Montag, 15. August 2011
KRÄUTERWEIHE IM FRAUENDREISSIGER: ... Geschrieben von Padre Alex / Dr. Alexander Pytlik
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KRÄUTERWEIHE IM FRAUENDREISSIGER: DER ALTE TEXT FREI INS DEUTSCHE ÜBERTRAGEN Nicht wenige lateinische Katholiken sind darüber informiert, daß der Römische Ritus zwei offizielle Formen besitzt, die ordentliche und die (ältere) außerordentliche. Die römische Instruktion Universae Ecclesiae über die Ausführung des als Motu proprio erlassenen Apostolischen Schreibens Summorum Pontificum von Papst Benedikt XVI. hat auch in ihrer Nummer 35 festgehalten, daß der Gebrauch des (älteren) Rituale Romanum gestattet ist, und als ein sehr schönes Beispiel möchte ich heute auf die alten Kräuterweihegebete verweisen, die ich im folgenden zum Teil präzise, zum Teil aber auch freier bzw. im Fall des dritten Gebetes mit zusätzlichen Verständnishinweisen ins Deutsche übertragen habe. Frauen-dreißiger in Buchenhüll ab 15. August 2011 zur Vorbereitung des Papst-besuches in Deutschland; mit S. E. Bischof Dr. Walter Mixa am 18. September 2011 (Sonntag zum feierlichen Frauen-dreißiger-schluß). [BEGINN DER KRÄUTERSEGNUNG AM 15. AUGUST:] V. Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn! R. Der Himmel und Erde erschaffen hat. Psalm 64 (65) 2 Dir gebührt Lobgesang, Gott, auf dem Zion, / Dir erfüllt man Gelübde. 3 Du erhörst die Gebete. / Alle Menschen kommen zu Dir 4 unter der Last ihrer Sünden. Unsere Schuld ist zu groß für uns, / Du wirst sie vergeben. 5 Wohl denen, die Du erwählst und in Deine Nähe holst, / die in den Vorhöfen Deines Heiligtums wohnen. Wir wollen uns am Gut Deines Hauses sättigen, / am Gut Deines Tempels. 6 Du vollbringst erstaunliche Taten, / erhörst uns in Treue, Du Gott unsres Heiles, Du Zuversicht aller Enden der Erde / und der fernsten Gestade. 7 Du gründest die Berge in Deiner Kraft, / Du gürtest Dich mit Stärke. 8 Du stillst das Brausen der Meere, / das Brausen ihrer Wogen, das Tosen der Völker. 9 Alle, die an den Enden der Erde wohnen, / erschauern vor Deinen Zeichen; / Ost und West erfüllst Du mit Jubel. 10 Du sorgst für das Land und tränkst es; / Du überschüttest es mit Reichtum. Der Bach Gottes ist reichlich gefüllt, / Du schaffst ihnen Korn; so ordnest Du alles. 11 Du tränkst die Furchen, ebnest die Schollen, / machst sie weich durch Regen, segnest ihre Gewächse. 12 Du krönst das Jahr mit Deiner Güte, / Deinen Spuren folgt Überfluß. 13 In der Steppe prangen die Auen, / die Höhen umgürten sich mit Jubel. 14 Die Weiden schmücken sich mit Herden, / die Täler hüllen sich in Korn. / Sie jauchzen und singen. Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen. V. Der Herr spendet Segen. R. Und unser Land gibt seinen Ertrag. V. Du tränkst die Berge aus Deinen Kammern. R. Aus Deinen Wolken wird die Erde satt. V. Du läßt Gras wachsen für das Vieh. R. Und auch Pflanzen für den Menschen, V. die er anbaut, damit er Brot gewinne von der Erde. R. Und Wein, der das Herz des Menschen erfreut, V. damit sein Gesicht von Öl erglänze. R. Und Brot das Menschenherz stärke. V. Er sandte Sein Wort und heilte sie. R. Und befreite sie von ihrem Verderben. V. Herr, erhöre mein Gebet! R. Und laß' mein Rufen zu Dir kommen! V. Der Herr sei mit euch! R. Und mit deinem Geiste! I. Lasset uns beten! Allmächtiger ewiger Gott, der Du Himmel, Erde und Meer, Sichtbares und Unsichtbares durch Dein Wort aus dem Nichts erschaffen hast und zum Gebrauch der Menschen und Tiere die Erde hervorbringen lassest Bäume und Kräuter, welche nach Deiner mildreichen Anordnung in ihrer jeweiligen Eigenart aus sich Frucht bringen, nicht nur als Kräuternahrung für die Beseelten, sondern auch zur Heilung kranker Körper. Inniglich bitten wir Dich mit Herz und Mund, Du wollest diese unterschiedlichen Kräutergattungen und Früchte durch Deine gnadenreiche Milde + segnen, damit sie durch den Einfluß der neuen Gnade Deines Segens und durch den rechten Gebrauch für Mensch und Tier in Deinem heiligen Namen über ihre von Dir gegebene natürliche Kraft hinaus reichen Schutz gewähren gegen alle Krankheit und Vergiftung. Durch unseren Herrn Jesus Christus, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit Dir lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. AMEN. II. Lasset uns beten! O Gott, der Du durch Deinen Knecht Moses die Söhne Israels anleitetest, Manipeln der neuen Früchte zu ihrer Segnung zu den Priestern zu bringen, unter Auswahl der feinsten und schönsten Früchte der Gewächse und unter dem Ausdruck großer Freude vor Dir als ihrem wahren Gott: höre unsere Anrufungen, und gieße die Überfülle Deines + Segens auf uns und auf diese Bündel der neuen Gewächse und diese Collectio neuer Kräuter und Früchte, die wir Dir voll Dank an diesem hochfestlichen Tag darstellen und in Deinem Namen + segnen. Gewähre gnädig, daß überall dort wo auch immer von diesen gesegneten Kräutern etwas aufbewahrt, mitgetragen oder anders verwendet wird, Menschen, Schafe, Vieh, Reit- und Lasttiere heilende Hilfe finden gegen Krankheiten, Seuchen, Geschwüre, Bösartigkeiten und Verwünschungen sowie gegen die Gifte und Bisse der Schlangen und anderer Tiere, aber auch Verteidigung finden gegen teuflische Illusionen, Machenschaften und betrügerische Verführungen. Und so mögen wir beladen mit Manipeln guter Werke, durch die Verdienste der allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria, deren leibliche Aufnahme in den Himmel wir feierlich begehen, gewürdigt werden, eben dort zugelassen zu werden. Durch unseren Herrn Jesus Christus, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit Dir lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. AMEN. III. Lasset uns beten! Gott, Du ließest durch Jesaja im Alten Bunde ankündigen: "Aus dem Baumstumpf von Jesse, aus dem Baumstumpf Isais, des Vaters Davids, wächst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht." (Jes 11,1) Wir singen in der Weihnachtszeit immer wieder neu: "Es ist ein Ros entsprungen aus einer Wurzel zart, von Jesse, von Isai, dem Vater Davids, kam die Art. Das Röslein, davon Jesaja sagt, ist Maria, die Reine." Dieses Röslein, diesen Reis aus Isais Stumpf, diesen Zweig Jesses, diese virgam Jesse, nämlich die allerseligste Jungfrau und Gottesgebärerin, die Mutter Deines Sohnes und unseres Herrn Jesus Christus, hast Du am heutigen Tage in den Himmel erhoben, damit Du uns Sterblichen auf ihre Bitten hin und unter ihrem Patronat die Frucht ihres Leibes, Deinen Sohn, vermittelst: wir bitten Dich demütig, daß wir kraft der Vollmacht dieses Deines Sohnes und unter dem glorreichen Patrozinium Seiner Mutter die Schutzwirkungen dieser Früchte der Erde für das irdische und ewige Heil zu nützen vermögen. Durch unseren selben Herrn Jesus Christus, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit Dir lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. AMEN. Und der Segen des allmächtigen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes komme auf diese Bündel herab und bleibe auf ihnen allezeit. AMEN. [ENDE DER KRÄUTERSEGNUNG ZU BEGINN DES FRAUENDREISSIGERS.] Und so lade ich noch sehr herzlich ein, während der traditionellen Kräuterweihe-Zeit des Frauendreißigers zu Ehren der in den Himmel mit Seele und Leib aufgenommenen Gottesmutter Maria auch die eine oder andere Wallfahrt in den uralten Marienort St. Marien Buchenhüll, Ortsteil von Eichstätt, zu unternehmen. In diesem Jahr dient dieser sommerliche Marienmonat vor allem auch der geistlich-marianischen Vorbereitung auf den Besuch Seiner Heiligkeit Papst Benedikt XVI., weshalb vier seiner Vorgänger mit ihren wesentlichen Aussagen über dieselbe Gottesmutter Maria im Mittelpunkt der diesjährigen Frauendreißigerpredigten stehen werden. Alle genauen Termine können dem Buchenhüller Werbeplakat entnommen werden. Euer Padre Alex - Kirchenrektor Dr. Alexander Pytlik Mittwoch, 29. Juni 2011
60. PRIESTERWEIHETAG VON PAPST ... Geschrieben von Padre Alex / Dr. Alexander Pytlik
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12:30
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60. PRIESTERWEIHETAG VON PAPST BENEDIKT UND DAS HERZ-JESU-FEST
Mit großer Freude blickt die ganze Katholische Kirche am heutigen Hochfest der heiligen Apostelfürsten Petrus und Paulus mit all ihren Riten(kirchen) und Teilkirchen auf den Nachfolger Petri, auf den regierenden Papst Benedikt XVI., der seinen 60. Priesterweihetag begeht. Viele Diözesen und Pfarreien haben den Bitten des Heiligen Stuhles und ihrer Bischöfe entsprochen und organisieren besondere Gebetsstunden, insbesondere vor dem Allerheiligsten Sakrament des Altares. Besonders geeignet ist dazu auch noch der 1. Juli 2011, in diesem Jahr nämlich (nach dem späten Osterfest) das Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu (der 1. Juli ist ansonsten im Kalendarium für die außerordentliche Form des Römischen Ritus das Hochfest des Kostbaren Blutes Jesu Christi, wobei aber immer der ganze Monat Juni dem Heiligsten Herzen Jesu und der ganze Monat Juli dem Kostbaren Blute Christi geweiht ist). Das Herz-Jesu-Fest ist auch der Weltgebetstag für die Heiligung der Priester. Bevor ich aus diesem Anlaß den aktuellen Text des weltkirchlichen Herz-Jesu-Sühnegebetes abschließend in Erinnerung rufe, blicke ich in großer Dankbarkeit auf das Vorjahr zurück und auf den Abschluß des Priesterjahres in Rom auf dem Petersplatz, nämlich am Hochfest des Heiligsten Herzen Jesu. Schon am Vorabend konnte ich dabei sein, es beteten tausende Priester mit dem Papst vor dem Allerheiligsten Sakrament, und es gab auch eine beeindruckende Anbetungsstille. Bei der Predigt in der Herz-Jesu-Festmesse sagte der Heilige Vater dann vor mehr als einem Jahr:
[BEGINN DER PÄPSTLICHEN HERZ-JESU-PREDIGT AUS DEM VORJAHR:] Das Priesterjahr, das wir 150 Jahre nach dem Tod des heiligen Pfarrers von Ars, dem Vorbild priesterlichen Dienens in unserer Welt, begangen haben, geht zu Ende. Vom Pfarrer von Ars haben wir uns führen lassen, um Größe und Schönheit des priesterlichen Dienstes neu zu verstehen. Der Priester ist nicht einfach ein Amtsträger, wie ihn jede Gesellschaft braucht, damit gewisse Funktionen in ihr erfüllt werden können. Er tut vielmehr etwas, das kein Mensch aus sich heraus kann: er spricht in Christi Namen das Wort der Vergebung für unsere Sünden und ändert so von Gott her den Zustand unseres Lebens. Er spricht über die Gaben von Brot und Wein die Dankesworte Christi, die Wandlungsworte sind – Ihn selbst, den Auferstandenen, Sein Fleisch und Sein Blut gegenwärtig werden lassen und so die Elemente der Welt verändern: die Welt auf Gott hin aufreißen und mit Ihm zusammenfügen. So ist Priestertum nicht einfach „Amt“, sondern Sakrament: Gott bedient sich eines armseligen Menschen, um durch ihn für die Menschen da zu sein und zu handeln. Diese Kühnheit Gottes, der sich Menschen anvertraut, Menschen zutraut, für Ihn zu handeln und da zu sein, obwohl Er unsere Schwächen kennt – die ist das wirklich Große, das sich im Wort Priestertum verbirgt. Daß Gott uns dies zutraut, daß Er Menschen so in Seinen Dienst ruft und so sich ihnen von innen her verbindet, das wollten wir in diesem Jahr neu bedenken und verstehen. Wir wollten die Freude neu aufleben lassen, daß Gott uns so nahe