Sonntag, 4. Februar 2007
Geschrieben von Padre Alex / Dr. Alexander Pytlik
in Katholische Lehre, Kirchenrecht, News Kommentare
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GEGEN ABTREIBUNGSKLINIK: WIENER KARDINAL SCHÖNBORN RÜGT RICHARD LUGNER
Der Wiener Kardinal-Erzbischof Univ.-Prof. Dr. Christoph Schönborn hat sich heute abend über die Abtreibungsmöglichkeit in der Wiener "Lugner City" entsetzt gezeigt. In einer kath.net vorliegenden Vorabmeldung der österreichischen Kronen-Zeitung sagt der Kardinal: "Das Leben darf nicht verlugnern. Die Vernichtung von Leben darf nicht banalisiert und wie eine Einkaufstour gewertet werden." Außerdem erklärte Seine Eminenz, daß bereits er vor einiger Zeit mit Baumeister Richard Lugner geredet und diesen gebeten hätte, den Vertrag mit einer Abtreibungsklinik nicht zu unterzeichnen. Diese Information lag mir selbst zum Zeitpunkt der erbetenen kirchenrechtlichen Stellungnahme zum gesamten Fall noch nicht vor.
Mittlerweile ist mein Kommentar unter dem Titel "Kein Katholik darf Beihilfe zur Abtreibung leisten" zur Diskussion über eine eventuelle Exkommunikation des Wiener Baumeisters im deutschen Sprachraum viel gelesen und auch zitiert worden. Wer im Internet www.lugner.at anklickt, eine Domain, die unter Angabe des Personennamens "Richard Lugner" auf eine "Lugner Einkaufszentrum GmbH" in Wien registriert ist, wird bereits auf der Titelseite auf die "Lugner City" verwiesen und mit einer Zusatzwerbung auf eine Autogrammstunde mit einer von Baumeister Richard Lugner für den Opernball eingeladenen Dame, welche selbstverständlich in der "Lugner City" abgehalten werden soll. Im Impressum der Internetplattform firmieren schließlich eine "Lugner Familien Privatstiftung" und die "Hausinhabung Lugner". Offenbar war es diese Stiftung, die der Baumeister ansprach, als er - gegen die Bemerkungen des Salzburger Weihbischofs Dr. Andreas Laun gerichtet - feststellte, lediglich im Namen einer Stiftung, der die "Lugner City" gehöre, Mietverträge auszuhandeln. Wir können also davon ausgehen, daß Baumeister Richard Lugner namens der von ihm genannten Stiftung einen Mietvertrag mit einem sogenannten "Zentrum für Sexualmedizin" für das Einkaufszentrum "Lugner City" ausgehandelt hat. Auch dieses Zentrum (Geschäftsführung: Brigitte Moshammer-Peter, Ärztlicher Leiter: Dr. Wolfgang Grin) präsentiert sich im Internet: "Im Rahmen des Ärztezentrums in der Lugnercity hat unser Zentrum für Sie diskret und gut erreichbar geöffnet." Unter dem Titel "Damit kennen wir uns aus" werden u. a. eine ungewollte Schwangerschaft und die oft frühabtreibende und verharmlost benannte "Notfallverhütung" ("Pille danach" und "Spirale danach") angegeben. Die Internetseite spricht die Frühabtreibung sogar offen an: "... oder verhindern die Einnistung einer befruchteten Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut." Und es stimmt wirklich: im Gebäude der "Lugner City" kann von nun an in einzelnen Fällen Abtreibungsmord praktiziert werden, denn "falls Sie sich in Ihrer individuellen Lebenssituation dafür entscheiden, dann können Sie bis zum Ende des 3. Monats bei uns einen Schwangerschaftsabbruch durchführen lassen (...) Sie entscheiden, ob Sie eine 'örtliche Betäubung' oder eine 'Vollnarkose' vorziehen. Stehen keine medizinischen Gründe dagegen, wird der Eingriff ihrem Wunsch entsprechend durchgeführt." Wurde jedoch in der "Lugner City" bereits einmal abgetrieben? Denn das wäre der kirchenrechtliche Straftatbestand. Und in welcher Weise ist Richard Lugner an der Willensbildung der angesprochenen Stiftung beteiligt? Falls in entscheidender Weise: war dem Baumeister zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses bewußt (oder eben nicht), daß bestimmte Bedienstete der sexualmedizinischen Einrichtung "nötigenfalls" auch den Abtreibungsmord gegen Bezahlung durchführen würden? Und war ihm zu diesem Zeitpunkt außerdem bewußt (oder eben nicht), daß sich jeder Katholik nicht nur vor Gott schwer schuldig macht, wenn er eine für Fötustötung(en) nicht wegzudenkende Ursache setzt, sondern daß sich