwurf über die "Eingetragene Partnerschaft" Die Bischöfe haben sich mit dem Entwurf für ein Bundesgesetz über die "Eingetragene Partnerschaft" auseinandergesetzt, das in rascher Vorbereitung ist und am 1. Januar.2010 in Kraft treten soll. Der Entwurf ist in seiner Substanz wesentlich weniger weitreichend als die in anderen Ländern erlassenen Gesetze. Er intendiert keine Gleichstellung homosexueller Beziehungen mit der Ehe, was positiv zu bewerten ist. Die im Entwurf vorgesehene Beurkundung der "Eingetragenen Lebenspartnerschaft" bei der Bezirksverwaltungsbehörde im Gegensatz zur zivilen Eheschließung beim Standesamt manifestiert deutlich den Unterschied zwischen Lebenspartnerschaft und Ehe. Dennoch ist zu befürchten, daß der vorliegende Entwurf im Falle seines Inkrafttretens die Voraussetzung für eine Entwicklung liefert, die letzten Endes zu einer völligen Gleichstellung der "Eingetragenen Partnerschaft" mit der Ehe führt. Die österreichischen Bischöfe halten daher die Einführung einer "Eingetragenen Partnerschaft" für homosexuelle Paare weiterhin weder für angebracht noch für notwendig, weil die bestehenden zivilrechtlichen Bestimmungen die entsprechenden Sicherheiten gewähren. Der Familie auf der Grundlage der Ehe zwischen Mann und Frau gebühren bestimmte Rechte. Es handelt sich dabei nicht um Privilegien, denn die Familie auf der Grundlage der Ehe erbringt Leistungen, insbesondere in Bezug auf die Erziehung von Kindern. Eine Übertragung solcher Rechte auf gleichgeschlechtliche Paare ist sachlich nicht gerechtfertigt. Die mögliche Einführung des Rechtsinstituts der "Eingetragenen Partnerschaft" für homosexuelle Paare hat unabsehbare Folgen für die ganze Gesellschaft. Angesichts der damit verbundenen fundamentalen Fragen nach den Grundwerten der Gesellschaft werden alle Abgeordneten ermutigt, sich darüber ein sorgfältiges Urteil zu bilden und bei der Abstimmung im Parlament ausschließlich ihrem Gewissen zu folgen. 5. Kreuz im Klassenzimmer Das Kreuz-Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte hat in ganz Europa großes Aufsehen und Kritik erregt, wenngleich es noch nicht rechtskräftig ist und sich auch nur auf die rechtliche Situation in Italien beschränkt. Klar ist, daß diese Entscheidung auf Österreich keine rechtlichen Auswirkungen hat, weil hier eine grundlegend andere völkerrechtliche und innerstaatliche Rechtslage besteht. Dennoch gibt dieses Urteil Anlaß zu berechtigter Sorge. Der Gerichtshof bevorzugte in seinem Urteil in doppelter Hinsicht zu Unrecht bestimmte Aspekte der Religionsfreiheit. Das ist einmal die individuelle gegenüber der kollektiven Seite der Religionsfreiheit sowie die negative gegenüber der positiven Dimension dieser Freiheit. In letzter Konsequenz führt diese einseitige Sicht des Gerichtshofes dazu, daß die individuelle Religionsfreiheit einzelner Personen das Recht auf kollektive, öffentliche Religionsübung aushöhlt, was bislang nur in religionsfeindlichen totalitären politischen Systemen vorgekommen ist. Denn Religionsfreiheit bedeutet im Kern das Menschenrecht, die religiöse Überzeugung einzeln oder gemeinsam, sowohl privat als auch öffentlich auszuüben - diese positive Sicht der Religionsfreiheit muß auch in Zukunft garantiert sein. Festzuhalten ist, daß der religiös-weltanschaulich neutrale Staat nicht einem radikalen Laizismus verpflichtet ist, der in seiner strikten Ablehnung von Religion einen Absolutheitsanspruch stellt. Religiös-weltanschauliche Neutralität bedeutet daher in fast allen europäischen Staaten schon seit langem nicht mehr, daß Religion aus dem öffentlichen Leben ausgegrenzt und zur Privatsache erklärt wird. Da Religion wesentlich Werte und Sinn einbringt, trägt sie zu jenen Voraussetzungen bei, von denen der demokratisch verfaßte Staat lebt, ohne sie selbst erzeugen oder garantieren zu können. Der moderne Staat ist daher, um tatsächlich neutral und unparteiisch zu sein, bestens beraten, Religion nicht gesellschaftlich zu marginalisieren, sondern ihr einen entsprechenden Platz auch im öffentlichen Raum zu sichern. Wer für Österreich überdies die "Trennung von Staat und Kirche" einfordert, sollte genau sagen, auf was er zielt, nämlich eine radikale, feindselige Form dieser Trennung. Demgegenüber ist in Österreich in bewährter Weise das Modell einer auf allen institutionellen Ebenen gegebenen, aber grundsätzlich freundschaftlichen Trennung verwirklicht, die sich durch Kooperation zum Wohl der Menschen auf vielen Gebieten auszeichnet. Bildung, Krankenpflege und Caritas sind wohl die herausragendsten Beispiele dafür. Dem entspricht auch die in Österreich geltende Regelung, daß in jenen Schulen, in denen die Mehrheit der Schüler und Schülerinnen einem christlichen Bekenntnis angehört, in allen Klassenräumen ein Kreuz anzubringen ist. Hier ist das demokratische Mehrheitsprinzip leitend, keinesfalls geht es um Intoleranz. Das Kreuz als das christliche Grundsymbol ist ein wesentlicher Teil der europäischen Kultur. Es geht daher auch um Bewahrung kultureller Identität, weshalb dieses Urteil auch Menschen berührt, die den christlichen Glauben nicht praktizieren oder einer anderen Religion anhängen. Besonders religiöse Symbole haben es an sich, daß sie eine vielschichtige Bedeutung in sich tragen. Im Klassenzimmer wie im Gerichtssaal gibt es auch ungerechte Beurteilungen und Urteile - das Kreuz hält den Blick offen, daß solch menschliche Entscheidungen keine letzten und schon gar keine letztgültigen sind. Es entlastet und relativiert zugleich. Das Kreuz im Krankenzimmer, in dem sich oft unerbittlich die Sinnfrage stellt, steht als Garant einer letzten Hoffnung, denn beim Kreuz ist auch die Auferstehung. Für jeden Menschen aber wird durch dieses Kreuz deutlich, daß hier Menschen wirken, die sich unter Gott wissen und sich selbst nicht zum Maß der Dinge erheben. Auch für die Andersgläubigen kann sich so eine unausgesprochene gemeinsame Basis des Vertrauens ergeben, die für das Zusammenleben sehr wichtig ist. Wichtig ist auch die Klarstellung, daß der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte keine Einrichtung der Europäischen Union ist. Die Bischöfe danken den vielen, die sich deutlich zur guten österreichischen Tradition bekennen, in der Religion grundsätzlich wertgeschätzt wird und die christlichen Wurzeln unserer Identität lebendig gehalten werden. Diese breite gesellschaftliche Allianz soll all jenen in Europa eine selbstbewußte und starke Stimme geben, für die das Kreuz als religiöses und kulturelles Symbol wertvoll ist und die Religion nicht aus dem öffentlichen Raum verbannt wissen wollen. 