ist und die Dankbarkeit dafür, daß Er sich unserer Schwachheit anvertraut. Daß Er uns führt und hält, Tag um Tag. So wollten wir auch jungen Menschen wieder zeigen, daß es diese Berufung, diese Dienstgemeinschaft für Gott und mit Gott gibt – ja, daß Gott auf unser Ja wartet. Mit der Kirche wollten wir wieder darauf hinweisen, daß wir Gott um diese Berufung bitten müssen. Wir bitten um Arbeiter in der Ernte Gottes, und dieser Ruf an Gott ist zugleich ein Anklopfen Gottes ans Herz junger Menschen, die sich zutrauen, was Gott ihnen zutraut. Es war zu erwarten, daß dem bösen Feind dieses neue Leuchten des Priestertums nicht gefallen würde, das er lieber aussterben sehen möchte, damit letztlich Gott aus der Welt hinausgedrängt wird. So ist es geschehen, daß gerade in diesem Jahr der Freude über das Sakrament des Priestertums die Sünden von Priestern bekannt wurden – vor allem der Mißbrauch der Kleinen, in dem das Priestertum als Auftrag der Sorge Gottes um den Menschen in sein Gegenteil verkehrt wird. Auch wir bitten Gott und die betroffenen Menschen inständig um Vergebung und versprechen zugleich, daß wir alles tun wollen, um solchen Mißbrauch nicht wieder vorkommen zu lassen; daß wir bei der Zulassung zum priesterlichen Dienst und bei der Formung auf dem Weg dahin alles tun werden, was wir können, um die Rechtheit der Berufung zu prüfen, und daß wir die Priester mehr noch auf ihrem Weg begleiten wollen, damit der Herr sie in Bedrängnissen und Gefahren des Lebens schütze und behüte. Wenn das Priesterjahr eine Rühmung unserer eigenen menschlichen Leistung hätte sein sollen, dann wäre es durch diese Vorgänge zerstört worden. Aber es ging uns gerade um das Gegenteil: Das Dankbar-Werden für die Gabe Gottes, die sich „in irdenen Gefäßen“ birgt und die immer wieder durch alle menschliche Schwachheit hindurch Seine Liebe in dieser Welt praktisch werden läßt. So sehen wir das Geschehene als Auftrag zur Reinigung an, der uns in die Zukunft begleitet und der uns erst recht die große Gabe Gottes erkennen und lieben läßt. So wird sie zum Auftrag, dem Mut und der Demut Gottes mit unserem Mut und unserer Demut zu antworten. Das Wort Christi, das wir in der Liturgie als Eröffnungsvers gesungen haben, kann uns in dieser Stunde sagen, was es heißt, Priester zu werden und zu sein: „Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn Ich bin gütig und von Herzen demütig“ (Mt 11, 29). Wir feiern das Herz-Jesu-Fest und schauen mit der Liturgie der Kirche gleichsam in das Herz Jesu hinein, das im Tod von der Lanze des römischen Soldaten geöffnet wurde. Ja, Sein Herz ist offen für uns und vor uns – und damit das Herz Gottes selbst. Die Liturgie legt uns die Sprache des Herzens Jesu aus, die vor allem von Gott als dem Hirten der Menschen spricht und uns damit das Priestertum Jesu zeigt, das im Innersten seines Herzens verankert ist und den immerwährenden Grund wie den gültigen Maßstab alles priesterlichen Dienstes zeigt, der immer im Herzen Jesu verankert sein und von daher gelebt werden muß. Ich möchte heute vor allem die Texte auslegen, mit denen die betende Kirche auf das in den Lesungen ausgebreitete Wort Gottes antwortet. In diesen Gesängen gehen Wort und Antwort ineinander über. Sie sind einerseits selbst aus Gottes Wort genommen, sind aber zugleich schon Antwort des Menschen darauf, in der das Wort Sich mitteilt und in unser Leben eintritt. Am wichtigsten unter diesen Texten ist in der Liturgie von heute der Psalm 23 (22): „Der Herr ist mein Hirte“, in dem das betende Israel die Selbstoffenbarung Gottes als Hirten aufgenommen und zur Wegweisung im eigenen Leben gemacht hat. „Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen“ – in diesem ersten Vers spricht sich Freude und Dankbarkeit dafür aus, daß Gott da ist und sich um uns sorgt. Die Lesung aus Ezechiel beginnt mit dem gleichen Motiv: „Ich will mich selber um meine Schafe kümmern“ (Ez 34, 11). Gott kümmert sich persönlich um mich, um uns, um die Menschheit. Ich bin nicht allein gelassen, nicht verloren im Weltall und in einer immer verwirrender werdenden Gesellschaft. ER kümmert sich um mich. Er ist kein ferner Gott, dem mein Leben zu unwichtig wäre. Die Religionen der Welt haben, soweit wir sehen können, immer gewußt, daß es letztlich nur einen Gott gibt. Aber dieser Gott war weit weg. Er überließ allem Anschein nach die Welt anderen Mächten und Gewalten, anderen Gottheiten. Mit ihnen mußte man sich arrangieren. Der eine Gott war gut, aber doch fern. Er war nicht gefährlich, aber auch nicht hilfreich. So brauchte man sich mit Ihm nicht zu beschäftigen. Er herrschte nicht. In der Aufklärung ist merkwürdigerweise dieser Gedanke zurückgekehrt. Man verstand noch, daß die Welt einen Schöpfer voraussetzt. Aber dieser Gott hatte die Welt gebaut und sich offensichtlich von ihr zurückgezogen. Nun hatte sie ihre Gesetzmäßigkeiten, nach denen sie ablief, in die Gott nicht eingriff, nicht eingreifen konnte. Gott war nur ein ferner Anfang. Viele wollten vielleicht auch gar nicht, daß Gott sich um sie kümmere. Sie wollten nicht gestört sein durch Gott. Wo aber Gottes Sorge und Liebe als Störung empfunden wird, da ist der Mensch verkehrt. Es ist schön und tröstlich zu wissen, daß ein Mensch mir gut ist und sich um mich kümmert. Aber noch viel entscheidender ist, daß es den Gott gibt, der mich kennt, mich liebt und sich um mich sorgt. „Ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich“ (Joh 10,14), betet die Kirche vor dem Evangelium mit einem Wort des Herrn. Gott kennt mich, sorgt sich um mich. Dieser Gedanke sollte uns richtig froh werden lassen. Lassen wir ihn tief in uns eindringen. Dann begreifen wir auch, was es bedeutet: Gott will, daß wir als Priester Seine Sorgen um die Menschen an einem kleinen Punkt der Geschichte mittragen. Wir wollen als Priester Mitsorgende mit Seiner Sorge um die Menschen sein, sie dieses Sich-Kümmern Gottes praktisch erlebbar werden lassen. Und mit dem Herrn sollte der Priester für seinen ihm anvertrauten Bereich sagen können: „Ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich.“ „Kennen“ ist im Sinne der Heiligen Schrift nie bloß ein äußeres Wissen, wie man die Telephonnummer eines Menschen kennt. „Kennen“ heißt: dem anderen innerlich nah sein. Ihm gut sein. Wir sollten versuchen, die Menschen von Gott her und auf Gott hin zu „kennen“, mit ihnen den Weg der Freundschaft Gottes zu gehen. Kehren wir zu unserem Psalm zurück. Da heißt es: „Er leitet mich auf rechten Pfaden, treu Seinem Namen. Muß ich auch wandern in finsterer Schlucht, ich fürchte kein Unheil – denn Du bist bei mir. Dein Stock und Dein Stab geben mir Zuversicht“ (23 [22], 3f). Der Hirte zeigt den ihm Anvertrauten den rechten Weg. Er geht voraus und führt sie. Sagen wir es anders: Der Herr zeigt uns, wie man das Menschsein richtig macht. Er zeigt uns die Kunst, ein Mensch zu sein. Was muß ich tun, damit ich nicht abstürze, im Sinnlosen mein Leben vertue? Das ist doch die Frage, die sich jeder Mensch stellen muß und die zu allen Zeiten des Lebens gilt. Und wieviel Dunkel gibt es zu dieser Frage in unserer Zeit! Immer wieder kommt uns das Wort Jesu in den Sinn, der Mitleid mit den Menschen hatte, weil sie wie Schafe ohne Hirten waren. Herr, hab Mitleid auch mit uns! Zeige uns den Weg! Aus dem Evangelium wissen wir es: Er selbst ist der Weg. Mit Christus leben, ihm nachgehen – das heißt: den richtigen Weg finden, damit unser Leben sinnvoll wird und damit wir einmal sagen können: ja, es war gut zu leben. Israel war und ist Gott dankbar, daß Er in den Geboten den Weg des Lebens gezeigt hat. Der große Psalm 119 (118) ist ein einziger Ausdruck der Freude darüber: wir tappen nicht im Dunkeln. Gott hat uns gezeigt, was der Weg ist, wie wir recht gehen können. Was die Gebote sagen, ist im Leben Jesu zusammengefaßt und zu lebendiger Gestalt geworden. So erkennen wir, daß diese Weisungen Gottes nicht Fesseln sind, sondern Weg, den Er uns zeigt. Wir dürfen ihrer froh sein, und wir dürfen uns freuen, daß sie in Christus als gelebte Wirklichkeit vor uns stehen. Er selbst hat uns froh gemacht. Im Mitgehen mit Christus geht uns die Freude der Offenbarung auf, und als Priester sollen wir den Menschen die Freude darüber schenken, daß uns der rechte Lebensweg gezeigt ist. Da ist dann das Wort von der „finsteren Schlucht“, durch die der Herr den Menschen geleitet. Unser aller Weg führt uns einmal in die finstere Schlucht des Todes, in der uns niemand begleiten kann. Und ER ist da. Christus ist selbst in die finstere Nacht des Todes hinabgestiegen. Auch dort verläßt Er uns nicht. Auch dort führt Er uns. „Bette ich mich in der Unterwelt, Du bist zugegen“, sagt der Psalm 139 (138). Ja, Du bist zugegen auch in der letzten Not, und so kann unser Antwort-Psalm sagen: auch dort, in finsterer Schlucht, fürchte ich kein Unheil. Bei der Rede von der finsteren Schlucht können wir aber auch an die dunklen Täler der Versuchung, der Mutlosigkeit, der Prüfung denken, die jeder Mensch durchschreiten muß. Auch in diesen finsteren Tälern des Lebens ist ER da. Ja, Herr, zeige mir in den Dunkelheiten der Versuchung, in den Stunden der Verfinsterung, in denen alle Lichter zu erlöschen scheinen, daß Du da bist. Hilf uns Priestern, daß wir den uns anvertrauten Menschen in diesen dunklen Nächten beistehen können. Ihnen Dein Licht zeigen dürfen. „Dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht“: Der Hirte braucht den Stock gegen die wilden Tiere, die in die Herde einbrechen möchten; gegen die Räuber, die sich ihre Beute suchen. Neben dem Stock steht der Stab, der Halt schenkt und schwierige Passagen zu durchschreiten hilft. Beides gehört auch zum Dienst der Kirche, zum Dienst des Priesters. Auch die Kirche muß den Stock des Hirten gebrauchen, mit dem sie den Glauben schützt gegen die Verfälscher, gegen die Führungen, die Verführungen sind. Gerade der Gebrauch des Stockes kann ein Dienst der Liebe sein. Heute sehen wir es, daß es keine Liebe ist, wenn ein für das priesterliche Leben unwürdiges Verhalten geduldet wird. So ist es auch nicht Liebe, wenn man die Irrlehre, die Entstellung und Auflösung des Glaubens wuchern läßt, als ob wir den Glauben selbst erfänden. Als ob er nicht mehr Gottes Geschenk, die kostbare Perle wäre, die wir uns nicht nehmen lassen. Zugleich freilich muß der Stock immer wieder Stab des Hirten werden, der den Menschen hilft, auf schwierigen Wegen gehen zu können und dem Herrn nachzufolgen. Am Ende des Psalms ist die Rede vom gedeckten Tisch, vom Öl, mit dem das Haupt gesalbt wird, vom übervollen Becher, vom Wohnen-Dürfen beim Herrn. Im Psalm ist das zunächst Ausblick auf die Festesfreude, mit Gott im Tempel zu sein, von Ihm selbst bewirtet zu werden, bei Ihm wohnen zu dürfen. Für uns, die wir den Psalm mit Christus und mit Seinem Leib, der Kirche, beten, hat dieser Blick der Hoffnung noch eine größere Weite und Tiefe gewonnen. Wir sehen in diesen Worten gleichsam einen prophetischen Vorgriff auf das Geheimnis der Eucharistie, in der Gott selbst uns bewirtet und Sich selbst als Speise für uns gibt – als jenes Brot und als jenen köstlichen Wein, der allein die letzte Antwort auf den innersten Hunger und Durst des Menschen sein kann. Wie sollten wir uns da nicht darüber freuen, daß