lateinische Katholiken durch ein bewußtes derartiges Handeln normalerweise auch die schwerste Kirchenstrafe, nämlich die Exkommunikation, zuziehen? Von diesen Fragen hängt wesentlich ab, wer sich nun im konkreten Fall und ob sich dabei auch Richard Lugner durch den Vertragsabschluß und die erste dadurch ermöglichte Abtreibung automatisch exkommuniziert hat, wobei festzuhalten ist, daß die automatische Exkommunikation als solche nicht einen Ausschluß aus der Kirche bedeutet, sondern nach dem zu konsultierenden Kirchenrecht des lateinischen Ritus weitgehende Rechtseinschränkungen beinhaltet. Ein durch solchen mitwirkenden Vertragsabschluß exkommunizierter Katholik bliebe Katholik, wenn auch als öffentlicher Sünder. Und wenn Weihbischof Laun nicht nur mit seiner Haltung für das menschliche Leben von der Empfängnis an recht hat, sondern auch mit seiner speziellen Straf-Einschätzung, dann würden für Lugner und viele andere jene Wirkungen eingetreten sein, die ich in dem kurzen Beitrag "Die Verbote und Konsequenzen der noch nicht festgestellten Exkommunikation latae sententiae, vor allem auf Basis des can. 1331 § 1" zusammengefaßt habe. Es ist ein Verdienst des Salzburger Weihbischofs, durch eine Konkretisierung für eine neue Diskussion über den täglich still und heimlich vorgenommenen Abtreibungsmord unschuldigster ungeborener Kinder gesorgt und so auf eine Ursache der zunehmenden Kinderlosigkeit in Österreich und Europa verwiesen zu haben. Wichtig ist dabei auch, daß im Falle eines Nichteintritts einer bestimmten Kirchenstrafe noch kein Freispruch im moralischen Sinne vorliegt. Schwere Sünde bleibt schwere Sünde, auch ohne exkommuniziert zu sein. Spätestens durch die Demonstrationen und Informationen unersetzbarer Lebensrechtsgruppen weiß auch Richard Lugner (wieder), daß die Katholische Kirche niemals auch nur einen einzigen Abtreibungsfall im vorhinein oder im nachhinein rechtfertigen und stillschweigend hinnehmen kann. Wer Katholik ist und bleiben will, muß sich die Lehre des verstorbenen Dieners Gottes Johannes Paul II. zu eigen machen, daß Glaube und Leben zusammengehen sollen. Diese Harmonie von Glaube und Leben wird zerbrochen, wenn einer sagt, er sei Katholik, aber gleichzeitig nichts dagegen tut, daß in seinem Verantwortungsbereich Fötustötungen ein Ende nehmen. Richard Lugner ist rein menschlich gesehen verständlicherweise sehr verärgert, aber jetzt müßte er sich ohne Rücksicht auf Emotionen - er gibt ja an, Katholik sein und bleiben zu wollen - sofort die Vollmacht seiner Stiftung geben lassen, dem "Zentrum für Sexualmedizin" in der "Lugner City" die Auflage zu erteilen, daß ausnahmslos keine Abtreibungen (mehr) vorgenommen und keine frühabtreibenden "Verhütungsmittel" propagiert würden. Andernfalls müßte Lugner die Vollmacht erhalten, den Mietvertrag mit sofortmöglicher Wirkung zu kündigen. Hier kann Lugner beweisen, daß ihm Gott und die Kirche wichtiger sind als ein niemals neutral zu beurteilender Profit. Sollte Lugner trotz realpolitischer Möglichkeiten jedoch gar nicht handeln, wäre es am zuständigen Ordinarius, eine verbindliche Erklärung für solche Fälle abzugeben und eine eingetretene Exkommunikation festzustellen oder diese spruchmäßig zu erlassen, sodaß allgemeine Rechtssicherheit betreffend ein wichtiges Exempel herrscht und auch in Hinkunft glasklar ist, daß die Kirche niemals aufhören darf, Anwalt der wehrlosesten Glieder unserer Gesellschaft zu sein, nämlich der Ungeborenen. Wenn Lugner aber diese Macht fehlt - angesichts des Aushandeln des Mietvertrages ist dies aber wohl zu bezweifeln - sollte er es mit Bedauern öffentlich feststellen. Mag es auch diskutabel sein, ob ein vom Ort her nicht zuständiger katholischer Bischof eine Exkommunikation gewissermaßen ausspricht, doch als Christ sollte Richard Lugner nicht den zivilen Klagsweg suchen, sondern den Weihbischof zu einem ehrlichen Dialog unter vier Augen einladen. (Anmerkung vom Verfasser: mittlerweile hat Lugner seine Klagsdrohung zurückgezogen und möchte Weihbischof Laun zu einer Wallfahrt nach Mariazell einladen.) Mit einem Wort: jetzt kann Richard Lugner wenigstens in der Abtreibungsfrage beweisen, daß er wirklich Katholik sein will und so auch bei einigen in skandalöser Weise passiven und abtreibungstolerierenden Politikern ein schlechtes Gewissen verursachen. Und: so viel kostenlose (Negativ-)Werbung für die "Lugner City" gibt es auch nicht jeden Tag ... Hoffen wir, daß aus dieser Diskussion etwas Gutes erwachse, nämlich eine bessere Bewußtseinsbildung breitester Schichten der Bevölkerung. Der Protest gegen das zur Einkaufstour verniedlichte Töten der Ungeborenen darf nicht aufhören und sollte die Gewissen vieler Politiker und Geschäftsleute wachrütteln. Dafür beten wir in der früher mit dem heutigen Sonntag eingeläuteten Vorfastenzeit. Euer Padre Alex - Vizeoffizial Mag. Mag. Dr. Alexander Pytlik www.padre.at Trackbacks
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S. g. Herr Dr. Pytlik, erlauben Sie mir dies mit besten Wünschen an Sie anzufügen:
"Gedenke des Herrn in deinen Jugendtagen" Wer abtreibt, wird gerichtet werden - dies ist ein Fakt, und man kommt auch nicht darum herum - aber auch in "diesem" Leben hat jede Abtreibung ein Nachspiel. 1. Liebe oder Sex - Frauen, die Kinder abtreiben, können nicht lieben - es ist reine Berechnung, einen Mann mit Sexualität an sich zu binden und im Gegenzug sein Kind zu vernichten. 2. Nachspiel - es treiben nur jene Frauen ihre Kinder ab, die einen unglaublichen Narzißmus in sich tragen und nicht fähig sind, ein Kind in Verantwortung aufzuziehen. Leider haben solche Frauen oft schon Kinder - und diese Kinder müssen nun in unendlichen emotionalen Qualen aufwachsen, die jene Kinder nicht verstehen können, denen gute Eltern vergönnt waren. Man glaubt immer, es ist ja nicht so schlimm - glaubt man - man kann die Seele nicht sehen - nur Gott sieht, erkennt und richtet am letzten Tag. 3. Verbale Umkehrung - einst sprach man eine Frau wäre "guter Hoffnung" - heute heißt es immer wieder "Frauen in Not". Wenn eine Frau sich freiwillig (also keine Vergewaltigung) einem Mann hingibt, so muß sie sich doch klar sein, daß sie schwanger werden kann (manche werden es sogar trotz Verhütungsmittel). Das Leben ist in diesem Sinne kein Spaß, sonst wird der Teufel in seinem Reich viel Spaß mit jenen haben, die sich in diesem Leben so sehr am Vergnügen festgehalten haben. 4. Verantwortung - es ist unsere tägliche Aufgabe, jede Handlung in diesem Leben in Verantwortung auszuüben, und da gibt es auch keine AUSREDEN! Auch ich habe den bitteren Trank meiner Eltern trinken und ausbaden dürfen und weiß wovon ich spreche, wenn ich das Wort Verantwortungslosigkeit hier erwähne. 5. Vergiftung, z. B. Zigarettenkonsum - eine Frau soll rein sein vor Gott und ihrem Mann (die Betonung liegt auf ihrem [einen einzigen] Mann - nicht "Beziehungen"). Einige Frauen "atmen" ohne zu denken und "vögeln" (man vergebe mir diesen Ausdruck) auch ohne zu denken. 6. Finanzielle Sorgen - auch im Krieg und in Nachkriegstagen haben Frauen Kinder ausgetragen - es ist reine Selbstsucht, das eigene Leben in vollen Zügen genießen zu wollen und ein anderes Leben im selben Zuge zu vernichten. Außerdem kann man das Kind austragen und zur Adoption freigeben - viele elternlose Paare warten auf solche Kinder! Auch das ist keine Ausrede! 7. Angst vor Krankheiten - vor sämtlichen Viren erzittert unsere Welt, aber wie viele Bakterien und Viren man sich beim Geschlechtsverkehr holen kann, wird großzügig ignoriert und auch wegdiskutiert - heute kann man sich sogar schon impfen lassen, damit man wild drauf "loshuren" kann! Statt seinem eigenen Körper und den Körper des Menschen, den man einmal lieben wird (Ehepartner), jene Achtung entgegenzubringen, die Gott von uns aus ethischer Sicht heraus erwartet. Wir sind keine Tiere, wir sind Menschen, und diese Aufgabe, die er uns in Seiner Gnade anvertraut hat, sollten wir vor Gott erfüllen und nicht hirnlos leben und vor allem nicht hirnlos lieben. "Herr bleibe bei uns, denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneigt" Lukas 24,29 |
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