6. Bildungsdiskussion Die Bischöfe verfolgen die derzeitige Diskussion zur Bildungsreform mit großem Interesse. Die Kirche hat sich aus ihrer Tradition heraus immer für Bildungsthemen eingesetzt. Im Bereich der Bildung fallen nicht nur Entscheidungen über gesellschaftliche Teilhabe, sondern auch über den sozialen Zusammenhalt der zukünftigen Generationen. Umso mehr sind die Bischöfe in Sorge, wenn sich zu oft parteipolitisches Kalkül und Streben nach tagespolitischem Erfolg in diesem sensiblen Bereich durchsetzen und über manche Strecken die Bereitschaft zur Diskussion im Grundsätzlichen abgeht. Die Bischöfe danken allen, die sich in der Schule den Kindern und Jugendlichen widmen, in deren Köpfen und Herzen die Zukunft Gestalt annimmt, den Lehrerinnen und Lehrern, aber auch allen anderen Menschen in pädagogischen Berufen. Je größer und umfassender die Aufgaben werden, die vor allem der Schule hinsichtlich Erziehung, Vermittlung von Werten und von Sinn zuwachsen, umso deutlicher sind sie herausgefordert. Denn es geht nicht mehr nur um Weitergabe von Wissen, sondern es gilt auch wieder neu Tugenden zu vermitteln. Es gibt durchaus positive Bemühungen um Strukturverbesserungen. Bildungschancen für möglichst alle Kinder sollen unabhängig vom sozialen Status der Eltern gesichert werden. Aber diese Diskussion von Strukturreformen ersetzt keinesfalls den eigentlichen gesellschaftlichen Diskurs über das, was Bildung sein kann und sein soll. Es zahlt sich aus, Bildung wieder als einen Weg hin zu eigenverantwortlicher Menschwerdung zu verstehen. Zugleich mit dem angeeigneten Wissen wächst auch die Fähigkeit zu selbständigem Denken, Urteilen und Handeln als Grundlage der Freiheit. Eine Auseinandersetzung mit der Sinnfrage, mit den Fragen nach "Woher" und "Wohin", nach Herkunft und Zukunft also, ist unverzichtbarer Teil von Bildung, die letztlich Weisheit anstrebt. Die derzeitige ökonomistische Verengung des Bildungsbegriffs bedarf sicherlich einer Erweiterung des Horizonts. Es kann und soll nicht nur das in den jungen Menschen gefördert und entfaltet werden, was auf dem Arbeitsmarkt unmittelbar verwertbar ist. Zudem wird es immer wichtiger, Menschen auch für ein gutes Leben außerhalb und nach der Berufswelt zu bilden. Diese Überlegungen gelten für die akademische Bildung ebenso wie für die praktische Berufsausbildung. 7. Kirchenbeitrag Die österreichischen Bischöfe sehen die deutlich erhöhte steuerliche Absetzbarkeit des Kirchenbeitrags als positives Zeichen. Daß jetzt bis zu 200 Euro Kirchenbeitrag pro Jahr steuerlich absetzbar sind, ist ein Fortschritt. Damit wird auch anerkannt, daß aus den Mitteln des Kirchenbeitrags wertvolle Initiativen für das Zusammenleben der Menschen in Österreich ermöglicht werden. Es bleibt der Wunsch nach voller steuerlicher Absetzbarkeit des Kirchenbeitrags. Das österreichische Kirchenbeitragssystem bietet gute Voraussetzungen, um die vielfältigen seelsorglichen, sozialen und kulturellen Aufgaben der Kirche in einer pluralistischen Gesellschaft zu erfüllen, die letztlich allen zu Gute kommen. Viele österreichische Katholiken leisten regelmäßig ihren Kirchenbeitrag. Die Bischöfe danken den getauften und gefirmten Katholiken, daß sie auch die finanziellen Konsequenzen ihres Christseins ernst nehmen. 8. Jahr des Priesters Papst Benedikt XVI. hat das internationale "Jahr des Priesters" ausgerufen. Bis zum 11. Juni 2010 soll die Weltkirche den Auftrag und die Sendung des Priesters in den Blick nehmen und alle Bemühungen um geistliche Berufungen stärken. Das Priesterjahr knüpft an das 150. Todesjahr des heiligen Pfarrers Jean-Marie Vianney (1786 - 1859) an und steht unter dem Leitwort "Treue in Christus, Treue des Priesters". Die Bischöfe danken den vielen Priestern, die in großer Treue ihrer Berufung folgen. Das "Jahr des Priesters" soll für Geistliche Anlaß sein, ihre Beziehung zu Christus und die Freude an ihrer Berufung durch Exerzitien zu vertiefen, theologischen Fragestellungen verstärkt Raum zu geben und die Gemeinschaft untereinander zu festigen. In diesem Sinn finden in den Diözesen und Ordensgemeinschaften zahlreiche Veranstaltungen, Besinnungstage und Wallfahrten statt. Ein Höhepunkt wird das Symposion zum Thema "Berufungspastoral" sein, das von 20. bis 22. April 2010 in St. Georgen/Längsee stattfindet und vom Österreichischen Pastoralinstitut gemeinsam mit dem Canisiuswerk, der Superiorenkonferenz der Männerorden und der Vereinigung der Frauenorden veranstaltet wird. Im Zentrum des Symposions stehen Fragen nach dem Stellenwert der geistlichen Berufe sowie der Motivation und Aktualität eines Lebensstils nach den "evangelischen Räten". Dabei sollen auch Erfahrungen darüber ausgetauscht werden, wie gerade jungen Menschen die Perspektive eines geistlichen Berufs eröffnet werden kann. Darüber hinaus soll in Österreich eine vertiefende "Zeit der Berufung" von Ostern bis Pfingsten 2010 einen weiteren Akzent setzen und möglichst viele Menschen in Gebet und Engagement für geistliche Berufe einbeziehen. Priester aus Österreich werden auch an einem Internationalen Priesterkongreß in Rom vom 9. bis 11. Juni 2010 teilnehmen, mit dem das internationale "Jahr des Priesters" abgeschlossen wird. 9. Pfarrgemeinderäte Die Bischöfe danken den Pfarrgemeinderäten für ihren Einsatz und ihre Sorge um den Glauben und das kirchliche Leben in unserem Land, wie es eindrucksvoll in den Ergebnissen einer von der Bischofskonferenz in Auftrag gegebenen neuen Studie zum Ausdruck kommt. Insgesamt haben sich 7.329 Pfarrgemeinderäte an dieser Studie beteiligt, die folgendes Bild ergibt: Aus der Verwurzelung im Glauben heraus leisten Pfarrgemeinderäte einen wichtigen Beitrag zur Kultur des Zusammenlebens in der Gesellschaft. Die Motive, warum sich Menschen im Pfarrgemeinderat engagieren, speisen sich einerseits aus den "Quellen" des Glaubens: aus der Liebe zu Gott und zu den Menschen, aus der Liebe zur Kirche und zur Pfarre. Diese