wir täglich zu Gast an Gottes eigenem Tisch sein, bei Ihm wohnen dürfen. Wie sollten wir uns nicht freuen, daß Er uns aufgetragen hat: Tut dies zu meinem Gedächtnis. Daß er uns schenkt, Gottes Tisch den Menschen zu decken; ihnen Seinen Leib und Sein Blut zu reichen, ihnen das kostbare Geschenk Seiner eigenen Gegenwart zu geben. Ja, wir können mit ganzem Herzen die Worte des Psalms mitbeten: „Lauter Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang“ (23 [22], 6). Am Ende werfen wir noch einen kurzen Blick auf die beiden Kommunionlieder, die uns die Kirche heute in ihrer Liturgie vorschlägt. Da ist zunächst das Wort, mit dem der heilige Johannes den Bericht von der Kreuzigung Jesu abschließt: „Ein Soldat stieß mit der Lanze in Seine Seite, und sogleich flossen Blut und Wasser heraus“ (Joh 19,34). Das Herz Jesu wird von der Lanze durchbohrt. Es wird geöffnet, und Es wird zur Quelle: Blut und Wasser, die herausströmen, verweisen auf die beiden Grundsakramente, von denen die Kirche lebt: Taufe und Eucharistie. Aus der geöffneten Seite des Herrn, aus Seinem geöffneten Herzen entspringt der lebendige Quell, der die Jahrhunderte hindurch strömt und die Kirche schafft. Das offene Herz ist Quell eines neuen Lebensstroms; Johannes hat dabei gewiß auch an die Prophezeiung des Ezechiel gedacht, der aus dem neuen Tempel einen Strom hervorkommen sieht, der Fruchtbarkeit und Leben schenkt (Ez 47): Jesus selbst ist der neue Tempel, und Sein offenes Herz ist die Quelle, aus der ein Strom neuen Lebens kommt, das sich uns in der Taufe und in der Eucharistie mitteilt. Die Liturgie des Herz-Jesu-Festes sieht aber auch ein anderes verwandtes Wort aus dem Johannes-Evangelium als Kommunionvers vor: Wer Durst hat, komme zu mir. Es trinke, wer an mich glaubt. Die Schrift sagt: „Aus Seinem Innern werden Ströme lebendigen Wassers fließen“ (Joh 7,37 f.) Im Glauben trinken wir gleichsam aus dem lebendigen Wasser von Gottes Wort. Der Glaubende wird so selbst zu einer Quelle, schenkt dem dürstenden Land der Geschichte lebendiges Wasser. Wir sehen es an den Heiligen. Wir sehen es an Maria, die als die große Glaubende und Liebende alle Jahrhunderte hindurch zur Quelle von Glaube, Liebe und Leben geworden ist. Jeder Christ und jeder Priester sollten von Christus her Quelle werden, die anderen Leben mitteilt. Wir sollten einer dürstenden Welt Wasser des Lebens schenken. Herr, wir danken Dir, daß Du Dein Herz für uns aufgetan hast. Daß Du in Deinem Tod und in Deiner Auferstehung Quelle des Lebens wurdest. Laß uns lebende Menschen sein, von Deiner Quelle lebend, und schenke uns, daß auch wir Quellen sein dürfen, die dieser unserer Zeit Wasser des Lebens zu schenken vermögen. Wir danken Dir für die Gnade des priesterlichen Dienstes. Herr, segne uns, und segne alle dürstenden und suchenden Menschen dieser Zeit. Amen. [ENDE DER PÄPSTLICHEN PREDIGT ZUM HERZ-JESU-FEST AUS DEM VORJAHR.] Das bereits oben angesprochene Sühnegebet zum Heiligsten Herzen Jesu hat nach den neuesten römischen Ablaßbestimmungen folgenden approbierten Text und wird an jedem Herz-Jesu-Fest idealerweise nach der Heiligen Messe oder nach/bei der Andacht verrichtet: V: Liebreicher Jesus, dessen übergroße Liebe zu uns Menschen mit soviel Gleichgültigkeit, Nachlässigkeit, Verachtung und Undank vergolten wird, siehe, wir werfen uns hier vor Deinem Altare nieder, um die frevelhafte Kälte der Menschen und das Unrecht, das sie Deinem liebevollsten Herzen allenthalben zufügen, durch einen besonderen Ehrenerweis wieder gutzumachen. Samstag, 2. April 2011
PAPST BENEDIKT PILGERT UND LÄDT ... Geschrieben von Padre Alex / Dr. Alexander Pytlik
in Aktuelle Fürbitten, Aktuelle Predigt, News Kommentare um
20:32
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PAPST BENEDIKT PILGERT UND LÄDT EIN: FRIEDENSGEBET IN ASSISI
Heute, am 6. Todestag des verehrungswürdigen Dieners Gottes Papst Johannes Paul II., der am 1. Mai 2011 seliggesprochen werden soll, erging eine sehr wichtige Mitteilung bzw. Einladung des Pressesaales des Heiligen Stuhles, die ich in der deutschen Version von der Internetseite des Vatikan übernehme und in deren Text auch passende Verlinkungen einfüge:
"PILGER DER WAHRHEIT, PILGER DES FRIEDENS" TAG DER REFLEXION, DES DIALOGS UND DES GEBETS FÜR DEN FRIEDEN UND DIE GERECHTIGKEIT IN DER WELT IN ASSISI, 27. OKTOBER 2011 Am Neujahrstag hatte Papst Benedikt XVI. am Ende seiner Angelus-Ansprache angekündigt, daß er den 25. Jahrestag des vom ehrwürdigen Diener Gottes Johannes Paul II. veranlaßten historischen Treffens vom 27. Oktober 1986 in Assisi festlich begehen wolle. Aus diesem Anlaß möchte der Heilige Vater am kommenden 27. Oktober einen Tag der Reflexion, des Dialogs und des Gebets für den Frieden und die Gerechtigkeit in der Welt einberufen, zu dem er sich als Pilger in die Stadt des heiligen Franziskus begibt und wiederum die Geschwister im Glauben aus den anderen Konfessionen, die Vertreter der verschiedenen religiösen Traditionen auf der Welt und ganz allgemein alle Menschen guten Willens dazu einlädt, sich mit dem Nachfolger Petri auf diesem Weg zu vereinen. Der Tag hat das Thema "Pilger der Wahrheit, Pilger des Friedens". Jeder Mensch ist im Grunde ein Pilger auf der Suche nach Wahrheit und Glück. Auch der religiöse Mensch ist ständig auf der Wanderschaft, die zu Gott führt: daraus erwächst die Möglichkeit, ja geradezu di Notwendigkeit, zu sprechen und mit allen Gespräche zu führen, mit Glaubenden und Nicht-Glaubenden, ohne die eigenen Identität preiszugeben oder Formen des Synkretismus nachzugeben; in dem Maß, in dem diese Pilgerschaft der Wahrheit echt gelebt wird, öffnet sie sich dem Dialog mit dem anderen, schließt keinen aus und bezieht alle ein, Bauleute der Brüderlichkeit und des Friedens zu sein. Dies sind die Elemente, die der Heilige Vater ins Zentrum der Reflexion stellen möchte. Aus diesem Grund werden neben den Vertretern der christlichen Gemeinschaften und der wichtigsten religiösen Traditionen auch einige Repräsentanten aus der Welt der Kultur und der Wissenschaft eingeladen, die, wenngleich sie sich nicht als religiös gebunden empfinden, doch auf der Straße der Suche nach der Wahrheit wissen und sich der gemeinsamen Verantwortung für die Grundlagen der Gerechtigkeit und des Friedens in dieser Welt bewußt sind. Das Bild der Pilgerschaft soll den Sinn des Ereignisses, das gefeiert wird, zusammenfassen: man gedenkt der zurückgelegten Etappen - vom ersten Treffen in Assisi bis zum darauffolgenden im Januar 2002. Gleichzeitig richtet sich der Blick auf die Zukunft mit dem Vorhaben, diese Wanderung auf dem Weg des Dialogs und der Brüderlichkeit mit allen Männern und Frauen guten Willens in einer Welt, die sich in raschem Wandel befindet, weiterzuführen. Der arme und bescheidenen heilige Franziskus wird alle erneut in seiner Stadt aufnehmen, die ein Sinnbild der Brüderlichkeit und des Friedens geworden ist. Die Delegationen werden gemeinsam mit dem Heiligen Vater am Vormittag des 27. Oktober von Rom mit der Eisenbahn aufbrechen. Nach der Ankunft in Assisi werden sie sich zu einem Moment der Erinnerung an die früheren Treffen und eine Vertiefung des Tagesthemas in die Basilika S. Maria degli Angeli begeben. Einige Teilnehmer der anwesenden Delegationen und auch der Heilige Vater werden das Wort ergreifen. Es folgt ein einfaches Mittagessen gemeinsam mit allen Delegierten: eine Mahlzeit im Zeichen der Schlichtheit, die zum Ausdruck bringen will, daß sich alle gemeinsam in brüderlicher Eintracht zusammenfinden und die zugleich Teilhabe an den Leiden vieler Menschen bedeutet, die den Frieden nicht kennen. Danach ist eine Zeit der Stille für die persönliche Betrachtung und für das Gebet vorgesehen. Am Nachmittag werden sich alle in Assisi anwesenden Gäste auf den Weg zur Basilika San Francesco begeben. Es wird ein Pilgerweg sein, auf dessen letztem Stück auch die Teilnehmer der Delegationen mitgehen werden. Damit soll der Weg verdeutlicht werden, den jeder Mensch auf der beharrlichen Suche nach der Wahrheit und der tatkräftigen Strebens nach der Gerechtigkeit und des Friedens beschreitet. Dies geschieht im Schweigen, um Raum für das Gebet und die persönliche Betrachtung zu lassen. Im Schatten der Basilika San Francesco, dort wo auch die früheren Treffen beendet wurden, wird der Abschluß des Tages mit einer feierlichen Erneuerung des gemeinsamen Einsatzes für den Frieden sein. Zur Vorbereitung dieses Gedenktages wird Papst Benedikt XVI. am Vorabend im Petersdom einer Gebetsvigil mit den Gläubigen der Diözese Rom vorstehen. Die Teilkirchen und die Gemeinschaften überall auf der Welt sind eingeladen, ähnliche Gebetsveranstaltungen zu organisieren. In den kommenden Wochen werden die Präsidenten der Päpstlichen Räte der Förderung der Einheit der Christen, des interreligiösen Dialogs und der Kultur Einladungen im Namen des Heiligen Vaters verschicken. Der Papst bittet die Gläubigen, sich geistlich mit der Feier dieses bedeutenden Ereignisses zu verbinden, und dankt allen, die in der Stadt des heiligen Franziskus dabei sein können, um diese symbolische Wallfahrt mitzuerleben. [ENDE DER MITTEILUNG DES HEILIGEN STUHLES ZUM TAG DES DIALOGES UND GEBETES IN ASSISI.] Es bleibt mir nur, mich diesem Aufruf voll und ganz anzuschließen. Ich selbst werde auch versuchen, an diesem Tag in Assisi als Pilger dabei zu sein. Es gibt zu diesem authentischen Weg der Katholischen Kirche keine Alternative, wir brauchen gegenseitigen Respekt, ehrlichen Dialog und vor allem die Vermeidung jeglicher psychischen und physischen Gewaltanwendung. So wünsche ich allen Lesern und Leserinnen für morgen einen von Freude geprägten 4. Fastensonntag "Laetare"! Euer Padre Alex - Vizeoffizial Dr. Alexander Pytlik Dienstag, 4. Januar 2011
KOPTEN: KATHOLISCHER PATRIARCH ... Geschrieben von Padre Alex / Dr. Alexander Pytlik
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07:10
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KOPTEN: KATHOLISCHER PATRIARCH NAGUIB ZUR LAGE DER ÄGYPTISCHEN CHRISTEN
Aus aktuellem Anlaß folgt meine Übersetzung der Wortmeldungen Seiner Seligkeit, des koptisch-katholischen Patriarchen von Alexandria, Antonios Naguib, der auf der Sonderversammlung der Nahost-Bischofssynode Generalberichterstatter war und von Seiner Heiligkeit Papst Benedikt XVI. am 20. November 2010 auch zum Kardinal erhoben wurde, und seines Weihbischofs aus "L'Osservatore Romano" (Kairo, 3. Januar 2011). Sie repräsentieren also die wesentlich kleinere Gruppe (als koptische Patriarchalkirche in voller jurisdiktioneller Einheit mit Rom) innerhalb der Kopten mit ihrer langen Geschichte in Ägypten:
DER ALLMÄCHTIGE GOTT IST DER KÖNIG DES FRIEDENS "Wir verlangen, daß der größtmögliche Einsatz unternommen werde, um die Empfehlungen des Präsidenten der Republik für eine stärkere Einheit und Harmonie zwischen allen in die Praxis umzusetzen und all das verändern, was diesbezüglich ein Hindernis darstellt". Dies hat der Patriarch von Alexandria der Kopten, Antonios Kardinal Naguib, am 3. Januar 2011 gegenüber "L'Osservatore Romano" erklärt. Weiter sagte der Kardinal: "Unsere Herzen bluten zu Beginn des neuen Jahres mit dem kriminellen Anschlag auf die Gläubigen, die aus der koptisch-orthodoxen Kirche der Heiligen von Alexandria strömten. Wir vereinigen uns mit dem Heiligen Vater, mit unserem Präsidenten der Republik und mit allen verantwortlichen Politikern, Parlamentariern, Beamten und Sicherheitsleuten, um dieses Verbrechen mit Festigkeit zu verurteilen, das darauf ausgerichtet war, die innere Sicherheit und die Verbindung zwischen den Mitbürgern als Brüder zu destabilisieren. Wir übermitteln den Familien der Märtyreropfer unser aufrichtiges Beileid und unsere Solidarität, ebenso den Verletzten und ihren Familien sowie den kirchlichen Autoritäten". Der Patriarch fügte hinzu: "Wir haben volles Vertrauen in die Weisheit und Entschiedenheit der führenden Verantwortlichen und sind uns sicher, daß sie die notwendigen Maßnahmen ergreifen werden, um solchen schmerzhaften Ereignissen ein Ende zu bereiten. Wir bitten den allmächtigen Gott, den König des Friedens, unserem geliebten Ägypten und allen Ländern der Welt den Frieden zu schenken". Gegenüber "L'Osservatore Romano" wird die schwierige Situation, in der sich nach dem tragischen Attentat insbesondere die ägyptische Hauptstadt befindet, auch vom Weihbischof des Patriarchates von Alexandria der Kopten, Botros Fahim Awad Hanna, beschrieben: "Wir sind sehr betroffen über das, was geschehen ist, aber unsere Reaktion darf sich nicht nur auf unsere zutiefst verletzten Gefühle stützen. Wir koptische Christen - katholische und orthodoxe - müssen uns vielmehr bemühen, in vernünftiger Weise zu reagieren, auch im Licht der Gebote des Glaubens". Der Bischof unterstreicht, daß "nur bei wenigen Gläubigen nach dem schweren Attentat auf die Kirche der Heiligen von Alexandria am Neujahrstag das Gefühl der Verzweiflung überwogen hat, was einige spontane Proteste bewirkt hat. Die Reaktion der großen Mehrheit der Kopten war hingegen - trotz des Blickes auf den Horror des Attentats, das 21 Tote und 97 Verletzte nach sich gezogen hat - moderat, weil der Glaube an erster Stelle das Gebet für die Opfer und die Bitte um Vergebung für jene, die geirrt haben, setzt." Weihbischof Hanna betont, daß die gesamte Bevölkerung Ägyptens über das Attentat zutiefst erschüttert war, weil es das friedliche Zusammenleben der Gläubigen der beiden großen Glaubensgemeinschaften ernsthaft in Gefahr bringen könnte. Um zu verhindern, daß dies passieren könnte, zieht der koptisch-katholische Weihbischof den kürzlich von Mahmoud Azab, dem besonderen Dialog-Berater des Großen Imam von Al Azhar, verlautbarten Vorschlag ernsthaft in Betracht, einen neuen Organismus zu schaffen, benannt "Das Haus der ägyptischen Familie" und zusammengesetzt aus 14 Vertretern, sieben Christen und sieben Muslimen. "Das Projekt für diesen neuen interreligiösen Organismus", betont der Weihbischof, "ist auch bei den nationalen Informationsorganen in diesen Tagen vorgestellt worden. Nach seinen Befürwortern könnte dieser Organismus nicht nur eine Rolle der Vermittlung bei den verschiedenen Streitfragen zwischen den beiden Gemeinschaften spielen, sondern wäre vor allem der Ort zur Vertiefung des Dialoges zwischen Christen und Muslimen". Für die Gemeinschaft der orthodoxen und der zum Teil katholischen Kopten ist jetzt die Zeit der Vorbereitung auf die Wiederkehr der Geburt Jesu, die nach ihrem liturgischen Kalender auf den 7. Januar fällt. Weihbischof Hanna betont: "Wir hoffen, daß sich trotz des zu Neujahr Geschehenen die Gläubigen nicht abhalten lassen, sich in den Kirchen zu versammeln und die religiösen Zeremonien zu besuchen, die regulär ablaufen. Ich denke, daß derzeit noch viele Gläubige betroffen sind von dem, was geschehen ist, aber ich vertraue auf ihren tiefen Glauben, und ich hoffe, daß sich in der Nacht der Wiederkehr der Geburt Jesu die Kirchen in noch höherem Maße als in den Vorjahren füllen". Diesbezüglich unterstreicht der Weihbischof von Alexandria der Kopten, daß die Behörden höchsten Einsatz leisten, um die Sicherheit der koptischen Gläubigen zu garantieren. "Die Begräbnisliturgien von 14 der Opfer des Attentats sind in einem Klima hohen Anstandes abgelaufen. Außerdem wurden alle Kirchen von den Sicherheitskräften bewacht". Der Weihbischof bekräftigt, daß das Attentat auf die koptisch-orthodoxe Kirche von Alexandria nur eine - bisher die schwerwiegendste - der Episoden gestiegener Spannung in den Beziehungen zwischen Christen und Muslimen gewesen sei, einer Spannung, die von jenen künstlich geschaffen wurde, um die soziale Harmonie zu destabilisieren: "Jetzt zeigen die Zeitungen mit dem Finger auf Al Quaeda. Allerdings entsteht der Terrorismus in Sektoren der muslimischen Gesellschaft, wo andere Organisationen zur Intoleranz ermutigen. Es sind nun schon mehr als 40 Jahre, daß im Land eine schleichende Islamisierung im Gange ist, die alle Bereiche der Gesellschaft durchdringt". In einigen Schulen würden zum Beispiel Texte verwendet, welche die Jugendlichen dazu erzögen, eine fundamentalistische und intolerante Vision des Glaubens zu pflegen. Für den Weihbischof von Alexandria ist es daher immer dringlicher, Maßnahmen einzuleiten, die in der Lage seien, das Schüren eines Klimas der Intoleranz zu verhindern: "Man müßte zum Beispiel von den Elementarschulen an beginnen, den Kindern Toleranz beizubringen. Derzeit gibt es von Seiten der Lehrenden keinerlei ermahnenden Hinweise in Richtung des Begriffes der Einheit verbunden mit dem Respekt der Unterschiede jeder Person. Für die Schuljugend wäre es von hohem erzieherischem Wert, könnten sie sich auch mit dem auseinandersetzen, der anders als die Mehrheit ist". Auch die Kommunikationsmittel seien entscheidend. Sie seien das Hauptinstrument, um im ganzen Land die