Motive verbinden sich andererseits im sogenannten "Neuen Ehrenamt" mit dem Interesse an einem Engagement für die Gemeinschaft, das auch zur eigenen menschlichen und spirituellen Reifung beiträgt. Neben der Arbeit im Team ist dabei die Möglichkeit wichtig, entscheidend mitzugestalten. Aus dem Engagement heraus ergeben sich jedoch auch Besorgnisse und Fragen im Blick auf die Zukunft: Wie gelingt der Kontakt zu Jugend und Kindern? Ist die sonntägliche Feier der Eucharistie in der Pfarre sichergestellt? Wie können Menschen zur Mitarbeit gewonnen werden? Was wird aus der Pfarre im Zusammenhang verschiedener Prozesse der Neustrukturierung? Dennoch bekunden 88 Prozent der Pfarrgemeinderäte, daß sie mit ihrer Tätigkeit sehr zufrieden oder zufrieden sind. Die Zufriedenheit hängt von mehreren Faktoren besonders ab. Zunächst, ob der Einsatz die Möglichkeit bietet, tatsächlich entscheidend mitgestalten zu können. Einen weiteren Faktor bildet die professionelle Arbeitskultur, die mit der Qualität der Zusammenarbeit mit dem Pfarrer in engem Zusammenhang steht. Wichtig ist, ob ein "Klima des Aufbruchs" spürbar ist. Der Pfarrgemeinderat steht für die pastorale Grundversorgung vor Ort; dafür werden die meisten Kräfte eingesetzt. Deshalb wird die Frage nach der Zukunft der Pfarre an der Frage nach dem Priester im Ort festgemacht. Mit den Ergebnissen dieser Studie ist eine wichtige Grundlage für die Wallfahrt und den Kongreß der Pfarrgemeinderäte von 13. bis 15. Mai 2010 in Mariazell gelegt. Dort werden auf Einladung der Bischofskonferenz erstmals Pfarrgemeinderatsvertreter aus ganz Österreich mit den Bischöfen, Priestervertretern und Verantwortlichen für die Pastoral zusammentreffen, um gemeinsam über die Zukunft der Pfarren zu beraten, miteinander zu beten und sich miteinander auf den Weg machen. Es wird damit jener Weg fortgesetzt, der 2007 mit der Übergabe der "Apostelgeschichten der Gegenwart" an Papst Benedikt XVI. begonnen wurde. Die Bischöfe rufen die Pfarrgemeinderäte und alle Gläubigen zum Gebet für ein "Klima des Aufbruchs" auf. Es gilt das Wort des Papstes in Mariazell 2007 in den Alltag zu übersetzten: "Wo Gott ist, da ist Zukunft." [ENDE DER ERKLÄRUNG DER KATHOLISCHEN BISCHÖFE UND REGIERENDEN ORDINARIEN ÖSTERREICHS.] Der Aufruf der katholischen Bischöfe Österreichs kann auch per Internet namentlich unterstützt werden, und zwar vor allem auf den Internetseiten www.frauen-schuetzen.at und www.ehe-schuetzen.at. Außerdem sei an dieser Stelle ganz besonders das aufklärende Buch unter dem Titel "Geschäft Abtreibung" zum Lesen und Weiterschenken empfohlen. Mit herzlichem Gruß, Euer Padre Alex - Vizeoffizial Dr. Alexander Pytlik Sonntag, 11. Oktober 2009
HEILIGER DAMIAN JOZEF DE VEUSTER ... Geschrieben von Padre Alex / Dr. Alexander Pytlik
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HEILIGER DAMIAN JOZEF DE VEUSTER BITTE FÜR UNS
Am heutigen 19. Sonntag nach Pfingsten bzw. am heutigen 28. Sonntag im Jahreskreis, an welchem im Bistum Eichstätt der Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz (vom 7. Oktober) mit Festlichkeit nachgefeiert werden darf, das heißt am heutigen 11. Oktober, welcher dank des Antrages des regierenden Diözesanbischofs Dr. Gregor Maria Hanke OSB und dank der Gewährung durch den Heiligen Stuhl von nun an im selben Bistum Eichstätt für immer dem Gedenken der allerseligsten Jungfrau Maria als der dreimal wunderbaren Mutter gewidmet ist und somit nahtlos an das zweite (ältere) lateinische Kalendarium für die außerordentliche Form des Römischen Ritus anknüpft, weil am 11. Oktober weiterhin das II.-Klasse-Fest der wahren Gottesmutterschaft der allerseligsten Jungfrau Maria ist (im erneuerten Kalendarium wird dies bekanntlich nunmehr immer am Oktavtag der Weihnacht, am 1. Januar, begangen), an diesem 11. Oktober 2009 hat Seine Heiligkeit Papst Benedikt XVI. den seligen Priester Damiaan Jozef De Veuster SSCC als ein weiteres strahlendes Vorbild im laufenden Jahr des Priesters heiliggesprochen. (An einem 11. Oktober - nämlich des Jahres 1962 - wurde übrigens auch das XXI. Ökumenische Konzil des Katholischen Kirche eröffnet, besser bekannt als das II. Vatikanische Konzil.) Unter den Pilgern, die zur Heiligsprechung des Ordensmannes in die Ewige Stadt fuhren, war auch der Diözesanbischof von Limburg, Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst. Der Diener Gottes Papst Johannes Paul II. hatte den Priester bereits am 4. Juni 1995 (zu Pfingsten) in Brüssel seliggesprochen. Johannes Paul II. hatte sich bekanntlich nach dem II. Weltkrieg zum römischen Studium im Päpstlichen Kolleg des Königreiches Belgien in Rom aufgehalten, und so gab es auch eine sehr persönliche Verbindung zum Königreich. In seiner damaligen Predigt zur Seligsprechung hielt der Stellvertreter Christi auf Erden - vornehmlich in den Amtssprachen des Königreiches - fest (gemäß meiner Übersetzung ins Deutsche, wobei ich die jeweilige Kursivsetzung von der Internetseite des Heiligen Stuhles übernehme):
Geliebte Brüder und Schwestern, 1. "Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch ... Empfangt den Heiligen Geist!" (Joh 20,21 - 22). Die Apostel vernahmen diese Worte aus dem Mund des auferstandenen Christus, am Abend der Auferstehung. Am Morgen des ersten Tages der Woche stellten die Frauen und dann Petrus und Johannes fest, daß das Grab, in das Jesus gelegt worden war, leer war. Am Abend desselben Tages zeigte sich Jesus in ihrer Mitte. Es war derselbe Jesus, den sie früher gekannt hatten, aber gleichzeitig war Er anders. Auf Seinem Körper trug Er die Zeichen der Kreuzigung, und doch war Er auferstanden. Nicht mehr den Gesetzen der Materie unterworfen, konnte Er in das Obergemach eintreten, auch als alle Türen verschlossen waren. Nachdem Er die Apostel gegrüßt hatte: "Friede sei mit euch!", richtete der auferstandene Jesus an sie Worte höchster Bedeutung, welche die Zukunft der Kirche entschieden: "Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch". Nachdem Er das gesagt hatte, hauchte Er sie an und sprach: "Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert" (Joh 20,22 - 23). Der wahre Moment der Herabkunft des Heiligen Geistes hat seinen Platz am Abend der Auferstehung. Jesus, der Sohn Gottes, dem Vater wesensgleich, haucht die Apostel an. Dieser Atem manifestiert den Ursprung des Heiligen Geistes, der vom Vater und vom Sohn ausgeht. Dieser Atem ist heilbringend; Er birgt die ganze Kraft der von Christus bewirkten Erlösung in sich. Wir begreifen, warum Christus, nachdem Er zu den Aposteln gesagt hat: "Empfangt den Heiligen Geist", sofort von der Vergebung der Sünden spricht. Er überträgt ihnen die Vollmacht, Sünden nachzulassen, eine Vollmacht, die von Gott kommt. Dies überträgt Er ihnen zusammen mit dem erlösenden Atem, der die definitive Ankunft des Heiligen Geistes ankündigt. Der Pfingsttag, die Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Apostel führte auf das Wort des Petrus hin zur Taufe derer, die an Christus glaubten. Das waren jene, die nach dem Heil verlangten, das allen Menschen gegeben ist durch das Kreuz und die Auferstehung des Christus. 