Botschaft der Toleranz zwischen den verschiedenen Gemeinschaften auf den Weg zu bringen. "Sicherlich", präzisiert der Weihbischof, "wird die Botschaft dann wirksam sein, wenn sie auf der Transparenz und auf der Wahrheit aufbaut. Die Ehrlichkeit der Information ist ein noch nicht genügend berücksichtigter Aspekt der nationalen Medien". Schließlich ist für dieses Land aber das Thema der sozialen Gerechtigkeit von hoher Bedeutung. "Es gibt sicherlich andere Länder, in denen das Ungleichgewicht noch stärker ist. Jedenfalls ist es besser, klar zu sehen, daß auch hier in Ägypten große Unterschiede zwischen einer sehr großen Mehrheit von Armen und einer kleinen Elite von Personen, die der Mittel- und Oberschicht angehören, bestehen. Oft rührt die Gewalt von der Ausgrenzung der Jugendlichen aus der Welt der Arbeit". [ENDE DER ÜBERSETZUNG AUS L'OSSERVATORE ROMANO VOM 3. JANUAR 2011.] Damit für weniger Informierte klar wird, auf welcher Tradition die koptischen Christen und damit auch die katholische Patriarchalkirche der Kopten aufbauen, übernehme ich ein Zitat aus der Audienz Seiner Heiligkeit Papst Benedikt XVI. für den damals frisch gewählten und bestätigten selben Patriarchen Naguib vom 15. Dezember 2006: "Sie, Seligkeit, sind der Vater und das Oberhaupt der koptisch-katholischen Kirche von Alexandrien, einem bedeutenden Sitz, dem während der ersten fünf Jahrhunderte der ehrenvolle Rang des ersten Patriarchats nach Rom zukam. Ihre Patriarchatsgemeinschaft ist Trägerin einer reichen geistlichen, liturgischen und theologischen Tradition – der alexandrinischen Tradition –, deren Schätze zum Erbe der Kirche gehören: Sie war Empfängerin der Predigt des heiligen Evangelisten Markus, Sprachrohr des Apostels Petrus; so verbindet ein besonderes Band der Brüderlichkeit Ihr Patriarchat mit dem Stuhl Petri. Ich möchte Sie daher meines Gebetes und meiner Unterstützung für »die besondere Aufgabe « versichern, die das Zweite Vatikanische Konzil den katholischen Ostkirchen anvertraute, nämlich »die Einheit aller Christen, besonders der ostkirchlichen, zu fördern« (Orientalium ecclesiarum, 24), insbesondere mit euren Brüdern der koptisch-orthodoxen Kirche. Ebenso kommt euch eine wichtige Rolle im interreligiösen Dialog zu, um die Brüderlichkeit und Achtung zwischen Christen und Muslimen und unter allen Menschen zu entfalten. Seligkeit, Sie haben, als Sie Patriarch wurden, Ihren Vornamen – Antonios – beibehalten, der an die große Bewegung des Mönchtums erinnert, das in Ägypten entstanden ist und das die Überlieferung mit dem Wirken des hl. Antonius und dann mit dem des hl. Pachomius in Zusammenhang bringt. Dank des abendländischen Beitrags des hl. Benedikt ist das Mönchtum zu einem riesigen Baum geworden, der reiche und herrliche Früchte in der ganzen Welt getragen hat. Wie könnte man bei der Erwähnung der koptischen Kirche nicht an die Schriftsteller, an die Exegeten und an die Philosophen denken, wie Clemens von Alexandria und Origenes, aber auch an die großen Patriarchen, Bekenner und Kirchenlehrer, wie Athanasius und Cyrill, deren berühmte Namen durch Jahrhunderte hindurch den Glauben eines frommen Volkes prägen! Ihren Spuren müßt ihr unablässig folgen, wenn ihr die theologische und geistliche Forschung entfaltet, die eurer Tradition zu eigen ist. In der heutigen Welt ist eure Sendung von großer Bedeutung für eure Gläubigen und für alle Menschen, denen die Frohe Botschaft zu verkünden uns die Liebe Christi drängt. Ich begrüße insbesondere eure Aufmerksamkeit für die menschliche, geistliche, sittliche und intellektuelle Erziehung der Jugend durch ein hochwertiges schulisches und katechetisches Netz, das einen Dienst an der ganzen Gesellschaft darstellt. Ich wünsche aufrichtig, daß dieses erzieherische Engagement immer mehr Anerkennung finden möge, damit im Bedachtsein auf die den katholischen Schulen eigene Identität die grundlegenden Werte weitergegeben werden; auf diese Weise werden die Jugendlichen von heute verantwortungsvolle Männer und Frauen in ihren Familien und in der Gesellschaft werden können, die bestrebt sind, eine größere Solidarität und eine innigere Brüderlichkeit unter allen Angehörigen der Nation aufzubauen. Übermittelt den jungen Menschen meine ganze Wertschätzung und meine ganze Liebe, wenn ihr sie daran erinnert, daß die Kirche und die ganze Gesellschaft ihren Enthusiasmus und ihre Hoffnung dringend brauchen. Ich fordere euch auf, die Ausbildung der Priester und der zahlreichen jungen Männer, die sich dem Herrn weihen wollen, zu intensivieren. Die Lebenskraft der christlichen Gemeinschaften in unserer heutigen Welt erfordert Hirten nach dem Herzen Gottes, die wahre Zeugen des Wortes Gottes und Führer sein sollen, um den Gläubigen zu helfen, ihr Leben und ihre Sendung immer tiefer in Christus zu verwurzeln! Ich weiß, welchen Platz das geweihte Leben in eurer Kirche einnimmt. Möge das Leben nach den evangelischen Räten der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams ein Zeugnis und ein Aufruf zur Heiligkeit für die heutige Welt sein! Mögen die Mitglieder der Institute des geweihten Lebens ihre Sendungen weiterhin durchführen können, insbesondere unter den Jugendlichen und unter den am meisten vernachlässigten Menschen in der Gesellschaft." So verbinden wir uns in geistlicher Solidarität mit allen orthodoxen und katholischen Kopten in der gemeinsamen Anbetung des wahren Gottes und wahren Menschen Jesus Christus anläßlich des Weihnachtsfestes und des dreiköniglichen Hochfestes der Epiphanie! Euer Padre Alex - Vizeoffizial Dr. Alexander Pytlik |
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