2. Die Apostelgeschichte beschreibt uns in detaillierter Weise das Geschehnis von Pfingsten. Der Heilige Geist, der Atem des Vaters und des Sohnes, offenbart Seine Anwesenheit durch einen heftigen Windstoß. Über den Aposteln, die im Obergemach versammelt sind, erscheint Er als Feuer, das sich in Zungen verteilt, die sich jeweils über dem Kopf eines jeden von ihnen niederlassen. So bezeugen die Naturelemente Wind und Feuer das Kommen des Heiligen Geistes. Aber diese Manifestationen verbinden sich mit einem übernatürlichen Phänomen. Die vom Heiligen Geist erfüllten Apostel beginnen in fremden Sprachen zu sprechen, gemäß der Ausdrucksweise, die der Geist ihnen schenkt. Dieses Geschehen erweckt großes Erstaunen bei all jenen, die sich in Jerusalem aufhielten, “Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel" (Apg 2,5). Erstaunt und verwundert riefen sie aus: "Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören?" (Apg 2,7 - 8). Als der Autor des Buches der Apostelgeschichte die zu jener Zeit bekannten Länder der Welt auflistet, aus denen die Pilger stammten, die am Pfingstereignis teilhatten, zeichnet er beinahe eine Geographie der ersten Evangelisierung, welche die Apostel vollführen müssen, indem sie in den verschiedenen Sprachen "die großen Taten Gottes" verkünden. Abgesehen von Rom wird kein Land des Westens, des Zentrums, des Nordens oder des Ostens Europas benannt. Belgien wird nicht genannt, und ebensowenig die Inselgruppe von Molokaî, im fernen Pazifik. Kein Wort vom Vaterland des Pater Damian De Veuster, auch nicht vom Land, in das er als Missionar gegangen sei und sein Leben für Christus gegeben habe, im Dienst an der Liebe zum Nächsten. 3. Mit dieser Vermeldung der Pater Damian lieb gewordenen Orte grüße ich Ihre Majestäten, den König der Belgier und die Königin, Ihre Majestät Königin Fabiola, sowie die Mitglieder des Diplomatischen Corps und die bürgerlichen Autoritäten. Meine brüderlichen Wünsche gehen an Kardinal Danneels, der seinen Geburtstag feiert, und meine herzlichen Wünsche gehen auch an Kardinal Suenens, der seinen Geburtstag in einigen Tagen feiern wird. Ich grüße alle versammelten Bischöfe. Ich bin erfreut über die Anwesenheit der Familie von Pater Damian, von zahlreichen Missionaren, und auch der Delegationen der Städte Tremelo, Malonne und Leuven, und der Vereinigung der Freunde von Pater Damian. Ich bin glücklich, die Vertreter der Hawai-Inseln willkommen zu heißen: an euch alle gehen meine herzlichen und aufrichtigen Grüße. Der Friede und die Liebe Christi seien mit Euch! (Weiléna eilohei oknu. Mei keikou peikeihé ei peiu kei meiluhlei ei mei kei eilohei o Ieisu Chrésto.) 4. Im Laufe der Jahrhunderte hat die Kirche nie aufgehört, sich weiter zu entwickeln und das Evangelium bis an die Grenzen der Erde zu bringen. So hat sie den Ruf von Christus selbst beantwortet, der den Heiligen Geist geschenkt hat, unverzichtbare Kraft, damit die Menschen diese Aufgabe der Evangelisierung vollbringen würden. Die Kirche dankt dem Heiligen Geist für Pater Damian, weil es der Heilige Geist ist, der ihn zum Wunsch inspiriert hat, sich bedingungslos den Leprakranken der Pazifikinseln, insbesondere in Molokaï, hinzugeben. Heute anerkennt und bestätigt die Kirche durch meinen Mund den Wert und das Vorbild des Pater Damian auf dem Weg der Heiligkeit. Sie lobt Gott, daß Er ihn bis an die Grenze seiner Existenz geführt hat, entlang eines oft sehr schwierigen Weges. Sie betrachtet mit Freude, was Gott durch die menschliche Schwachheit hindurch vollbringen kann, weil "Er es ist, der uns die Heiligkeit gibt, und der Mensch es ist, der sie empfängt" (Origenes, Predigt über Samuel, I,11,11). Pater Damian hat im Laufe seines Dienstes eine besondere Form der Heiligkeit gelebt: er war gleichzeitig Priester, Ordensmann und Missionar. Durch diese dreifache Berufung hat er das Antlitz Christi sichtbar gemacht. Er hat den Weg des Heiles aufgezeigt, hat das Evangelium erklärt und unermüdlich zur Entwicklung beigetragen. Er hat das religiöse, soziale und brüderliche Leben in Molokaï organisiert. Die Bewohner der Insel waren zu jener Zeit von der Gesellschaft geächtet. Mit Damian bekommt jeder seinen Platz, jeder wird anerkannt und von seinen Brüdern geliebt. An diesem Pfingsttag erbitten wir für uns wie für alle Menschen den Beistand des Heiligen Geistes, um uns ergreifen zu lassen. Wir haben die Gewißheit, daß er uns nichts Unmögliches auferlegt, aber daß Er unser Sein und unsere Existenz auf manchmal steilen Wegen zur Vollendung führt. Diese Feier ist auch ein Aufruf zur Vertiefung des geistlichen Lebens von Kranken und Gesunden, von Armen und Reichen. Liebe Brüder und Schwestern in Belgien, ihr seid alle zur Heiligkeit berufen. Stellt eure Talente in den Dienst Christi, der Kirche und eurer Brüder. Laßt Euch in Demut und Geduld vom Geist formen! Die Heiligkeit ist nicht die Vervollkommnung nach menschlichen Kriterien. Sie ist nicht einer kleinen Anzahl außergewöhnlicher Menschen vorbehalten. Sie ist für alle. Der Herr ist es, der uns den Zugang zur Heiligkeit verschafft, wenn wir bereit sind, für die Ehre Gottes zur Rettung der Welt mitzuarbeiten, trotz unserer Sünde und unseres manchmal aufmüpfigen Temperaments. In eurem täglichen Leben seid ihr berufen, Entscheidungen zu treffen, die "mitunter durchaus ungewöhnliche Opfer" (Veritatis Splendor, 102) erforderlich machen. Das wahre Glück hat diesen Preis. Dafür ist der Apostel der Leprakranken Zeuge. 5. Die heutige Zelebration ist auch ein Aufruf zur Solidarität. Während Damian bei den Kranken war, konnte er in seinem Herzen sagen: "Unser Herr wird mir die Gnaden geben, die ich brauche, um mein Kreuz zu tragen und ihm zu folgen, sogar zu unserem speziellen Kalvaria bei Kalawao". Die Gewißheit, daß die einzigen Dinge, die zählen, die Liebe und das Geschenk seiner selbst sind, war seine Inspiration und die Quelle seiner Fröhlichkeit. Der Apostel der Aussätzigen ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie uns die Gottesliebe nicht aus der Welt hinwegnimmt. Weit davon entfernt: die Liebe zu Christus veranlaßt uns, unsere Brüder und Schwestern zu lieben, sogar bis zu dem Punkt, unsere Leben für sie hinzugeben. Ich freue mich, den Bischof von Honolulu zu begrüßen, der die Pilger aus Hawaii zu dieser freudigen Feier begleitet hat. 6. An euch, liebe Schwestern und Brüder Belgiens, liegt es, die Fackel Pater Damians erneut zu ergreifen. Sein Zeugnis ist für euch alle, vor allem für euch junge Menschen, ein Anruf, um ihn kennenlernen zu können und durch sein Opfer in euch die Sehnsucht nach der Gottesliebe, dem Quell aller wahren Liebe und jedes gelungenen Lebens, und das Verlangen, aus eurem Leben eine fruchtbare Gabe zu machen, wachsen zu lassen. 7. Mein Herz richtet sich an jene, die noch heute von der Lepra betroffen sind. Mit Damian haben sie nun einen Fürsprecher, weil er sich - bevor er selbst erkrankte - schon mit ihnen identifiziert hatte und oft sagte: "Wir anderen, die Leprakranken". Indem Raoul Follereau bei Paul VI. den Fall der Seligsprechung vorbrachte, hatte er die Intuition für den geistlichen Einfluß, den Damian nach seinem Tod haben konnte. Mein Gebet gilt auch all jenen, die von schweren und unheilbaren Krankheiten gezeichnet oder dem Tode nahe sind. Wie die Bischöfe eures Landes erinnert haben, haben alle Menschen das Recht, von Seiten ihrer Brüder eine ausgestreckte Hand zu erhalten, ein Wort, einen Blick, eine geduldige und liebevolle Anwesenheit, auch wenn es keine Hoffnung auf Heilung gibt. Erkrankte Brüder und Schwestern, ihr seid von Gott und von der Kirche geliebt! Das Leiden ist für die Menschheit ein unerklärbares Geheimnis; wenn es den verlassenen Menschen auf die eigenen Kräfte zurückwirft, findet es einen Sinn im Geheimnis des verstorbenen und auferstandenen Christus, der jedem Leben nahebleibt und ihm zuflüstert: "Habt Mut: Ich habe die Welt besiegt." (Joh 16,33). Ich danke dem Herrn für die Personen, die die Kranken, Kinder, die schwächeren und wehrlosen Wesen und die Ausgegrenzten begleiten und sie umgeben: ich denke besonders an die im Gesundheitswesen Tätigen, an die Priester und an die Laien der Seelsorge-Teams, an die Spitalsbesucher und an jene, die sich der Sache des Lebens widmen zum Schutz der Kinder und damit jeder Mensch ein Dach und einen Platz im Inneren der Gesellschaft habe. Mit ihrem Handeln erinnern sie an die unvergleichliche Würde unserer Brüder, die leiden, in ihren Leibern und in ihren Herzen; sie zeigen, daß jedes Leben, auch das gebrechlichste und das am meisten leidende, ein Gewicht und einen Wert aus dem Blickwinkel Gottes heraus haben. Mit den Augen des Glaubens - jenseits der äußeren Erscheinungen - kann man sehen, daß jegliches Sein Träger des reichen Schatzes seiner Menschheit und der Gegenwart Gottes ist, der es von Anbeginn gewoben hat (vgl. Psalm 139). 8. Im ersten Brief an die Korinther schreibt der heilige Paulus: "Keiner kann sagen: Jesus ist der Herr!, wenn er nicht aus dem Heiligen Geist redet." (1 Kor 12,3). Tatsächlich: zu sagen "Jesus ist der Herr" bedeutet seine Göttlichkeit zu bekennen, wie sie der heiligen Petrus im Namen der Apostel in Cäsarea Philippi bekannt hatte. "Der Herr" - Kyrios auf griechisch - ist jener, der die ganze Schöpfung regiert, ist jener, an den sich der Psalm richtet, den wir vernommen haben: "Lobe den Herrn, meine Seele! Herr, mein Gott, wie groß bist Du! ... Herr, wie zahlreich sind Deine Werke! ... die Erde ist voll von Deinen Geschöpfen ... nimmst Du ihnen den Atem, so schwinden sie hin und kehren zurück zum Staub der Erde. Sendest Du Deinen Geist aus, so werden sie alle erschaffe, und Du erneuerst das Antlitz der Erde" (Psalm 104,1.24.29 - 30). Diese Verse der Liturgie sprechen von der Macht Gottes über die ganze Schöpfung. Sie betreffen den Heiligen Geist, der Gott ist und der das Leben mit dem Vater und dem Sohn gibt. Auch die Kirche betet heute so: "O Herr, sende Deinen Geist, der das Gesicht der Erde erneuert"! Der Heilige Geist wirkt in der Weise, daß der Mensch zur Erkenntnis des Christus gelange und seine Göttlichkeit bekenne: "Jesus ist Herr" - Kyrios! Diesen Glauben an die Göttlichkeit des Christus hat Pater Damian in gewisser Weise mit der Muttermilch aufgenommen, in seiner Familie in Flandern. Mit ihm ist er aufgewachsen und hat ihn später seinen Brüdern und Schwestern auf den fernen Molokaï-Inseln gebracht. Um die Wahrheit seines Zeugnisses bis ans Ende zu bekennen, hat er mitten unter ihnen sein Leben geopfert. Was anderes hätte er den Leprakranken anbieten können, die zu einem langsamen Tod verurteilt waren, wenn nicht seinen Glauben und jene Wahrheit, daß der Christus der Herr ist und daß Gott die Liebe ist? Er ist inmitten der Aussätzigen aussätzig geworden, er ist aussätzig für die Aussätzigen geworden. Er hat gelitten und ist wie sie verstorben, wobei er an die Auferstehung in dem Christus glaubte, weil der Christus der Herr ist! 9. Der heilige Paulus schreibt weiter: “Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist. Es gibt verschiedene Dienste, aber nur den einen Herrn. Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken, aber nur den einen Gott: Er bewirkt alles in allen. Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt" (1 Kor 12,4 - 7). Mit diesen Worten präsentiert der Apostel eine dynamische Vision der Kirche, dynamisch und zur gleichen Zeit charismatisch. In dieser charismatischen Vision manifestiert sich der Geist, den der Vater im Namen des Christus auf die Apostel herabsendet. Alles hat seine Quelle in den unterschiedlichen Gaben der Gnade, welche die Gläubigen fähig machen, ihre Aktivitäten, ihre Berufungen und ihre verschiedenen Dienstämter zu verwirklichen, in der Kirche und in der Welt. Der Blick des Paulus ist universal, und mit diesem universalen Blickwinkel finden wir sicherlich einen Teil des Lebens unseres Seligen: sein Charisma, seine Berufung und seinen Dienst. In all dem hat sich der Heilige Geist manifestiert zum Wohle aller. Die Seligsprechung von Pater Damian diene dem Wohl der ganzen Kirche. Sie trägt in sich eine besondere Bedeutung für die Kirche in Belgien wie auch für die Kirche auf den ozeanischen Inseln. 10. Es ist der Vorsehung geschuldet, daß sich diese Seligsprechung im Rahmen des Hochfestes von Pfingsten ereignet. Im Brief an die Korinther setzt Paulus so fort: "Denn wie der Leib eine Einheit ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: so ist es auch mit Christus. Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen ... alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt" (1 Kor 12,12 - 13). Dieser Geist hat auf den fernen Inseln Ozeaniens geatmet durch den Dienst des Pater Damian; er findet ein Echo in euren Familien, in euren Pfarreien und in den missionarischen Kongregationen. In der Geschichte eures Landes haben sich die Werke vervielfacht, für das Wohl und für das Wachstum der Kirche; man muß besonders das Entstehen zahlreicher religiöser Kongregationen erwähnen, die eine bedeutende Ausbreitung erfahren haben, mit ihren geistlichen, karitativen, intellektuellen und sozialen Aktivitäten. Andererseits haben Personen, ausgestattet mit tiefgehenden Charismen, begonnen, große Werke zu realisieren. Es genügt, die Gründungen wie jene der Katholischen Universitäten von Louvain und von Louvain-la-Neuve zu erwähnen sowie jene der Jeunesse ouvrière catholique (JOC [christliche Arbeiterjugend]); es genügt, sich Personen wie Kardinal Mercier in Erinnerung zu rufen, einen Pionier des Ökumenismus, oder später, den Kardinal Cardijn, Gründer der JOC, und viele andere, durch die der Geist gewirkt hat, zum Wohle der ganzen Kirche, nicht nur auf eurem Territorium, sondern darüber hinaus auf der ganzen Welt. 11. Seliger Damian, Du hast Dich vom Heiligen Geist leiten lassen wie ein Sohn, der dem Willen des Vaters gehorcht. Mit Deinem Leben und mit Deinem missionarischen Werk hast Du die Zärtlichkeit und die Barmherzigkeit des Christus für jeden Menschen ausgedrückt und so dem Menschen die Schönheit seines Innenlebens enthüllt, welches von keiner Krankheit, von keiner Deformation und von keiner Schwäche komplett verstümmelt werden kann. Durch Dein Wirken und Deine Verkündigung hast Du daran erinnert, daß Jesus sich die Armut und das Leiden der Menschen zu eigen gemacht hat und daß Er damit deren geheimnisvollen Wert geoffenbart hat. Tritt bei Christus, dem Arzt der Leiber und der Seelen, für unsere kranken Brüder und Schwestern ein, damit sie sich in ihrer Angst und in ihrem Schmerz nicht verlassen fühlen, sondern vereinigt mit dem auferstandenen Herrn und mit Seiner Kirche entdecken mögen, daß sie der Heilige Geist besuchen kommt und sie so den Trost erhalten, der den Bedrückten zugesagt ist. 12. "Ewig währe die Herrlichkeit des Herrn; der Herr freue sich seiner Werke.“ (Psalm 104,31) Es sind diese Worte des Psalmisten, mit denen ich unsere Meditation beschließen möchte, an diesem so ersehnten feierlichen Tag, währenddessen die reife Frucht der Heiligkeit - der Pater Damian De Veuster - die Ehre der Altäre in seiner Heimat erhält. Brüder und Schwestern, seid dem Heiligen Geist gegenüber gelehrig, damit durch euer Leben die Menschen den Gott zu entdecken vermögen, von dem jede perfekte Gabe herrührt! [ENDE DER PREDIGT DES DIENERS GOTTES JOHANNES PAUL II. ZUM SELIGEN UND SEIT HEUTE HEILIGEN PATER DAMIAN JOZEF DE VEUSTER.] Seine Heiligkeit Papst Benedikt XVI. sagte heute anläßlich der Heiligsprechung des seligen Paters Damian (nach meiner Übersetzung): "Jozef De Veuster, der in der Ordensgemeinschaft von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariens und der ewigen Anbetung des Allerheiligsten Altarsakramentes den Namen Damiaan erhielt, verließ sein Geburtsland Flandern, als er 23 Jahre alt war (1863), um das Evangelium am anderen Ende der Erde zu verkünden, auf den Hawaï-Inseln. Seine Missionsarbeit, die ihm so viel Freude verschafft hat, hat ihren Höhepunkt in der Nächstenliebe gefunden. Nicht ohne Angst und Ekel traf er die Wahl, auf die Molokaï-Insel zu gehen zum Dienst an den Leprakranken, die sich dort befanden, von allen verlassen; so setzte er sich der Krankheit aus, an der sie litten. Mit ihnen fühlte er sich zu Hause. Der Diener des Wortes ist so ein leidender Diener geworden, Aussätziger mit den Aussätzigen während der letzten vier Jahre seines Lebens. Um Christus nachzufolgen, hat Pater Damian nicht nur seine Heimat verlassen, sondern auch seine eigene Gesundheit aufs Spiel gesetzt: deshalb hat er - nach dem Wort, das Jesus uns heute im Evangelium verkündet - das ewige Leben bekommen (vgl. Mk 10,30). Zum zwanzigsten Jahrestag der Heiligsprechung eines anderen belgischen Heiligen, Schulbruder Mutien-Marie, ist die Kirche in Belgien ein weiteres Mal vereinigt, um Gott für einen ihrer Söhne zu danken, der als authentischer Diener Gottes anerkannt ist. Vor dieser edlen Figur denken wir daran, daß es die Liebe ist, welche die Einheit schafft: sie bewirkt sie und macht sie ersehnenswert. Im Gefolge des heiligen Paulus trainiert uns der heilige Damian, die guten Kämpfe zu erwählen (vgl. 1 Tim 1,18), nicht jene, die zur Teilung führen, sondern jene, die einigen. Er lädt uns ein, die Augen zu öffnen für den Aussatz, der die Menschheit unserer Brüder verstümmelt und der heute noch - mehr als unsere Weitherzigkeit - die Liebe unserer dienenden Anwesenheit herbeiruft." So laßt uns gemeinsam die fünf neuen Heiligen der Katholischen Kirche anrufen: heiliger Erzbischof Zygmunt Szczesny Felinski (1822 - 1895), heiliger Dominikanerpater Francisco Coll y Guitart (1812 - 1875), heiliger Pater Jozef Damiaan De Veuster (1840 - 1889), heiliger Mönch Rafael Arnáiz Barón (1911 - 1938) und heilige Ordensfrau Marie de la Croix (Jeanne) Jugan (1792 - 1879), bittet für uns! Samstag, 15. August 2009
BUCHENHÜLL AM JAKOBSWEG: WALLFAHRT ... Geschrieben von Padre Alex / Dr. Alexander Pytlik
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12:56
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BUCHENHÜLL AM JAKOBSWEG: WALLFAHRT ZUM FRAUENDREISSIGERErleben auch Sie die Atmosphäre der besonderen marianischen Zeit des sommer-lichen Frauen-dreißigers in Oberbayern! Bleiben wir also bei dem mir seit 2002 seelsorglich anvertrauten Wallfahrtsort Buchenhüll mitten auf dem Jakobsweg. Angesichts seiner Geschichte war es also angemessen, seine wunderschöne Wallfahrtskirche auch von den Päpsten her mit Ablässen auszustatten. Zu Beginn unserer Andachten (an jedem Sonntag ab 13.30 Uhr) darf ich somit erinnern, daß der andächtige Besuch jeder einzelnen Frauendreißigerandacht in der Buchenhüller Wallfahrtskirche mit dem Gewinn eines vollkommenen Ablasses, also eines Nachlasses noch abzubüßender Sündenstrafen, kurz gesagt, mit einem Fegefeuer-Erlaß, verbunden werden kann, weil uns dies der Diener Gottes Johannes Paul II. im Jahre 2003 ausdrücklich für den Fall gewährt hat, daß Gläubige an einer Andacht zu Ehren der allerseligsten Jungfrau Maria teilnehmen und dorthin aus Gründen der Frömmigkeit Scharen gewallfahrtet kommen. Voraussetzung sind immer die gewöhnlichen Bedingungen, nämlich eine gültige persönliche Beichte, die nicht länger als drei Wochen zurückliegen sollte, aber auch nachgeholt werden kann, wenn es sich um keine schweren Sünden handelt, weiters ein frei zu wählendes Gebet nach Meinung des Heiligen Vaters, dann eine persönliche Haltung, die sich der Anhänglichkeit gegenüber jeglicher Sünde ernsthaft enthalten will, und schließlich der würdige Empfang der Heiligen Kommunion. Unser hochwürdigster Diözesanbischof Dr. Gregor Maria Hanke OSB rief am 23. Juli dieses Jahres auf: "Nachdrücklich empfehle ich allen Priestern sowie allen Brüdern und Schwestern im Bistum Eichstätt die Gewinnung der vom Heiligen Vater gewährten Ablässe", und dies bezog sich nicht nur auf die in jedem Kirchenjahr durch das gemeinsame Beten des Rosenkranzes und viele andere Werke täglich möglichen vollkommenen Ablässe, sondern auf die speziellen Ablässe in dem seit dem Herz-Jesu-Fest laufenden "Jahr des Priesters", das der Heilige Vater Papst Benedikt XVI. ausgerufen hat, um die Heiligung der Priester und das Gebet um Neupriester besonders hervorzuheben. Bischof Gregor Maria schreibt in seinem Ablaßdekret zum Priesterjahr, ich zitiere: "Die Gewinnung der Ablässe möge auch zur Förderung und zu einem Aufleben des Bußsakramentes in unseren Pfarrgemeinden beitragen. Gemäß dem (päpstlichen) Dekret lege ich neben den dort erwähnten Tagen, an denen alle Gläubigen einen vollkommenen Ablaß gewinnen können, nämlich den ersten Donnerstagen im Monat während des Priester-Jahres, dem monatlichen Gebetstag um geistliche Berufe und sogenannten Priesterdonnerstag und dem 11. Juni 2010, dem (Herz-Jesu-Fest und) Ende des Priester-Jahres hiermit für unser Bistum Eichstätt folgende weitere Tage fest: die monatlichen 'Fatima-Tage', also jeden Dreizehnten eines Monats.“ Zitat Ende. So ist es eine besondere Fügung in diesem Jahr, daß der Frauendreißigerschluß auf den Sonntag, 13. September 2009, und somit auf einen Fatimatag fällt. Dadurch ist der Gewinn des vollkommenen Ablasses schon durch die Mitfeier des lateinischen Amtes am Vormittag um 09.30 Uhr möglich, aber eben dann auch alternativ durch die Mitfeier der Festandacht an der Grotte ab 14 Uhr, wobei daran zu erinnern ist, daß in jedem Jahr das gemeinsame Gebet von fünf Gesätzen des Rosenkranzes bzw. die halbstündige Anbetung des Allerheiligsten Sakramentes bei der Andacht bzw. die feierliche Hin- und Rückprozession des Allerheiligsten jeweils für sich von der Kirche mit einem vollkommenen Ablaß versehen sind, aber klar bleibt, daß jeder Gläubige und jede Gläubige einen vollkommenen Ablaß nur einmal am Tag gewinnen kann, ausgenommen es wäre der eigene Sterbetag. Nun aber haben wir am kommenden 13. September 2009 noch mehr vor, denn unser Bischof Gregor Maria hat ausdrücklich gewünscht, daß wir die am 16. Juli 2009 in Ingolstadt vollzogene Weihe des ganzen Bistums Eichstätt an Maria unter ihrem Titel der dreimal wunderbaren Mutter in allen Pfarreien und Gemeinschaften nachvollziehen. Der Heilige Vater Papst Benedikt XVI. erinnert uns in seinem Eröffnungsschreiben zum Jahr des Priesters: "Die Feier des 150. Todestags des heiligen Johannes Maria Vianney (1859), des heiligen Pfarrers von Ars, schließt sich unmittelbar an die kaum abgeschlossenen Feiern zum 150. Jahrestag der Marienerscheinungen von Lourdes (1858) an." Und unser Papst verstärkt die Verbindung der von ihm ausgerufenen besonderen Gedenkjahre, indem er schreibt: "Schon 1959 hatte der selige Papst Johannes XXIII. bemerkt: 'Kurz bevor der Pfarrer von Ars seine lange verdienstvolle Laufbahn beendet hatte, war in einem anderen Teil Frankreichs die Unbefleckte Jungfrau einem demütigen und reinen Mädchen erschienen, um ihm eine Botschaft des Gebetes und der Buße zu übermitteln, deren enorme geistliche Resonanz seit einem Jahrhundert wohlbekannt ist. Tatsächlich war das Leben des heiligen Priesters Johannes Maria Vianney, dessen Gedenken wir feiern, im voraus eine lebendige Darstellung der großen übernatürlichen Wahrheiten, die der Seherin von Massabielle, der heiligen Bernadette, vermittelt wurden. Der heilige Pfarrer von Ars selbst hegte für die Unbefleckte Empfängnis der allerseligsten Jungfrau eine glühende Verehrung - er, der 1836 seine Pfarrei der ohne Sünde empfangenen Maria geweiht hatte und dann die dogmatische Definition von 1854 mit so viel Glauben und Freude aufnehmen sollte.'" Zitat Ende. Das waren die Worte des seligen Papstes Johannnes XXIII., die unser Heiliger Vater zitiert, und Benedikt setzt fort: "Der heilige Pfarrer erinnerte seine Gläubigen immer daran, daß 'Jesus Christus, nachdem er uns alles gegeben hatte, was er uns geben konnte, uns noch das Wertvollste als Erbe hinterlassen wollte, das er besitzt, nämlich seine Mutter'." Zitat Ende. Und genau aus diesem Grunde, liebe Andächtige, sind wir hier und besuchen nach Möglichkeit jede Dreißigerandacht. Und vergessen wir nicht, daß eben diese Haltung des heiligen Pfarrers von Ars auch von einem meiner Vorgänger, Pfarrer Arnold, so lebendig geteilt wurde, daß er 1904 zum 50jährigen Jubiläum der Verkündigung des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis diese wunderbare Lourdesgrotte mit Hilfe der Kapuziner in Buchenhüll errichten ließ. Alle Glaubenswahrheiten, die Maria betreffen, gehören ganz zusammen, und so ist die Unbefleckte Empfängnis die absolute Basis für jenes Dogma, für jene Glaubenswahrheit, die wir am 15. August in besonderer Weise begehen: wir begehen die heilige Entschlafung Mariens und ihre Aufnahme in den Himmel, nicht nur mit ihrer unsterblichen Seele, sondern auch mit ihrem ganzen Leib. Unbefleckte Empfängnis, das Geheimnis des 8. Dezember, bedeutet – und im zweiten lateinischen Kalendarium für die außerordentliche Form des Römischen Ritus kommt uns am 16. August noch der heilige Joachim in den Sinn – unbefleckte Empfängnis bedeutet, daß Maria vom ersten Augenblick ihrer Existenz an von jedem Makel der Erbsünde ganz frei geblieben ist, das heißt, sie wurde vor-erlöst, und sie blieb auch von jeder persönlichen Sünde ganz frei. Dadurch konnte sie in aller unbeschreiblichen Freiheit ihr Ja zu ihrer Berufung sagen, wahre Mutter Gottes zu werden, Mutter nämlich des Gottessohnes, Mutter Jesu Christi, der für Christen wahrer Gott und wahrer Mensch in einer göttlichen Person ist. Und weil Maria die Unbefleckte Empfängnis ist, was der heiligen Bernadette so wunderbar von Maria selbst verkündet wurde, weil sie also von der Ursünde unserer Stammeltern, der ersten Menschen, in keiner Weise betroffen wurde und dann unter dem Kreuz inniglich mit dem Herzen Jesu mitlitt, aus diesem Grunde starb sie auch nicht wie wir, sondern ihr Sterben war ein seliges Entschlafen, war ein wunderbarer Übergang in die volle Herrlichkeit des Himmels und ein absolutes Privileg, bereits jetzt einen Auferstehungsleib haben zu dürfen, der ganz ihrem göttlichen Sohne in seiner auferstandenen Menschennatur angeglichen ist. "Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt." (Offb 12,1) Diese Herrlichkeit Mariens, eines reinen Menschen, feiern wir an jedem 15. August. Und genau dieser wunderbaren, ja dreimal wunderbaren Mutter vertraut der Papst das Jahr der Priester an. Und unser ganzes Bistum Eichstätt hat sich am Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel kraft des Handelns unseres Oberhirten Bischof Gregor Maria eben wiederum der allerseligsten Jungfrau geweiht. Wenn wir dies alles am 13. September 2009 bei gutem Wetter an der Mariengrotte und bei schlechtem Wetter hier in der Wallfahrtskirche nachvollziehen und das Weihegebet Wort für Wort sprechen werden, erwarte ich daher, daß zum Frauendreißigerschluß alle Buchenhüller und Buchenhüllerinnen und alle mit Buchenhüll verbundenen Pilger und Pilgerinnen sowie viele Pilger des Jakobsweges auf den Beinen sein werden, sowohl was die selbstverständliche Erfüllung der Sonntagspflicht am Vormittag als auch was die feierliche Andacht an der Lourdesgrotte mit der Weiheerneuerung um 14 Uhr betrifft. Wir alle haben durch die Wallfahrt und durch die Lourdesgrotte, die im Geiste des heiligen Pfarrers von Ars errichtet wurde, die Verpflichtung, für diesen 13. September 2009 besondere Werbung zu machen, damit möglichst viele Seelen diese Marienweihe am Nachmittag vor dem ausgesetzten Allerheiligsten persönlich mitvollziehen, vor allem dann, wenn sie es nicht schon am 16. Juli 2009 gemeinsam mit unserem hochwürdigsten Bischof in Ingolstadt getan haben. Papst Benedikt XVI. schreibt abschließend: "Der Allerseligsten Jungfrau vertraue ich dieses Jahr der Priester an und bitte sie, im Innern jedes Priesters eine großherzige Wiederbelebung jener Ideale der völligen Hingabe an Christus und an die Kirche auszulösen, die das Denken und Handeln des heiligen Pfarrers von Ars bestimmten. Mit seinem eifrigen Gebetsleben und seiner leidenschaftlichen Liebe zum gekreuzigten Jesus nährte Johannes Maria Vianney seine tägliche rückhaltlose Hingabe an Gott und an die Kirche. Möge sein Beispiel die Priester zu jenem Zeugnis der Einheit mit dem Bischof, untereinander und mit den Laien bewegen, das heute wie immer so notwendig ist. Trotz des Übels, das es in der Welt gibt, sind die Worte Christi an seine Apostel im Abendmahlssaal stets aktuell: 'In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt' (Joh 16,33)." Zitat Ende. Damit sind wir an den Wahlspruch unseres Oberhirten erinnert: unser Glaube ist unser Sieg. Er hat am 16. Juli 2009 in wunderbarer Weise den Sinn und die Bedeutung der Marienweihe des ganzen Bistums erläutert: "vielen von uns ist das Gebet geläufig: unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, heilige Gottesgebärerin - sub tuum praesidium confugimus, sancta Dei genitrix. Gerade dieses Gebet erschließt uns die Bedeutung der Marienweihe. Deshalb habe ich den Anfang dieses Gebetes als Inschrift an der Votivlampe beim Gnadenbild der Dreimal Wunderbaren Mutter anbringen lassen." So unser Bischof. "Die einleitenden Gebetsworte 'Unter deinen Schutz und Schirm' lassen uns an das Bild der Schutzmantelmadonna denken, vielleicht an jenes in der Sakramentskapelle des Eichstätter Doms, unter deren weiten Mantel sich schutzsuchend die von Sorgen geplagten Menschen flüchten, dort aber zur Weggemeinschaft geformt werden. Was die Kunst bildlich oder plastisch darstellt, vollziehen wir geistlich durch das Weihegebet an Maria. Menschen, die sich Maria weihen, suchen ihre Nähe, ihre Weggemeinschaft und ihren Schutz." Zitat Ende. Und genau dies wollen wir vorbereiten und am 13. September 2009 wiederum tun. Und nicht vergessen möchte ich auch die besondere Einladung zur unmittelbar nächsten Dreißigerandacht, weil in diesem "Jahr der Priester" am kommenden Sonntag, dem 23. August 2009, gleich zwei Eichstätter Neupriester den Primizsegen hier in der Wallfahrtskirche spenden werden, nämlich Michael Krüger und Michael Radtke. Auch für diese beiden, für alle Neupriester und überhaupt für alle Priester werden wir dann am 13. September 2009 mit dem offiziellen diözesanen Weihegebet Maria anrufen: "Erflehe für unseren Heiligen Vater, unseren Bischof und für alle Priester und Diakone Gottes Segen. Begleite alle Ordensleute und erbitte unserer Diözese Nachwuchs für den priesterlichen Dienst und für das geweihte Leben. Segne den Dienst aller Haupt- und Ehrenamtlichen in der Kirche. Bitte für uns und die ganze Christenheit." AMEN. |
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